Abo
  • Services:

LAN-Party wegen Killerspiele-Diskussion abgesagt

Bürgermeister will Dialog mit Spielern fortsetzen

Die 14. Ausgabe der von einem Verein veranstalteten LAN-Party "CXT" im baden-württembergischen Karlsdorf-Neuthard findet nicht statt. Bürgermeister Sven Weigt hatte auf einen Verzicht von "Counter-Strike 1.6" und "WarCraft 3" gedrängt, was die Party nach Meinung der Veranstalter uninteressant gemacht hätte. Im Gespräch mit Golem.de verteidigt der Bürgermeister seine Entscheidung.

Artikel veröffentlicht am ,

Ein Verbot der LAN-Party habe es nicht gegeben, sagte Bürgermeister Sven Weigt (CDU) Golem.de. Die Entscheidung, die "Convention-X-Treme" abzusagen, die vom 28. bis 30. August hätte stattfinden sollen, habe der Veranstalter getroffen. Dieser ist der "Computerfreunde Karlsdorf-Neuthard e.V.", der seit 2002 in und um die Gemeinde mit ihren 9.000 Einwohnern LAN-Partys durchführt. Dafür hat der Verein auch eigenes Equipment für das Netzwerk und die Stromversorgung angeschafft. Die letzte CXT im April 2009 hatte nach Angaben der Veranstalter über 400 Teilnehmer, die bereits gezahlten Teilnahmegebühren für die abgesagte LAN-Party sollen zurück überwiesen werden.

Stellenmarkt
  1. TÜV SÜD Gruppe, München
  2. AMETRAS vision GmbH, Baienfurt bei Ravensburg

Der Verein gibt auf seiner Webseite an, dass die Gemeinde auf einen Verzicht von so genannten "Killerspielen" drängte, namentlich genannt werden Counter-Strike und Warcraft 3. Dies sei "einer Absage gleichgekommen". Diese beiden Titel zählen zu den beliebtesten Spielen auf LAN-Partys. Die Veranstalter meinen: "So wurde auch die CXT 'Opfer' der Hetze gegen die Lanpartyszene."

Der Verein bezieht sich dabei offenbar auf die seit dem Amoklauf von Winnenden neu aufgeflammte Diskussion um die Auswirkungen von gewalthaltigen Spielen auf Jugendliche. Für die CXT war die Anmeldung jedoch ohnehin nur für volljährige Spieler möglich. Bei solchen Veranstaltungen müssen die Spieler vor dem Betreten der Halle stets ihren Ausweis zeigen. WarCraft 3 ist im Übrigen ab 12 Jahren freigegeben, Counter-Strike 1.6 ab 16.

Politischer Druck im Ländle wächst

Bürgermeister Weigt sagte Golem.de, dieser Absage sei eine lange Diskussion vorausgegangen. Er habe mit "vielen Pädagogen und Polizisten gesprochen, die meinen, dass diese Spiele schädliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche haben". Mit dem Verweis auf die Absage des Intel Friday Night Games in Karlsruhe fügte er noch hinzu: "Auch unser Innenminister und der Städte- und Gemeindetag sprechen sich gegen solche Veranstaltungen aus." In Baden-Württemberg ist Heribert Rech (CDU) Minister des Inneren.

Besonders glücklich ist Weigt mit dem bisherigen Ergebnis in seiner Gemeinde nicht: "Ich will keinen Hehl daraus machen, dass das bisher eine einseitige Diskussion ist", sagte er. Er will sie aber nach der jetzigen Absage fortsetzen, auch und vor allem mit den Spielern. Von den E-Mails, die ihn seit der Absage der LAN-Party erreicht hätten, müsse er aber "99 Prozent wegwerfen", weil sich die aufgebrachten Gamer grob im Ton vergriffen hätten.

Einen Vertrag über die Anmietung der gemeindeeigenen Altenbürg-Halle, in der die LAN-Party wie frühere Ausgaben hätte stattfinden sollen, hat es nach Darstellung von Sven Weigt nicht gegeben. Einen solchen hätte der Bürgermeister auch eingehalten, sagte er. Vielmehr habe es mit "unseren Computerfreunden" wie bisher nur eine mündliche Abmachung gegeben.

Für die Fans von LAN-Partys kommt dieser erste Fall einer Absage einer Veranstaltung für mehrere hundert Spieler, die durch die Killerspiele-Diskussion begründet wird, zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt. Gerade während der Sommerferien finden viele derartige Partys statt, auch wenn die meisten - wie die nun geplatzte CXT - nur für volljährige Spieler gedacht sind. Die kleine Gemeinde Karlsdorf-Neuthard könnte hier einen Präzedenzfall geschaffen haben, auf den sich andere Bürgermeister berufen könnten.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 1,29€
  2. 39,99€
  3. + Prämie (u. a. Far Cry 5, Elex, Assassins Creed Origins) für 62€
  4. 26,99€

d3wd 03. Jul 2010

Wenn man von Person zu Person "würgt". ~d3wd

Leser 07. Jul 2009

Nur schade das der größte teil des Planeten zugetrollt ist em zugemüllt oder doch...

Gustav 06. Jul 2009

Nur um den letzten Satz klar zu stellen. Schwarzangeln in der 8ten Klasse, 8...

redwolf 06. Jul 2009

Kids, read Lovecraft not Warcraft.

redwolf 06. Jul 2009

Genau lieber Versklavungsparteien wählen, wir können eh nichts ändern. -NICHT Piraten FTW!


Folgen Sie uns
       


LG Display CSO light angesehen (Light Building 2018)

Auf der Light + Building 2018 zeigt LG Display Licht, das auch Ton produziert.

LG Display CSO light angesehen (Light Building 2018) Video aufrufen
Xperia XZ2 Compact im Test: Sonys kompaktes Top-Smartphone bleibt konkurrenzlos
Xperia XZ2 Compact im Test
Sonys kompaktes Top-Smartphone bleibt konkurrenzlos

Sony konzentriert sich beim Xperia XZ2 Compact erneut auf die alte Stärke der Serie und steckt ein technisch hervorragendes Smartphone in ein kompaktes Gehäuse. Heraus kommt ein kleines Gerät, das kaum Wünsche offenlässt und in dieser Größenordnung im Grunde ohne Konkurrenz ist.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Xperia XZ2 Premium Sony stellt Smartphone mit lichtempfindlicher Dualkamera vor
  2. Sony Grundrauschen an Gerüchten über die Playstation 5 nimmt zu
  3. Playstation Sony-Chef Kaz Hirai verabschiedet sich mit starken Zahlen

God of War im Test: Der Super Nanny
God of War im Test
Der Super Nanny

Ein Kriegsgott als Erziehungsberechtigter: Das neue God of War macht nahezu alles anders als seine Vorgänger. Neben Action bietet das nur für die Playstation 4 erhältliche Spiel eine wunderbar erzählte Handlung um Kratos und seinen Sohn Atreus.
Von Peter Steinlechner

  1. God of War Papa Kratos kämpft ab April 2018

Digitalfotografie: Inkonsistentes Rauschen verrät den Fälscher
Digitalfotografie
Inkonsistentes Rauschen verrät den Fälscher

War der Anhänger wirklich so groß wie der Ring? Versucht da gerade einer, die Versicherung zu betuppen? Wenn Omas Erbstück geklaut wurde, muss die Versicherung wohl dem Digitalfoto des Geschädigten glauben. Oder sie engagiert einen Bildforensiker, der das Foto darauf untersucht, ob es bearbeitet wurde.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. iOS und Android Google lanciert drei experimentelle Foto-Apps
  2. Aufstecksucher für TL2 Entwarnung bei Leica

    •  /