Compuserve-Konten nach 30 Jahren abgeschaltet
Aus für den Onlinedienst aus dem letzten Jahrtausend
Der bekannte Onlinedienst Compuserve wurde nach 30 Jahren abgeschaltet. Doch die Nutzer können die für den Dienst typischen Konten wie 70014.2316@compuserve.com behalten.
Der Compuserver-Betreiber AOL empfiehlt den US-Nutzern des Dial-up-Dienstes "Compuserve Classic" in einem Rundschreiben, zum 1. Juli 2009 zum weiterhin aktiven Dienst Compuserve 2000 zu wechseln. Außerdem soll Compuserves Classic-E-Mail-Adresse über einen kostenlosen Webmailer weiterverwendet werden können, wenn die Kunden einen Internetzugang haben.
Auch in Deutschland teilt AOL mit, dass sämtliche E-Mail-Nachrichten in der Compuserve-Mailbox in ein neues System übertragen würden. "Danach wird das bisherige Compuserve-E-Mail-System, einschließlich der Funktion zum Weiterleiten von E-Mails, geschlossen und Ihre weitere E-Mail-Kommunikation über das neue System bereitgestellt", heißt es in der Mitteilung. Der Modem-, ISDN- und DSL-basierte Call-by-Call-Internetzugang Compuserve 2000 wird in Deutschland seit Ende Juli 2008 nicht mehr angeboten, das über die Compuserve-Software zugängliche Compuserve Classic betrieb AOL bisher weiter.
"Sie können weiterhin Ihre existierende Compuserve-Classic-E-Mail-Adresse nutzen - aber die Nutzer müssen einen eigenen Internetzugang haben", sagte ein AOL-Deutschland-Sprecher Golem.de. Der letzte Tag, an dem die Einwahl in den Compuserve-Account möglich war, war der 30. Juni 2009. Angaben dazu, wie viele deutsche Compuserve-Nutzer es noch gibt, machte der Sprecher nicht.
Compuserve wurde 1969 als Compu-Serv Network gegründet, startete 1978 als Nebenprodukt seinen Onlinedienst MicroNET, der 1979 zu Compuserve umgetauft wurde und die elektronische Post etablierte. Ab 1980 kamen die ersten Echtzeitchats hinzu, Dateitransfers (1981) folgten, bei beidem zählte Compuserve zu den Vorreitern der heutigen Onlinedienste. Der Zugang erfolgte über eine spezielle Software.
1991 erreichte Compuserve mit eine halbe Million Nutzer, die gleichzeitig online waren, eine Rekordmarke - und versammelte in den frühen 1990ern hunderttausende Nutzer in seinen tausenden Foren. Compuserve-üblich waren Nutzerkennungen für Privatpersonen, wie 70014,2316, die später mit der Schreibweise 70014.2316@compuserve.com auch die Kommunikation über die geschlossenen Compuserve-Foren hinaus ins offene Internet erlaubten.
1997 kaufe der Konkurrent AOL Compuserve. Der neue Eigner brachte die Software CompuServe 2000 heraus, ein spezieller AOL-Client für Compuserve-Inhalte. Die alte Software und der HMI-Zugang liefen als "Compuserve Classic" weiter, die Compuserve-Foren verloren jedoch wegen schwindender Nutzerzahlen an Bedeutung.
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Es gab mehrere: z.B. Tapcis
Was machst Du Troll eigentlich bei Golem? Ich könnt mich kringeln vor lachen. Das Wissen...
1984 war das aber noch nicht so......
Man konnte sich sogar mit Lotus Notes an den Notes-Server von CompuServe anschließen.....