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Aldi bringt 12-Zoll-Netbook mit AMD-Prozessor und HDMI (Upd)

Medion Akoya Mini E1312 ab 6. Juli 2009 bundesweit im Handel. Rechtzeitig vor der Urlaubssaison bringt Aldi wie im vergangenen Jahr ein Netbook auf den Markt. Statt Intels Atom steckt im "Mini E1312" aber ein Sempron-Prozessor von AMD, das Display ist mit 11,6 Zoll größer als bei den meisten Netbooks. Dafür kostet das Gerät aber auch 399 Euro.
/ Nico Ernst
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In der Oberklasse der Netbooks, wo für 400 Euro sonst besonders flache und leichte Geräte zu finden sind, will Aldi mit einer Ausstattung punkten, die sonst bisher kein Netbook auf dem deutschen Markt so bietet. Auffallend ist vor allem das 16:9-Display, das auf 11,6 Zoll Diagonale 1.366 x 768 Pixel zeigt. Das sind rund 70 Prozent mehr Bildschirminhalt als bei 10-Zoll-Netbooks mit 1.024 x 600 Pixeln. Ob der Bildschirm mattiert ist oder spiegelt, geht aus dem Aldi-Prospekt nicht hervor.

Ob sich allerdings mit dem E1312 die Laufzeiten von über vier Stunden erreichen lassen, die auch Netbooks der 300-Euro-Klasse inzwischen erreichen, darf bezweifelt werden. Als Prozessor kommt AMDs Sempron 210U(öffnet im neuen Fenster) (1,5 GHz, 256 KByte L2-Cache) zum Einsatz. AMD gibt für diese CPU eine TDP von 15 Watt an. Als Ausgleich liefert Medion einen 6-Zellen Akku mit, macht aber noch keine Angaben zu Gewicht und Abmessungen des Netbooks mit dem großen Stromspeicher. Ausgehend von Displaygröße und Akku dürfte der Rechner rund 1,5 Kilogramm schwer sein.

Als Chipsatz dient der Radeon X1250(öffnet im neuen Fenster), den AMD bereits Anfang 2007 auf den Markt brachte. Dessen Grafikkern beherrscht DirectX-9 mit Shader Model 3.0, nicht aber DirectX-10. HD-Videos kann der Baustein nicht vollständig alleine decodieren, ein HDMI-Port ist dennoch neben VGA am E1312 vorhanden. Nach den Erfahrungen mit ähnlich bestückten Mobilrechnern sollten HD-Videos in 720p keine Probleme bereiten. FullHD wie von Blu-ray-Discs mit einem externen Laufwerk mit dem neuen Aldi-Netbook wiederzugeben wird vermutlich kaum ruckelfrei funktionieren.

Während AMDs günstiger Neo-Prozessor MV-40(öffnet im neuen Fenster) mit 1,6 GHz, der für bezahlbare Flach-Notebooks gedacht ist, 512 KByte L2-Cache besitzt, sind es bei dem von Medion verbauten Sempron 210U nur 256 KByte. Außerdem ist er mit 1,5 GHz etwas langsamer getaktet. Seine Rechenleistung sollte so auf dem Niveau des Atom N270 oder leicht darunter liegen. Der Neo MV-40 ist dagegen rund ein Drittel schneller als Intels N270. Beide AMD-Prozessoren gehören aber zusammen mit dem Chipsatz X1250 laut AMD zur Yukon-Plattform.

Der Rest der Hardwareausstattung ist – Microsofts Beschränkungen für die ULCPC-Lizenz geschuldet – das, was auch in fast allen andere Netbooks steckt: Die Festplatte fasst 160 GByte, der Arbeitsspeicher besteht aus 1 GByte DDR2-Speicher ungenannter Geschwindigkeit. Auffällig sind WLAN nach 802.11n-Draft und Bluetooth 2.1. Der Ethernet-Port erreicht maximal 100 MBit/s und auch 3 x USB 2.0, eine 1,3-Megapixel-Webcam und der Kartenleser für SD, MS und MMC sind Standardkomponenten. Für Audio stehen klassenüblich nur ein Mikrofon- und ein Line-Ausgang zur Verfügung, Letzterer dient auch für Kopfhörer.

Die Softwareausstattung liegt wie bei den meisten Aldi-Rechnern über dem Durchschnitt. Neben Windows XP Home mit SP3 gibt es noch Microsoft Works 9.0 und Cyberlinks PowerDVD 8, CorelDraw Essentials 3 und Corel MediaOne als Vollversionen. Microsoft Office 2007 und die Internet-Security-Suite von Bullguard sind nur als zeitlich begrenzte Testversionen installiert.

Medion erklärte Golem.de, dass das Netbook ab dem 6. Juli 2009 bei Aldi-Nord und Aldi-Süd angeboten wird. Bei Stichproben in Berlin und München lag der hier wiedergegebene Prospekt in den Filialen noch nicht aus. Bei einem Aldi-Markt in München war jedoch schon ein Plakat mit dem Angebot aufgehängt, das aber nur einen Teil der technischen Daten enthielt. Die Scans des Prospekts stammen nicht von Medion, sondern wurden der Redaktion von dritter Seite zur Verfügung gestellt.

Nachtrag vom 2. Juli 2009, um 10:30 Uhr:
Inzwischen ist das Angebot auf den Webseiten von Aldi-Nord(öffnet im neuen Fenster) und Aldi-Süd(öffnet im neuen Fenster) zu finden. Das E1312 wird also bundesweit in die Läden kommen. Das Gewicht des Geräts liegt laut Aldi mit dem 6-Zellen-Akku bei "ca. 1,5 kg", eine genauere Angabe gibt es nicht. Manche frühere 10-Zoll-Netbooks wie der Eee PC 1000H wiegen jedoch fast genau so viel.

Die Grundfläche des Rechners misst 29,2 x 20,2 Zentimeter, er ist also rund 3 Zentimeter breiter als 10-Zoll-Netbooks und etwa 2 Zentimeter tiefer. Das keilförmige Gehäuse ist vorne 2,7 und hinten 3,2 Zentimeter dick.

In einer Flash-Animation bei Medion(öffnet im neuen Fenster) ist zu sehen, wie die Anschlüsse positioniert sind. Strom bekommt das Netbook von hinten links, dort sitzt auch der VGA-Port, die Ethernet-Buchse ist hinten rechts. Betreibt man den Rechner also kabelgebunden am Schreibtisch, nehmen die Kabel auf beiden Seiten Platz weg. Der HDMI-Port sitzt auf der linken Seite zwischen Handballenauflage und Tastatur. Eine weitere Eigenheit: Die äußerste linke Taste in der unteren Zeile der Tastatur ist mit "Fn" belegt, nicht mit "Strg", wie es auf Desktop-Tastaturen und bei den meisten Mobilrechnern üblich ist.


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