Abo
  • IT-Karriere:

British Telecom: Erst mal kein Phorm

Glasfasernetz hat Vorrang vor personalisierter Werbung

British Telecom (BT) hat den Einsatz des personalisierten Werbesystems des Anbieters Phorm auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben. Als Grund gab BT an, der Aufbau eines neuen Breitbandglasfasernetzes habe Vorrang. Die Phorm-Aktie verlor nach der Ankündigung dramatisch an Wert.

Artikel veröffentlicht am ,

Der Telekommunikationsanbieter British Telecom (BT) hat den Einsatz des umstrittenen Werbesystems Webwise des Anbieters Phorm auf unbestimmte Zeit verschoben. Grund ist, dass BT dem Netzausbau eine höhere Priorität einräumt.

Stellenmarkt
  1. Allianz Deutschland AG, München, Unterföhring
  2. Darlehenskasse der Studierendenwerke e.V., Köln

Das Unternehmen gebe dem Aufbau eines superschnellen Breitbandnetzes der nächsten Generation den Vorzug vor dem neuartigen Werbesystem, berichtet die Tageszeitung Guardian. Dafür veranschlagt das Unternehmen gut 1,5 Milliarden britische Pfund, umgerechnet etwa knapp 1,75 Milliarden Euro.

Werbesystem schaut in den Datenstrom

Webwise ist ein System für personalisierte Werbung. Phorm analysiert per Deep Packet Inspection, welche Websites ein Internetnutzer besucht und nach welchen Begriffen er in Suchmaschinen sucht. Daraus wird ein Nutzungsprofil erstellt, zu dem Phorm passende Werbung ausliefert.

Das System ist sehr umstritten - nicht zuletzt, weil BT mehrere Tests mit Phorm durchgeführt hat, ohne die Nutzer zu informieren und ihr Einverständnis einzuholen, dass ihr Surfverhalten protokolliert wird. Erboste Internetnutzer wandten sich daraufhin an Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, die die britische Regierung aufforderte, zu dem umstrittenen Werbedienst Stellung zu nehmen.

Mitte September 2008 legte die Regierung daraufhin einen Katalog mit Bedingungen vor, von denen sie die Zulassung des Systems abhängig macht. Die gingen der EU-Kommission jedoch nicht weit genug, weshalb sie im April 2009 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Großbritannien eröffnete. Das Land habe, so die Kommission, die EU-Vorschriften zum Datenschutz in der elektronischen Kommunikation nicht angemessen umgesetzt.

Kurz nach der Ankündigung des Verfahrens der EU-Kommission untersagten Amazon und Wikipedia Phorm die Nutzung ihrer Webseiten.

BT weiterhin an Phorm interessiert

BT-Sprecher Mike Jarvis sagte der BBC, die Entscheidung habe nichts mit Datenschutzerwägungen zu tun. Das Unternehmen sei immer noch an personalisierter Werbung interessiert, "aber im Moment haben wir keine unmittelbaren Pläne." Die Priorität von BT liege auf dem Aufbau des neuen Glasfasernetzes, so Jarvis.

Eine Phorm-Sprecherin spielte die Bedeutung der BT-Entscheidung gegenüber dem Wall Street Journal herunter. BT habe ja lediglich die Einführung von Webwise verschoben, nicht aber ganz abgesagt. Einen festen Zeitplan habe es ohnehin nicht gegeben. Außerdem sei das Unternehmen in Verhandlungen mit weiteren großen britischen Providern. Dennoch fiel der Kurs der Phorm-Aktie um 40 Prozent.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 2,99€
  2. 2,99€
  3. (-72%) 16,99€
  4. (-20%) 23,99€

Anne Wand 07. Jul 2009

So So, "die Entscheidung habe nichts mit Datenschutzerwägungen zu tun" ?? Also ist es Ok...

Yatata 07. Jul 2009

Wenn überhaupt, dann Pr0n.


Folgen Sie uns
       


AMD stellt Navi-Grafikkarten vor

Die neuen GPUs sollen deutlich effizienter und leistungsstärker sein und ab Juli 2019 verfügbar sein.

AMD stellt Navi-Grafikkarten vor Video aufrufen
Physik: Den Quanten beim Sprung zusehen
Physik
Den Quanten beim Sprung zusehen

Quantensprünge sind niemals groß und nicht vorhersehbar. Forschern ist es dennoch gelungen, den Vorgang zuverlässig zu beobachten, wenn er einmal angefangen hatte - und sie konnten ihn sogar umkehren. Die Fehlerkorrektur in Quantencomputern soll in Zukunft genau so funktionieren.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer


    Doom Eternal angespielt: Die nächste Ballerorgie von id macht uns fix und fertig
    Doom Eternal angespielt
    Die nächste Ballerorgie von id macht uns fix und fertig

    E3 2019 Extrem schnelle Action plus taktische Entscheidungen, dazu geniale Grafik und eine düstere Atmosphäre: Doom Eternal hat gegenüber dem erstklassigen Vorgänger zumindest beim Anspielen noch deutlich zugelegt.

    1. Sigil John Romero setzt Doom fort

    IT-Forensikerin: Beweise sichern im Faradayschen Käfig
    IT-Forensikerin
    Beweise sichern im Faradayschen Käfig

    IT-Forensiker bei der Bundeswehr sichern Beweise, wenn Soldaten Dienstvergehen oder gar Straftaten begehen, und sie jagen Viren auf Militärcomputern. Golem.de war zu Gast im Zentrum für Cybersicherheit, das ebenso wie die IT-Wirtschaft um guten Nachwuchs buhlt.
    Eine Reportage von Maja Hoock

    1. Homeoffice Wenn der Arbeitsplatz so anonym ist wie das Internet selbst
    2. Bundesagentur für Arbeit Informatikjobs bleiben 132 Tage unbesetzt
    3. IT-Headhunter ReactJS- und PHP-Experten verzweifelt gesucht

      •  /