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Spieletest: Harry Potter und der Halbblutprinz

Actionadventure mit mehreren Minispielen und dem weltberühmten Zauberer. Lord Voldemort ist wiedererstarkt, die Todesser breiten sich aus, auf mysteriöse Weise verschwinden Menschen. Im sechsten Harry-Potter-Buch und im Kinofilm hat der junge Zauberer viel zu tun. Der PC- und Konsolentitel ist entspannter: "Harry Potter und der Halbblutprinz" ist vor allem eine Zusammenstellung von Minispielen.
/ Thorsten Wiesner
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Die vergangenen Monate waren ruhig – für Potter-Fans zu ruhig: Es gab kein neues Buch, keinen Film und auch kein Spiel. Damit ist nun Schluss, denn fast zeitgleich mit dem Harry-Start im Kino am 16. Juli 2009 veröffentlicht Electronic Arts "Harry Potter und der Halbblutprinz" für alle relevanten Spieleplattformen. Wie in früheren Umsetzungen mit dem Zauberschüler ist es auch diesmal von Vorteil, die Geschichte zu kennen. Zwar arbeiten kurze Zwischensequenzen immer wieder Teile der Handlung ab, sie wirken aber nicht sonderlich gut ins Spiel eingebunden und bleiben lückenhaft. Spannung entsteht so kaum, Atmosphäre dank bekannter Schauplätze und gut nachgebildeter Charaktere aber schon.

Harry kann sich in der Zauberschule Hogwarts prinzipiell frei bewegen. So ist es jederzeit möglich, die Umgebung zu erkunden, Wappen für Boni einzusammeln, Gespräche zu belauschen oder Geheimgänge zu finden. Wer zwischendurch die Orientierung verliert, kann den fast kopflosen Nick zu Hilfe rufen und sich den Weg zur nächsten Aufgabe zeigen lassen.

Einen Großteil der Spielzeit verbringt Harry mit einer von drei Minispieldisziplinen: dem Mixen von Zaubertränken, dem Duellieren via Zaubersprüchen und dem Quidditch-Spielen. Letzteres ist kein wirklicher Ballsport, sondern eine Art Flugtraining: Auf dem Besen sitzend, muss Harry durch eine Reihe von Ringen fliegen – immer dem Goldenen Schnatz hinterher. Je weniger Ringe er verpasst, desto schneller gelingt der Triumph.

Beim Mixen von Zaubertränken hingegen gilt es, unter Zeitdruck jeweils zum richtigen Mittel zu greifen und es in einen großen Kessel zu schütten – so lange, bis die gewünschte Farbe erreicht ist. Nebenbei muss der Spieler auf die Temperatur und den entstehenden Rauch achten. Wenn die Suppe zu heiß wird, misslingt sie. Für die Duelle hingegen muss der Spieler einfache Zaubersprüche beziehungsweise ihre passende Tastaturkombination auswendig lernen, was in den Duellierclubs geübt werden kann. Dann lassen sich Kontrahenten lähmen, entwaffnen oder durch man kann durch eine geschickte Bewegung feindlichen Attacken ausweichen. Der Schwierigkeitsgrad dieser Aufgaben steigt im Spielverlauf an, bleibt aber trotzdem immer einsteigerfreundlich. Selbst ungeübte PC- und Konsolenbesitzer können nach bereits acht Stunden den Abspann sehen.

Die Technik präsentiert sich ähnlich wie das Spiel: solide, aber alles andere als atemberaubend. Hogwarts und Umgebung sind stimmungsvoll in Szene gesetzt, zudem sprechen zumindest einige der Charaktere mit den original Filmstimmen. Mehr Details hätten allerdings weder den Charakteren noch den Räumen geschadet; ausgereizt wird die Hardware sicherlich nicht.

Harry Potter und der Halbblutprinz ist für Xbox 360, Playstation 3, Wii, Windows-PC, Nintendo DS und PSP erhältlich und kostet je nach Plattform zwischen 30 und 60 Euro. PC-Spieler benötigen einen Rechner mit Windows XP oder Vista, einer CPU mit 1,8 GHz und 512 MByte RAM. Als Grafikkarte muss mindestens eine Geforce 2MX oder eine Radeon 7500 vorhanden sein. Das Spiel hat eine USK-Einstufung ab zwölf Jahren erhalten.

Fazit

Harry Potter und der Halbblutprinz ist auf Konsole und PC ein durchaus unterhaltsames Vergnügen – zumindest für Fans der Bücher, die sonst eher selten vor der Konsole sitzen. Erfahrenen Spielern wird zu wenig Abwechslung geboten, zudem ist der Schwierigkeitsgrad arg niedrig. Wer das Buch noch nicht gelesen oder den Film noch nicht gesehen hat, dürfte Probleme haben, der Handlung zu folgen.


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