Spieletest: The Secret of Monkey Island - Special Edition
Auch bei der Bedienung hat sich einiges verändert. Im Original sind am unteren Bildschirmrand das Inventar und die Befehlsicons zu sehen. Beides muss man im Jahr 2009 erst aufrufen - die Befehlsübersicht mit "Strg" und das Inventar mit "I". So füllt das Bild zwar den ganzen Monitor aus, aber die Bedienung ist um einiges komplizierter: Jetzt muss der Spieler erst das Befehlsmenü auf den Bildschirm holen, dann sein Kommando auswählen, anschließend das Inventar aufrufen und dort das gewünschte Objekt markieren. Das ist nicht nur insgesamt aufwendiger und komplizierter, sondern dauert auch länger - was bei einigen zeitkritischen Rätseln sogar zum Problem wird, insbesondere bei Spielern mit Gamepad. Neuzeitliche Komfortfunktionen wie eine Hotkey-Taste für Gegenstände oder extraschnelles Reisen bei Doppelklicks fehlen - was in der Praxis heißt, dass der Spieler Guybrush ziemlich lange dabei zusieht, wie er über die Karibikinseln spaziert. Aber das war ja im Original alles auch schon so.
In Sachen Sound hat sich ähnlich viel getan wie bei der Grafik: Er ist jetzt auf aktuellem Stand. Das Programm bietet durchgehend englische Sprachausgabe mit sehr gut ausgewählten Synchronstimmen. Wer mag, schaltet deutsche Menüs und Untertitel ein. Letztere verschlafen zwar den ein oder anderen Gag, sind insgesamt aber ordentlich übersetzt. Auch die Musik hat Lucas Arts generalüberholt, statt quäksiger Midi-Klänge ist der legendäre Monkey-Island-Soundtrack jetzt in einer Qualität zu hören, die fast wie ein echtes Miniorchester klingt.
Eine echte Neuerung ist die Hilfefunktion: Wer bei den Rätseln nicht weiterkommt und feststeckt, bekommt auf Knopfdruck erst ein paar Tipps - und beim weiteren Betätigen der "H"-Taste dann rasch eine konkrete Anweisung, was als Nächstes wo zu tun ist - letztlich enthält Monkey Island einen vollständigen Walkthrough.
Das neu aufgelegte The Secret of Monkey Island ist für Windows-PC nur über Steam für knapp 9 Euro und für Xbox 360 über Live Arcade für 800 MS-Punkte (rund 10 Euro) erhältlich. PC-Piraten benötigen unter XP 256 MByte RAM und unter Vista 512 MByte RAM, eine CPU mit mindestens 3 GHz und eine Grafikkarte mit 128 MByte RAM, die Shader Model 2.0 versteht und mit DirectX 9.0c klarkommt. Auf der Festplatte belegt das Programm rund 2,5 GByte. Die USK hat das Spiel damals ab zwölf Jahren freigegeben.
Fazit
Das ist nicht nur Verklärung: Das fast 20 Jahre alte The Secret of Monkey Island steckt bei Handlung, Dialogen und Humor noch immer einen Großteil der seitdem produzierten Adventures mit erstaunlicher Leichtigkeit in die Tasche. Die Neuauflage macht bei Grafik und insbesondere Sprachausgabe so gut wie alles richtig, bei der Bedienung ziemlich viel falsch. Trotzdem sollte das kein Grund sein, nicht (wieder) in der Karibik abzuhängen. Vor allem Veteranen können sich ruhig noch einmal auf die Affeninsel wagen: Dank der grenzgenialen Retrotaste mit ihrer Alt-Neu-Vergleichsmöglichkeit können sie herrlich in Erinnerungen schwelgen.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed
| Spieletest: The Secret of Monkey Island - Special Edition |
- 1
- 2









Über ein Jahr ist diese Nachricht nun schon her. Und wo gibt es diese Special Edition...
Einigen wir uns darauf, daß beide scheiße aussehen! ;-)
Sehe ich genauso. Sehr viele alte Spiele glänzen durch tollen Content, tolle Stories...
Du bsit ein Witzblod, odre? *schüpfkottel*