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Spieletest: Fight Night Round 4 - schön zuhauen

Fortsetzung der Boxsimulation bietet deutlich verbesserte Physik. Tänzelnde Schritte, elegante Täuschung – und dann ein gewaltiger Schlag: Nachdem Fight Night Round 3 mit beeindruckender Technik auftrumpfte, wird in Teil 4 viel Wert auf Physik gelegt. Das Ergebnis ist das bislang realistischste Boxspiel, das nicht nur Kampfsportfans begeistern dürfte.
/ Thorsten Wiesner
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Während Electronic Arts die meisten seiner Sportserien jährlich neu auflegt und somit im Normalfall nur gering variiert, liegen zwischen den Spielen der Fight-Night-Reihe größere Abstände und große qualitative Unterschiede. Fight Night Round 3 trumpfte Ende 2006 mit einer Grafik auf, die in hohem Maße die technischen Fähigkeiten der aktuellen Konsolengeneration nutzt und eines der bis dato am besten aussehenden Sportspiele war. Bei Fight Night Round 4 haben die Entwickler bei EA Canada nun versucht, die Physik der Akteure und ihrer Aktionen so realistisch wie möglich abzubilden. Es ist ihnen beeindruckend gut gelungen.

Die grundsätzliche Bedienung ist einfach und schnell zugänglich: Mit dem linken Analogstick steuert der Spieler seinen Boxer, mit dem rechten führt er unter Zuhilfenahme weiterer Aktionstasten die jeweilige Aktion aus. Hohe und tiefe Schläge, Blocks und Ausweichmanöver, angetäuschte Attacken und gewaltige Haken – alle das ist nach ein wenig Übung in mehreren Trainingsspielen problemlos möglich. Im Gegensatz zum direkten Vorgänger wurde dabei das Tempo deutlich erhöht: Die teils etwas träge wirkenden Aktionen gehören der Vergangenheit an, Animationen und Angriffe wirken weitaus geschmeidiger.

Herzstück des Spiels ist wieder einmal der Karrieremodus: Als unbekannter Amateur geht es darum, sich vom Hinterhof-Boxring bis in die größten Hallen vorzukämpfen, dabei seine Fähigkeiten immer weiter auszubauen, gleichzeitig aber auch bei der Zuschauerpopularität beständig zu wachsen. Dem Spieler bleibt es überlassen, für welche taktische Ausrichtung er sich entscheidet. Ganz nach seinem Geschmack kann er das boxende Alter Ego zum Taktierer mit Geduld und Ausdauer oder zum gewaltigen Kraftpaket ausbauen. Auch in den Kämpfen selbst müssen zwischen den Runden Entscheidungen gefällt werden: etwa, ob die knappe Zeit zum schnellen Behandeln der gröbsten Verletzungen genutzt wird oder lieber zum Aufpäppeln der Ausdauer.

Über mangelnde Konkurrenz muss sich niemand beklagen: Knapp 50 reale Boxer wurden in das Spiel integriert, darunter berühmte wie Mike Tyson und Muhammad Ali. Wer lieber seiner Fantasie freien Lauf lässt, verwendet den Editor zum Erstellen eines neuen Champions und integriert dabei wahlweise eigene Fotos.

Auch optisch ist Fight Night Round 4 ein Erlebnis, allerdings ist die Weiterentwicklung nicht so groß wie vom zweiten zum dritten Teil. Die berühmten Boxer sehen ihren realen Vorbildern aber sehr ähnlich, Mimik und Gestik können überzeugen, der Detailgrad inklusive Verletzungen und Schrammen durch den Kampf ist durchgängig hoch und auch die Atmosphäre stimmt dank TV-artiger Inszenierung.

Besonders unterhaltsam sind wieder die Kämpfe gegen menschliche Mitspieler – die größtenteils intuitive Bedienung ermöglicht es auch Anfängern, schnell ein paar platzierte Schläge zu landen, ohne dass es dem Spiel an Tiefe mangelt. Wer keinen Freund in der Nähe hat, hat die Möglichkeit, sich im Onlinemodus auszutoben.

Fight Night Round 4 ist für Xbox 360 und Playstation 3 erhältlich und kostet etwa 60 Euro. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab zwölf Jahren erhalten.

Fazit

Perfekt ist der vierte Fight-Night-Teil nicht. Die Musikuntermalung könnte abwechslungsreicher sein, die Ladezeiten sind teils lang, mancher Schlag geht ins Leere. Trotzdem gibt es derzeit keine bessere Umsetzung des Boxsports. Fight Night Round 4 ist schöner als der Vorgänger. Seine deutlich verbesserte Physik und das höhere Spieltempo machen es zur aktuellen Genrereferenz.


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