Intels SFI: Schlanke Alternative zu BIOS und ACPI
Unter der eigenen Domain Simplefirmware.org(öffnet im neuen Fenster) hat Intel nun die Entwurfsversion 0.6(öffnet im neuen Fenster) (PDF) der SFI-Spezifikation veröffentlicht. SFI soll vor allem mit den großen und fehlerträchtigen ACPI-Tabellen aufräumen, die heute vom Chipsatz bis zur Grafikkarte fast alle Teile eines PCs mitbringen. In diesen Tabellen muss jede Komponente dem Betriebssystem mitteilen, über welche Ressourcen und Funktionen sie verfügt. Das OS steuert die Bauteile dann entsprechend - und auch entsprechend falsch, wenn die Tabellen nicht korrekt sind.
Das führt dann beispielsweise dazu, dass Geräte ihre Stromsparfunktionen viel seltener einschalten, als sie eigentlich könnten, weil das Betriebssystem nicht darüber informiert wird, wann etwa eine Datenübertragung abgeschlossen ist.
Ein Großteil der seit 13 Jahren entwickelten ACPI-Funktionen , etwa für Prozessor, Chipsatz und Bussysteme, muss zudem vom immer komplexer werdenden PC-BIOS gestellt werden, das schon über 20 Jahre auf dem Buckel hat. Mit Ausnahme der Apple-Welt konnte sich die modernere BIOS-Variante EFI noch nicht durchsetzen.
Nach Meinung von Intel brauchen aber einfache Geräte, deren Konfiguration sich zudem nie ändert, die Flexibilität von ACPI und BIOS gar nicht. Anders als bei den ACPI-Tabellen sollen die Komponenten mit SFI über Funktionen, die sie ohnehin schon mitbringen, das Betriebssystem über ihren Status unterrichten. Der Prozessor beispielsweise kann seine Eigenschaften über den bei allen x86-CPUs einheitlichen Befehl "CPUID" mitteilen. PCI-Geräte verfügen über eine eigene ID und einen Registersatz, über den sie ebenfalls kommunizieren können.
Bestehende Komponenten, die bereits über Funktionen nach AHCI und EFI verfügen, können aber auch um SFI erweitert werden, die Entwicklung muss also nicht von vorn begonnen werden. Gedacht ist SFI bisher nur für die Plattform Moorestown , bei der Intel erstmals einen Atom-Kern mit Grafik in ein SoC integrieren will. Moorestown soll noch 2009 auf den Markt kommen. Einen Patch für den nächsten Linux-Kernel, die Version 2.6.32, gibt es ebenfalls schon. Für die "Mobile Internet Devices" (MID) auf Basis von Moorestown sieht Intel nämlich nicht Windows Mobile oder gar Windows 7 vor, sondern Moblin .



