Kaufen oder leasen - der Akku macht den Unterschied

Studie: Austauschakkus können Erfolgsfaktor für Elektroautos sein

Um den Verkauf von Elektroautos anzukurbeln, sollten sie ohne Akkus verkauft werden. Wenn diese verleast würden, sänken die Kosten für die Autos. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität von Kalifornien in Berkeley.

Artikel veröffentlicht am ,

Die Idee erscheint kurios: Man kauft ein Auto, und ein entscheidender Teil davon gehört jemand anderem. Dieses Modell, das das vom ehemaligen SAP-Manager Shai Agassi gegründete Unternehmen Better Place propagiert, könnte der Erfolgsfaktor für die Einführung von Elektroautos werden.

Stellenmarkt
  1. Systembetreuer (m/w/d) Logistik
    BSH Hausgeräte GmbH, Giengen
  2. Softwareingenieur (m/w/d)
    AVL Deutschland GmbH, München, Mainz-Kastel, Stuttgart
Detailsuche

Das Geschäftsmodell von Better Places ähnelt nach eigenen Angaben dem eines Mobilfunkanbieters: Der Kunde schließt ein Abonnement für eine bestimmte Kilometerzahl im Monat ab. Der Akku bleibt Eigentum des Anbieters. Dafür erhält der Kunde das Auto zu einem vergünstigten Preis. Das sei der entscheidende Punkt, so Thomas Becker, Wirtschaftswissenschaftler am Center for Entrepreneurship & Technology an der Universität von Kalifornien in Berkeley und Autor der Studie "Electric Cars in the United States: A New Model with Forecasts to 2030".

Preisfaktor Akku

Hochwertige Akkus sind noch relativ teuer und treiben deshalb die Kosten für Elektroautos in die Höhe. Über ein kilometerbasiertes Abrechnungsmodell könne der Preis so gesenkt werden, dass das Elektroauto im Anschaffungspreis günstiger sei als eines mit Verbrennungsmotor.

Angesichts der heutigen Akkupreise und der Steuererleichterungen für Elektroautos könnten Elektroautos mit einem Wechselakku im Jahr 2012 7.500 US-Dollar weniger kosten als ein Auto mit herkömmlichem Antrieb, rechnet Becker vor. Er prognostiziert, dass 2030 knapp zwei Drittel der in den USA verkauften Autos Elektroautos mit einem solchen Preismodell sein werden. Zu dem Zeitpunkt werden gut ein Viertel der Personenfahrzeuge und Kleinlaster elektrisch angetrieben sein, so die Vorhersage.

Umwelt und Wirtschaft profitieren

Die Vorteile der Umstellung seien ebenso ökonomisch wie ökologisch, so die Studie: So sollen durch Elektroautos 350.000 mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Ölimporte werden um 3,7 Millionen Barrel pro Tag zurückgehen. Das entspricht der Menge, die die USA derzeit jeden Tag aus den Staaten am Persischen Golf und aus Venezuela beziehen. Auch das Gesundheitssystem werde profitieren, sagt Becker. Er rechnet mit Einsparungen von bis zu 205 Milliarden US-Dollar, weil durch Autoabgase verursachte Krankheiten zurückgehen werden. Werden die Akkus der Elektroautos mit Energie aus erneuerbaren Quellen geladen, sinken die Treibhausgasemissionen um 62 Prozent gegenüber dem Wert aus dem Jahr 2005.

Inzwischen ist Better Place nicht mehr der einzige Anbieter eines kilometerbasierten Abrechnungsmodells. So bietet etwa der norwegische Autohersteller Think für sein Fahrzeug TH!NK city ein solches Modell in seinem Heimatland an. US-Autohersteller General Motors erwägt, die Akkus seines Elektroautos Chevrolet Volt zu vermieten. Tesla Motors wird seine Elektrolimousine Model S, die ab 2011 in die Serienfertigung gehen soll, mit einem austauschbaren Akku ausrüsten.

Kritik am fremden Akku

Nicht alle Elektoautobefürworter halten das Modell des Tauschakkus jedoch für sinnvoll. Der Akku sei "eine hochwertige und sensible Komponente des Automobilbaus", dessen Qualität sehr wichtig für die Leistung des Fahrzeuges sei, sagte der Designer Paolo Tumminelli im Interview mit Golem.de. "Es ist fraglich, ob ein Fahrer bereit ist, einen so wichtigen Bestandteil seines Autos mit anderen zu tauschen."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Karl-Heinz 21. Apr 2010

Gepunscht! Er meint gepunscht - vermutlich hat ihm jemand Punsch in den Tank gekippt, das...

nukeUS 15. Jul 2009

...zusätzlich kann man das Ganze doch auch auf soundsoviel kWh pro 100km begrenzen. Die...

nukeUS 15. Jul 2009

... hab ich mich hier: https://forum.golem.de/read.php?33710,1842720,1845216#msg-1845216...

nukeUS 15. Jul 2009

...kann man noch den gesamten Co2-Ausstoss aller KriegsGeräte v.A. im Irak und deren Co2...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
iPhone 13
Neue Benchmark-Ergebnisse für Apples A15 Bionic

Ergebnisse des Geekbench-Benchmarks zeigen, dass das iPhone 13 Pro wie erwartet im GPU-Bereich deutlich zugelegt hat.

iPhone 13: Neue Benchmark-Ergebnisse für Apples A15 Bionic
Artikel
  1. Zum Tod von Sir Clive Sinclair: Der ewige Optimist
    Zum Tod von Sir Clive Sinclair
    Der ewige Optimist

    Mit Clive Sinclair ist einer der IT-Pioniere Europas gestorben. Der Brite war viel mehr als nur der Unternehmer, der mit den preiswerten ZX-Heimrechnern die Mikrocomputer-Revolution vorantrieb.
    Ein Nachruf von Martin Wolf

  2. Chiphersteller: Infineon eröffnet automatisierte Chipfabrik in Österreich
    Chiphersteller
    Infineon eröffnet automatisierte Chipfabrik in Österreich

    Der deutsche Konzern Infineon wird viel Geld in die Forschung von 300-mm-Thin-Wafern stecken. Das Werk in Villach ist das größte im Land.

  3. Bürosuite: Kaufversion von Microsoft Office 2021 kommt im Oktober
    Bürosuite
    Kaufversion von Microsoft Office 2021 kommt im Oktober

    Wer Office nicht abonnieren, sondern kaufen will, kann ab 5. Oktober 2021 die neue Version Office 2021 erwerben.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MM Breaking Deals mit Club-Rabatten (u. a. Samsung 65" QLED (2021) 1.189,15€) • WD Black SN750 1TB 96,99€ • Amazon Exklusives in 4K-UHD (u. a. Zombieland 1 & 2 29,99€) • Alternate (u. a. Netgear-Repeater 26,90€) • iPhone 12 Pro 256GB 989€ [Werbung]
    •  /