Abo
  • Services:
Anzeige

Fliegenforschung für bessere Roboter

Wissenschaftler erforschen, wie das Gehirn einer Fliege Bilder verarbeitet

Münchner Wissenschaftler haben einer Fliege ins Gehirn geschaut, um herauszufinden, wie sie Bilder wahrnimmt. Sie hoffen, mit Hilfe ihrer Forschungsergebnisse bessere Bildverarbeitungssysteme für Roboter entwickeln zu können.

Die Evolution hat über Jahrmillionen in den verschiedensten Bereichen überaus effiziente Lösungen hervorgebracht. Wissenschaftler machen sich diese gern zunutze, wie etwa die zwei Wissenschaftler aus den USA, die einen Roboter nach dem Vorbild einer Fledermaus entwickelt haben. Wissenschaftler des Münchner Exzellenzclusters "Cognition for Technical Systems" (CoTeSys) haben sich der Schmeißfliege angenommen. Sie wollen sich von dem Insekt, das uns Menschen meist lästig fällt, die schnelle Verarbeitung von Bildern abschauen.

Anzeige

Eine Schmeißfliege hat ein Gehirn von der Größe eine Stecknadelkopfes - für die Bildauswertung reichen der Fliege 60 Nervenzellen pro Gehirnhälfte. Dennoch ist dieses Gehirn sehr leistungsfähig. So nimmt das Insekt in der Sekunde 100 Bilder als einzelne Sinneseindrücke wahr - zum Vergleich: Das menschliche Gehirn kann knapp über 20 Bilder pro Sekunde verarbeiten. Danach werden aus Einzelbildern Bewegungsabläufe. Die Fliege schafft es jedoch, die vielen Bilder zu verarbeiten und entsprechend ihre Flugmanöver zu steuern: in der Luft stehen, genau landen oder in Sekundenbruchteilen der Fliegenklatsche ausweichen.

Effiziente Bildverarbeitung

Dieser effizienten Informationsverarbeitung sind die Forscher um den Neurobiologen Alexander Borst auf den Grund gegangen. Dazu haben sie einen Flugsimulator für Insekten gebaut: Die Fliege wird an einer Halterung befestigt und bekommt Elektroden in ihr Gehirn eingesetzt. Vor ihr befindet sich ein halbrundes Display aus LED, auf dem Muster und Bewegungen angezeigt werden, die einen Flug simulieren sollen.

Dabei fanden die Forscher heraus, dass das Fliegenhirn Bilder ganz anders verarbeit als das menschliche Gehirn. Bewegungen im Raum erzeugen sogenannte "optische Flussfelder". Fliegt das Insekt beispielsweise geradeaus, fließen Gegenstände seitlich vorbei. Fliegt es hingegen auf einen Gegenstand zu, vergrößert dieser sich.

Aus Geschwindigkeit und Richtung der Bildpunkte erstellt das Gehirn ein Bild von Bewegungsvektoren, das Flussfeld. Die Flussfelder beider Augen werden dann von den sogenannten VS-Zellen zusammengeführt. Aus der Überlagerung der Bilder gewinnt die Fliege Informationen über ihre Position und ihre Bewegung.

Die Fliege als Vorbild für Roboter?

Die Wissenschaftler hoffen, dass die Erkenntnisse über die Bildverarbeitung der Fliege zu besseren Robotern führen werden. Eine effiziente Verarbeitung von Bildern ist etwas, mit dem Roboter heute immer noch Schwierigkeiten haben. Zwar liefern Kameras Bilder der Umwelt der Roboter. Doch deren Verarbeitung dauert immer noch recht lange. Zu lange etwa, um Menschen und Roboter gefahrlos gemeinsam in einem Raum agieren zu lassen. Hier könnten die Ergebnisse aus den Fliegenversuchen zu neuen Wegen führen.

Die bayrischen Wissenschaftler sind nicht die einzigen, die sich mit der Wahrnehmungsverarbeitung der Fliege beschäftigen: Im vergangenen Jahr haben Wissenschaftler vom Los Alamos National Laboratory in den USA einen Aufsatz über ihre Forschungen an einer Fliege veröffentlicht.


eye home zur Startseite
IT-Doktor 13. Jul 2009

Das ist genau das Problem des so genannten "gefährlichen Halbwissens". Da hat er mal...

Misdemeanor 13. Jul 2009

Dass ihr auf so einen Schwachsinn auch noch eingeht ... Verklagt doch Obama, weil er in...

Zaphod3000 12. Jul 2009

So richtig neu ist da Projekt nicht. Dennoch recht interessant, wie hoch die Wogen...

Greenpeace 12. Jul 2009

Mach einfach den Mund auf, schlauer bist wenn Du sie dann verschluckt hast...

VerliebtInVerena 12. Jul 2009

Ich hab neulich erst einen Beitrag bei 10 vor 11 gesehen in dem Dr. Prof Verena Hafner...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Hessisches Landeskriminalamt, Wiesbaden
  2. Verve Consulting GmbH, Köln
  3. afb Application Services AG, München
  4. über Duerenhoff GmbH, Bielefeld


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 244,90€ + 5,99€ Versand
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

Folgen Sie uns
       


  1. Festnetz und Mobilfunk

    Telekom kämpft mit Zerstörungen durch den Orkan Friederike

  2. God of War

    Papa Kratos kämpft ab April 2018

  3. Domain

    Richard Gutjahr pfändet Compact-online.de

  4. Carsharing

    Drivenow und Car2Go wollen fusionieren

  5. Autonomes Fahren

    Alstom testet automatisierten Zugbetrieb

  6. Detectron

    Facebook gibt eigene Objekterkennung frei

  7. Mavic Air

    DJI präsentiert neuen Falt-Copter

  8. Apple

    Homepod soll ab Frühjahr 2018 in Deutschland erhältlich sein

  9. 860 Evo und 860 Pro

    Samsungs SSDs sind flotter und sparsamer

  10. Mozilla

    Firefox Quantum wird mit Version 58 noch schneller



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
EU-Urheberrechtsreform: Abmahnungen treffen "nur die Dummen"
EU-Urheberrechtsreform
Abmahnungen treffen "nur die Dummen"
  1. EU-Netzpolitik Mit vollen Hosen in die App-ocalypse
  2. Leistungsschutzrecht EU-Kommission hält kritische Studie zurück
  3. Leistungsschutzrecht EU-Staaten uneins bei Urheberrechtsreform

Computerforschung: Quantencomputer aus Silizium werden realistisch
Computerforschung
Quantencomputer aus Silizium werden realistisch
  1. Tangle Lake Intel zeigt 49-Qubit-Chip
  2. Die Woche im Video Alles kaputt
  3. Q# und QDK Microsoft veröffentlicht Entwicklungskit für Quantenrechner

Netzsperren: Wie Katalonien die spanische Internetzensur austrickste
Netzsperren
Wie Katalonien die spanische Internetzensur austrickste

  1. Re: Eher 1x2000 pixel...

    xmaniac | 02:30

  2. Re: Domains zu pfänden sollte verboten sein

    Der Held vom... | 02:24

  3. Re: Heißt der Markt wird geteilt und der Preis...

    sofries | 02:12

  4. Re: Zum IT-Aspekt: Pfändung einer Domäne gehört...

    Iomegan | 02:03

  5. Re: Nutzen?

    CruZer | 02:00


  1. 18:19

  2. 18:08

  3. 17:53

  4. 17:42

  5. 17:33

  6. 17:27

  7. 17:14

  8. 16:14


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel