Forderung: Netzsperren gegen Rassismus und Hatepages
Ausweitung der Internetsperren auf weitere Inhalte
Auf einer Konferenz gegen die Verbreitung von Hass im Internet hat sich der Vertreter des Zentralrates der Sinti und Roma für die Ausweitung der geplanten Netzsperren ausgesprochen, die bisher nur für Kinderpornografie vorgesehen sind. Kritiker der Sperren halten sie auch bei diesen Inhalten für wenig effektiv.
Auf Einladung von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries haben sich am 9. Juli 2009 Rechtswissenschaftler und Vertreter von Vereinigungen, die besonders von Hasspropaganda betroffen sind, in Berlin getroffen. Einem Bericht der taz zufolge forderte dabei der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, Webseiten mit extremistischen und rassistischen Inhalten zu sperren. Dies, so Rose, sei "nicht mit Zensur gleichzusetzen, da es sich um strafrechtlich relevantes Material handelt".
Alvar Freude vom Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur bezweifelte im Gespräch mit Golem.de die Effizienz von Sperren gerade bei extremistischem Material. Zwar sei es verständlich, dass Bevölkerungsgruppen, die ständig Ziel von Hasspropaganda sind, nach jedem Strohhalm zur Bekämpfung dieser Inhalte griffen. Aber, so Freude: "Mit diesem Strohhalm zieht man den ganzen Sumpf wieder hoch.
Freudes Erfahrung nach würden sich die Extremisten und Rassisten sogar darüber freuen, wenn ihre Inhalte gesperrt würden, weil dies Anerkennung innerhalb der Szene bringe. Es bringe aber nichts, "deren Propaganda zu verstecken", stattdessen müsse man "natürlich strafbares Material entfernen". Freude sprach sich damit erneut dafür aus, die illegalen Inhalte von den Servern nehmen zu lassen und nicht nur durch leicht zu umgehende Sperren unsichtbar zu machen.
Dem Bericht der taz zufolge funktioniert diese Löschung bei den auch "Hatepages" genannten Inhalten recht gut. In 80 Prozent der Fälle, so ein Vertreter von jugendschutz.net auf der Konferenz im Justizministerium, könnte rassistische Propaganda gelöscht werden, weil die Provider diese Inhalte nicht dulden.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed








mehr gibts dazu nicht zu sagen...
was haltet ihr von der Idee, das Internet um ein 2tes zu erweitern, also eins ohne...
Stimmt, momentan gibt es noch recht wenige Endknoten im Tor Netzwerk, aber man darf ja...
Eigentlich wollte man eine gesamtdeutsche Verfassung nach der Wiedervereinigung zusammen...