Der dunkle Blitz: Fotos im Dunkeln ohne Überstrahlungen

Forscher kombinieren UV- und IR-Licht mit Umgebungsbeleuchtung

Jeder kennt Partybilder mit plattgeblitzten Gesichtern aus der digitalen Kompaktkamera. Durch den "dark flash" soll sich das in Zukunft ändern. Als Blitz dienen ultraviolettes und infrarotes Licht. Das Ergebnis sind recht natürliche Farbbilder.

Artikel veröffentlicht am ,

Digitale Kameras sehen anders als der Mensch. Das fällt spätestens auf, wenn der schön blaue Himmel des Urlaubsfotos strahlend weiß erscheint - hier hätte ein Kombination aus UV- und Polarisationsfilter geholfen. Per Bildbearbeitung sind solche Aufnahmen nur mit viel Aufwand zu retten, weil der gewünschte Bildinhalt schlicht nicht existiert.

Gleiches gilt für geblitzte Aufnahmen mit Kompaktkameras, die nicht im Studio mit indirekt arbeitenden Blitzanlagen entstehen. Porträts sehen dabei oft unnatürlich aus, weil das harte direkte Licht beispielsweise an glatten oder gar glänzenden Hautpartien zu großem Teil reflektiert wird. Das Ergebnis ist wiederum mehr Weiß im Bild als der Fotograf gesehen hat. Manchmal ist ein Blitz auch schlicht nicht verwendbar, etwa bei Tieraufnahmen bei Nacht.

Mehr als "Night Shot"

In Videokameras wird dafür schon seit Jahrzehnten ein Nachtlicht verbaut, das meistens im Infrarotspektrum arbeitet. Damit ergeben sich aber Bilder in Fehlfarben. Forscher der Fakultät für Computerwissenschaften an der New York University haben dieses Konzept nun erweitert. Sie verwenden dabei einen Blitz, der im ultravioletten und infraroten Spektrum arbeitet, was wiederum Fehlfarben ergibt.

Diese Bilder kombinieren sie anschließend mit einer Aufnahme, die ohne Blitz mit dem verfügbaren Licht entstanden ist. Dabei ergibt sich bei verwacklungsfreien Verschlusszeiten zwar viel Rauschen, aber die Farbinformation existiert. Die Fehlfarbenaufnahmen und das ungeblitzte Bild zusammen ergeben dann eine Aufnahme, welche dem Bild entspricht, das auch der Mensch in der jeweiligen Situation gesehen hat.

Im hier gezeigten Bild ist dieses Resultat mit einem "R" gekennzeichnet in verschiedenen Rauschstufen wiedergegeben. Das Bild des dunklen Blitzes trägt ein "F", zum Vergleich dient die Aufnahme mit einem sichtbaren Blitz, erkennbar am "V". Darin sind die Überstrahlungen aber im Vergleich zu Amateuraufnahmen noch gering, dennoch entsprechen die R-Fotos deutlich mehr dem, was der Mensch wahrnimmt.

Da die Rechenleistung der Prozessoren in Digitalkameras ständig steigt, hoffen die Wissenschaftler, ihre Technik demnächst auch dort integriert zu sehen - dafür wäre aber ein zusätzlicher dunkler Blitz nötig, mit den bisherigen Röhren funktioniert das Verfahren nicht.

Ihre Ergebnisse wollen die Forscher Dilip Krishnan und Rob Fergus auf der kommenden Siggraph Anfang August 2009 in New Orleans vorstellen. Auf einer eigenen Webseite zum dunklen Blitz erklären sie das Verfahren mit vielen Beispielbildern ausführlich.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Hab auch ne... 20. Jul 2009

Na Super, damit ist das Blitzproblem nur abgemildert. damit kommt man trotzdem nicht...

IchhabeeinenBlitz 19. Jul 2009

Sychronzeit!= Blitzdauer ;) Ein gescheiter Blitz kann z.T. in 1/40'000s blitzen ;)

WinnieW 18. Jul 2009

Naja, 6 Megapixel sind schon notwendig falls man von einem Foto mal einen 20 x 30...

He-Man 18. Jul 2009

dann kann ich mir die sonnenbank sparen, einfach genug blitzphotos machen und man hat...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Whistleblower
Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen

Wieder hat sich in den USA ein ehemals hochrangiger Militär und Beamter über Kontakte mit Aliens geäußert.

Whistleblower: Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen
Artikel
  1. Schadstoffnorm 7: Neue Grenzwerte für Abrieb gelten auch für E-Autos
    Schadstoffnorm 7
    Neue Grenzwerte für Abrieb gelten auch für E-Autos

    Die neue Euronorm 7 legt nicht nur Grenzwerte für Bremsen- und Reifenabrieb fest, sondern auch Mindestanforderungen für Akkus.

  2. Ramjet: General Electric testet Hyperschalltriebwerk
    Ramjet
    General Electric testet Hyperschalltriebwerk

    Das Triebwerk soll Flüge mit Mach 5 ermöglichen.

  3. Elektroautos: Mercedes und Stellantis übernehmen komplette Umweltprämie
    Elektroautos
    Mercedes und Stellantis übernehmen komplette Umweltprämie

    Nach dem abrupten Aus der staatlichen Förderung springen erste Hersteller von Elektroautos ein.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Last-Minute-Angebote bei Amazon • Avatar & The Crew Motorfest bis -50% • Xbox Series X 399€ • Cherry MX Board 3.0 S 49,95€ • Crucial MX500 2 TB 110,90€ • AVM FRITZ!Box 7590 AX + FRITZ!DECT 500 219€ [Werbung]
    •  /