Jörg Tauss über Politiker, Kühe und das Internet

Die Folgen der Unkenntnis seien gravierend. Die Abgeordneten betrachteten das Internet nicht "als technisches Netz oder als Kommunikationsinfrastruktur", sondern als "etwas, wo man eben Böses bekommen kann und wo vermeintlich das Böse auch herkommt und die Gesellschaft durchdringt". Das Netz spiegele nicht Probleme wider, sondern verursache sie - "in beliebiger Reihenfolge und austauschbar Islamismus, Pornos, Hacker, Bombenbauanleitungen, Terroristen, Rechtsradikale und dann auch noch amoklaufende Jugendliche et cetera". Entsprechend einfach sei es gewesen, ihnen weiszumachen, dass "das auch bei uns bekämpft werden" muss.

Bloß keine schlechte Presse riskieren

Ein anderer Teil der SPD, zu dem Tauss namentlich Peter Struck und Franz Müntefering zählt, hätten aus Kalkül für das Gesetz gestimmt - aus Furcht, "ein negatives Medienecho zu bekommen". Für diese SPD-Politiker sei das Internet eine Welt, "in die man preiswert und ohne Portokosten 'etwas hinschicken' kann. Bevorzugt nette Worte über sich selbst oder die Partei." Sie akzeptierten moderne Kommunikationsformen wie Internet, Bloggen oder Twittern - aber nur "sofern es nicht gerade aus der Fraktion ist oder voreilig das Ergebnis der Bundespräsidentenwahl."

Es sei schließlich diese "Mischung aus Borniertheit, Uninformiertheit, technischem Desinteresse, der guten Absicht, wenigstens 'etwas' zu tun, Angst vor der Bild-Zeitung" gewesen, die seine Kollegen in der Fraktion dazu gebracht habe, die Bedenken von Experten und Onlinepetenten in den Wind zu schlagen und mit der Union für die Internetsperren zu stimmen.

Vordenker im Zwielicht

Bevor er am Wochenende von der SPD in die Piratenpartei gewechselt ist, war Tauss lange Jahre der Internetvordenker der Sozialdemokraten. Schon Mitte der 1990er Jahre trieb er die Onlineaktivitäten der Partei voran, beispielsweise durch Gründung des virtuellen Ortsvereins. Er haderte schon mit der Vorratsdatenspeicherung und dem BKA-Gesetz. Doch nach der Verabschiedung der Internetsperren war für ihn das Maß voll.

Im Frühjahr 2009 war Tauss im Zusammenhang mit Kinderpornografie ins Zwielicht geraten. Die Behörden hatten seine Büros in Berlin und Karlsruhe durchsucht und dabei einschlägiges Material gefunden. Tauss begründete den Besitz des kinderpornografischen Materials später mit eigenen Ermittlungen in der Szene.

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Tach 26. Jun 2009

Das musst Du Deine Zensurbehoerden fragen. Woher soll ich das wissen, lol.

Ogr 25. Jun 2009

Selbst wenn. Ich persönlich würde sie trotzdem wählen, da dass ganze dann zu...

Anonymer Nutzer 25. Jun 2009

...wir von Herrn Tauss hören. Nennt mich paranoid, aber nach den Ungereimtheiten im Bezug...

Bibabuzzelmann 25. Jun 2009

Guckt mal, ein neues Gesetz ^^ "Armin Laschet, Jugendminister in Nordrhein-Westfalen, hat...



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