Geheimdienstchef wird oberster US-Cyberkrieger

Zum Chef der US-Cyberkrieger im Rang eines Generals hat US-Verteidigungsminister Robert Gates Keith Alexander berufen. Alexander ist Chef des Geheimdienstes National Security Agency (NSA) im Rang eines Generalleutnants. Cybercoms Aufgabe ist es, die Netze der militärischen Einrichtungen gegen Angriffe und Eindringlinge von außen zu schützen.
Cybercom wird Teil des United States Strategic Command (USSTRATCOM), dem die Atomstreitkräfte unterstehen. Seit 2003 ist USSTRATCOM zudem auch für Command and Control, Communications, Computers, Intelligence, Surveillance and Reconnaissance (Kommando und Kontrolle, Kommunikation, Computer, Geheimdienstinformationen, Überwachung und Aufklärung, kurz: C4ISR) zuständig. Cybercom soll im Oktober seine Arbeit aufnehmen und ein Jahr später voll einsatzbereit sein.
Keine Militarisierung des Cyberspace?
DoD-Mitarbeiter sagten der Nachrichtenagentur AFP(öffnet im neuen Fenster) , Cybercom werde sich auch um die offensive Seite kümmern, um die Möglichkeit zu haben, auf Angriffe aus dem Cyberspace zu reagieren. Das DoD verfügt laut Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) über "tausende von Cyberkriegern" , von denen die meisten künftig voraussichtlich der neuen Kommandostelle unterstellt werden.
Das hat Kritiker auf den Plan gerufen, die Bedenken äußerten, Cyberkrieger verletzten möglicherweise die Privatsphäre, die diplomatischen Gepflogenheiten oder die Souveränität anderer Staaten. Das wies DoD-Sprecher Bryan Whitman laut New York Times(öffnet im neuen Fenster) zurück. "Ich kann nicht oft genug wiederholen, dass es nicht um die Militarisierung des Cyberspace geht." Es handele sich um einen interne Umstrukturierung, die dem Verteidigungsministerium dazu diene, die Computersicherheit an einer Stelle zu bündeln, so Whitman.



