Britische Abhöraffäre weitet sich aus

Wer wusste von der Abhörpraxis?

Mitarbeiter der britischen Tageszeitung Guardian haben Dokumente vorgelegt, aus denen hervorgeht, dass mehrere, auch hochrangige Mitarbeiter des Boulevardblattes News of the World wussten, dass ein Privatdetektiv im Auftrag der Zeitung Mobiltelefone abhörte.

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Die britische Tageszeitung Guardian hat einem Unterhausausschuss Dokumente aus dem Jahr 2005 über die Abhöraffäre um das Boulevard News of the World (NoW) vorgelegt. Daraus geht laut Guardian hervor, dass das Ausmaß größer ist, als der Verlag bisher eingestanden hat.

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Der Journalist Nick Davies und Chefredakteur Alan Rusbridger präsentierten den Abgeordneten unter anderem einen Vertrag zwischen NoW und dem Privatdetektiv Glenn Mulcaire, der darin allerdings unter einem Decknamen firmierte. Darin bot die Zeitung, die zu Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp gehört, Mulcaire 7.000 britische Pfund, wenn er eine bestimmte Geschichte über Gordon Taylor, einen ehemaligen Fußballer und jetzigen Vorsitzenden des Profifußballerverbandes Professional Footballers' Association (PFA), liefere. Unterschrieben ist der Vertrag von Greg Miskiw, einem NoW-Nachrichtenredakteur.

Abschrift für den Chefreporter

Daneben bekamen die Parlamentarier eine E-Mail eines namentlich nicht genannten Reporters an Mulcaire mit Abschriften von 35 Nachrichten, die sich der Privatdetektiv aus den Mobiltelefonen von Taylor und dem PFA-Justiziar Jo Armstrong beschafft hatte. In der Mail heißt es, dies sei eine Kopie für Chefreporter Neville Thurlbeck.

Die Abhöraffäre war bereits Anfang 2007 aufgeflogen. Damals waren Mulcaire und der auf das Königshaus spezialisierte NoW-Reporter Clive Goodman verhaftet worden, weil sich Mulcaire im Auftag Goodmans Zugang zu Sprachnachrichten von drei Angestellten der Königsfamilie verschafft hatte. News Corp hatte in der Folge beteuert, die beiden hätten im Alleingang und ohne Wissen der Verlagsleitung oder der Chefredaktion gehandelt.

Ausschuss wollte Beweise

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In der vergangenen Woche hatte der Guardian berichtet, News Corp habe mehreren Opfern der Abhöraffäre, darunter Taylor und Armstrong, hohe Schweigegelder gezahlt. Daraufhin hatte der Ausschuss die Zeitung angewiesen, Beweise vorzulegen.

Der damalige NoW-Chefredakteur Andy Coulson war zwar 2007 nach der Goodman-Affäre zurückgetreten, hatte aber immer beteuert, nichts von Goodmans Aktivitäten gewusst zu haben. Sollte sich zeigen, dass er dennoch über die Abhöraktionen informiert war, könnte das politische Auswirkungen haben: Coulson ist heute für die Öffentlichkeitsarbeit der oppositionellen konservativen Partei verantwortlich.

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