Viviane Redings Strategie für ein digitales Europa

Die Generation der Digital Natives droht verloren zu gehen

EU-Kommissarin Viviane Reding hat ihre Strategie für ein digitales Europa vorgestellt. Sie setzt auf schnelle Internetzugänge, Glasfaser- statt Kupfernetze, UMTS und LTE, mobile Bezahlsysteme, Cloud-Computing sowie einen einfachen und nutzerfreundlichen Zugang zu digitalen Inhalten.

Artikel veröffentlicht am ,

Redings Plan besteht aus zwei Teilen: Maßnahmen, die die EU noch in diesem Jahr unter der bestehenden Kommission anstoßen kann, und einer Prioritätenliste für die kommenden fünf Jahre. Bis 2010 soll jeder Europäer einen breitbandigen Internetzugang haben, 2013 sollen es dann High-Speed-Zugänge sein. Darunter fällt auch die Breitbandstrategie der Bundesregierung, die vorsieht, bis 2014 mindestens 75 Prozent der Bevölkerung Internetzugänge mit 50 MBit/s zur Verfügung zu stellen.

Stellenmarkt
  1. SAP Experte (m/w/d)
    Lödige Industries GmbH, Warburg
  2. Senior Software / Data Base Engineer (m/w/d)
    Allianz Deutschland AG, Unterföhring
Detailsuche

Zu den Sofortmaßnahmen zählt Reding die Reform der europäischen Telekomregulierung, auf die sich die Minister der EU-Staaten nach rund 18 Monaten Diskussion verständigt haben. Das Paket besteht aus 160 Artikeln mit 750 Unterparagrafen.

Zudem soll für effektiven Wettbewerb bei Netzen der nächsten Generation gesorgt werden. Dabei geht es Reding vor allem um die Etablierung von Glasfasernetzen statt solcher, die auf Kupferadern basieren.

Auch soll UMTS attraktiver werden und so den Weg zu LTE-Netzen ebnen. Derzeit gebe es nur 92 Millionen UMTS-Nutzer in Europa, das sind gerade einmal 16 Prozent der Handynutzer. Reding setzt dabei auf ein Neuordnung des Frequenzspektrums, um den Aufbau der Netze günstiger zu machen.

Schneller Wechsel zu digitalem TV

Golem Akademie
  1. Cloud Transformation Roadmap: Strategien, Roadmap, Governance: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    7.–8. März 2022, Virtuell
  2. C++ Programmierung Basics: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    17.–21. Januar 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise plädiert Reding zudem für einen schnelleren Wechsel von analogem zu digitalem Fernsehen. Ein Prozess, der in Deutschland, Finnland, Luxemburg, Schweden und den Niederlanden bereits abgeschlossen ist.

Auf Redings Prioritätenliste für die kommenden fünf Jahre steht ein einfacherer Zugang zu digitalen Inhalten ganz oben. Derzeit sei die Debatte darüber stark polarisiert, während Schwarzkopien immer mehr "sexy" werden, vor allem in der Altersgruppe zwischen 16 und 24. Doch gerade diese Generation sei die Basis, auf der die digitale Wirtschaft Europas aufbauen müsse.

Nutzerfreundlicher Zugriff auf Inhalte

Die zunehmende Internetpiraterie sei, so Reding, ein Zeichen von Misstrauen gegenüber bestehenden Geschäftsmodellen. "Wenn wir den Zugriff auf digitale Inhalte nicht sehr schnell einfacher und nutzerfreundlicher gestalten, droht uns der Verlust einer kompletten Generation an Unterstützern von Künstlern und legal agierenden Nutzern digitaler Geräte". Reding will sich daher für eine einfache und nutzerfreundliche Rechtsgrundlage für einen europaweiten Zugang zu digitalen Informationen einsetzen: "Das digitale Europa kann nur mit kreativen Urhebern und einer Generation von Digital Natives, die sich als Konsumenten für deren Arbeit interessieren, aufgebaut werden."

Um das zu erreichen, plädiert Reding für eine einheitliche Lizenzierung von Rechten, die alle 27 EU-Staaten umfasst. Heute müssen die Rechte für jedes Land einzeln verhandelt werden. Reding tritt zudem für eine Digitalisierung von Büchern ein, denn 90 Prozent der in Europas Nationalbibliotheken lagernden Bücher sei kommerziell nicht mehr erhältlich.

Cloud-Computing nutzen

Nummer zwei auf Redings Prioritätenliste sind nutzerfreundliche und sichere mobile Bezahlsysteme mit europaweiten Regeln. Drittens soll Europas digitale Wirtschaft für kleine und mittlere Unternehmen geöffnet werden. Sie sollen über das Netz auf Rechenkapazitäten zugreifen können, um Fixkosten zu senken. Entsprechende Cloud-Computing-Dienste seien aber heute zumeist in den USA beheimatet. Dem will Reding europäische Angebote entgegensetzen, um das Feld nicht den US-Unternehmen zu überlassen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Bundesservice Telekommunikation
Ist eine scheinexistente Behörde für Wikipedia relevant?

Die IT-Sicherheitsexpertin Lilith Wittmann hat eine dubiose Bundesbehörde ohne Budget entdeckt. Reicht das für einen Wikipedia-Artikel?

Bundesservice Telekommunikation: Ist eine scheinexistente Behörde für Wikipedia relevant?
Artikel
  1. Neues Geschäftsmodell: Luca-App plant flexible Abos und will Preise senken
    Neues Geschäftsmodell
    Luca-App plant flexible Abos und will Preise senken

    Angesichts drohender Kündigungen will die Luca-App den Bundesländern entgegenkommen.

  2. Einstieg in Python und Data Science
     
    Einstieg in Python und Data Science

    Mit zwei Workshops der Golem Akademie gelingen kompakter Einstieg oder fortgeschrittenes Eintauchen in Python - das auch im Data-Science-Kurs zentral ist.
    Sponsored Post von Golem Akademie

  3. Elektroauto: VW e-Up ab Mitte Februar wieder bestellbar
    Elektroauto
    VW e-Up ab Mitte Februar wieder bestellbar

    Der e-Up gehörte 2021 zu den meistgekauften Elektroautos. Nun will VW den Kleinwagen wieder verfügbar machen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Bosch Professional zu Bestpreisen • WSV bei MediaMarkt • Asus Vivobook Flip 14" 8GB 512GB SSD 567€ • Philips OLED 65" Ambilight 1.699€ • RX 6900 16GB 1.489€ • Samsung QLED-TVs günstiger • Asus Gaming-Notebook 17“ R9 RTX3060 1.599€ • Seagate 20TB SATA HDD [Werbung]
    •  /