Abo
  • Services:
Anzeige

Regulierer warnt vor Kartellen beim Internetausbau

Kurth: Zusammenarbeit darf nicht zu Wettbewerbsbehinderungen führen

Die Bundesnetzagentur warnt vor Behinderungen des Wettbewerbs beim flächendeckenden Ausbau des schnellen Internets. Zwar befürworte er Kooperationen beim Glasfaserausbau durchaus, sagte der Präsident der Behörde, Matthias Kurth, dem Handelsblatt. "Allerdings gibt es klare Grenzen."

"Es darf durch die Zusammenarbeit der Anbieter nicht zu Wettbewerbsbehinderungen kommen, es dürfen keine abgeschotteten Kartelle entstehen", warnte Kurth.

Die Bundesregierung hatte im Februar ihre Breitbandstrategie verabschiedet. Ziel ist es, bis Ende 2010 eine flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigen Internetverbindungen zu erreichen. 2014 sollen bereits 75 Prozent der Haushalte Internetverbindungen nutzen können, die Übertragungsraten beim Download von mindestens 50 MBit/s ermöglichen. Um eine rasche Umsetzung der Ziele zu ermöglichen, sind auch Kooperationen verschiedener Anbieter möglich und in der Praxis bereits Realität. So verlegen beispielsweise Deutsche Telekom und Vodafone im Rahmen eines Pilotprojektes in Würzburg und Heilbronn gemeinsam Glasfaserleitungen. Weitere Vereinbarungen über solche Pilotprojekte hinaus gibt es allerdings bislang nicht.

Anzeige

"Die Kooperationen werden nicht nur von uns zu beurteilen sein. Wir stehen in dieser Frage in intensivem Kontakt mit dem Bundeskartellamt", sagte Kurth. Der Zugang Dritter zu den Infrastrukturen müsse diskriminierungsfrei möglich sein, sagte der Chefregulierer. "Die Kunst besteht darin, einen Ausgleich der Interessen zu schaffen. Wir werden sehr genau darauf achten, welche Bedingungen die kooperierenden Anbieter Dritten stellen, die ja auch zur Finanzierung Beiträge leisten wollen."

Die Bundesregierung hat den Unternehmen grundsätzlich eine "investitions- und wachstumsorientierte Regulierung" in Aussicht gestellt, damit die Ausbauziele erreicht werden können. Wie die regulatorischen Rahmenbedingungen für den Ausbau der Breitbandinfrastruktur aussehen sollen, hat die Bundesnetzagentur Mitte Mai 2009 in einem Eckpunktepapier dargelegt, das von den Akteuren der Branche noch bis zum 1. Juli 2009 in einem Konsultationsverfahren diskutiert werden kann. "Jeder ist willkommen, dazu Input zu geben", sagte Kurth.

Grundsätzlich weist der Chef der Netzagentur Forderungen zurück, angesichts der Wirtschaftskrise in Fragen der Regulierung die Zügel schleifen zu lassen. Regulierung müsse dazu beitragen, die Wettbewerbsdynamik aufrechtzuerhalten. "Wenn der Wettbewerb stark ist, wenn Unternehmen die Gefahr sehen, Kunden zu verlieren, ist dies der beste Garant für zusätzliche Investitionen", sagte Kurth. Es sei eine "fatale Fehleinschätzung", davon auszugehen, mit weniger Wettbewerb rege man höhere Investitionen an.

Aus Sicht der Wirtschaft hat der rasche Ausbau des schnellen Internets hohe Priorität. Derzeit klagten viele Unternehmen über Probleme mit Breitbandanschlüssen, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben bei einer Konferenz zum Thema Breitband im Bundeswirtschaftsministerium. Neue Kontakte zu Kunden und die Erschließung neuer Märkte seien vor allem mit dem Internet möglich. Ein schneller Internetzugang sei heute so wichtig wie die klassischen Verkehrswege. Wansleben kritisierte, die Bundesregierung habe in ihren beiden Konjunkturprogrammen zu wenig Geld für das Thema Breitbandausbau vorgesehen. Die flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet sei wichtiger als das Ausbessern von Schlaglöchern in den Straßen.

Nach Einschätzung von Wirtschaftsstaatssekretär Bernd Pfaffenbach lässt sich der flächendeckende schnelle Internetzugang nur realisieren, wenn auch die Funkfrequenzen genutzt werden, die durch die Digitalisierung des Rundfunk- und Fernsehempfangs frei werden. Der Bundesrat hatte am 12. Juni 2009 einer entsprechenden Verordnung zugestimmt. Nun sei es Aufgabe der Bundesnetzagentur, die Frequenzen schnell zu vergeben, sagte Pfaffenbach. Laut Pfaffenbach sollen die freien Funkfrequenzen vom nächsten Jahr an für das Internet genutzt werden können. Ein Ausbau des Glasfasernetzes bis in den letzten Winkel der Republik sei zu teuer und somit unrealistisch. Doch auch mit Internet über Funk werde es auch künftig "gewisse Leistungsunterschiede" zwischen den Verbindungen in den Ballungsräumen und denen in ländlichen Räumen geben, sagte der Staatssekretär. [von Klaus Stratmann / Handelsblatt]


eye home zur Startseite
redwolf_ 23. Jun 2009

FULLACK aber IPTV/kein IPRadio/kein YouTube, würde ich trotzdem anbieten ;)



Anzeige

Stellenmarkt
  1. SSC-Services GmbH, Böblingen bei Stuttgart
  2. Dataport, Hamburg, Altenholz bei Kiel
  3. Schwarz IT Infrastructure & Operations Services GmbH & Co. KG, Neckarsulm
  4. INSYS MICROELECTRONICS GmbH, Regensburg


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 5,00€
  2. 9,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Windows 10

    Microsoft will auf Zwangsupdates verzichten

  2. Brio 4K Streaming Edition

    Logitech-Kamera für Lets-Player und andere Streamer

  3. Vor Bundestagswahl

    Facebook löscht Zehntausende Spammer-Konten

  4. Bilderkennung von Google

    Erste Hinweise auf Lens in der Google-App

  5. Open Source

    Node.js-Führung zerstreitet sich über Code-of-Conduct

  6. Enigma ICO

    Kryptowährungshacker erbeuten halbe Million US-Dollar

  7. SNES Classic Mini

    Mario, Link und Samus machen den Moonwalk

  8. Bixby

    Samsungs Sprachassistent kommt auf Englisch nach Deutschland

  9. Apache-Lizenz 2.0

    OpenSSL-Lizenzwechsel führt zu Code-Entfernungen

  10. Knights Mill

    Intels Xeon Phi hat 72 Kerne und etwas Netburst



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Nach Anschlag in Charlottesville: Nazis raus - aber nur aus PR-Gründen
Nach Anschlag in Charlottesville
Nazis raus - aber nur aus PR-Gründen
  1. Bundesinnenministerium Neues Online-Bürgerportal kostet 500 Millionen Euro
  2. EU-Transparenz EuGH bekräftigt nachträglichen Zugang zu Gerichtsakten
  3. Rücknahmepflicht Elektronikschrott wird kaum zurückgegeben

Radeon RX Vega 64 im Test: Schnell und durstig mit Potenzial
Radeon RX Vega 64 im Test
Schnell und durstig mit Potenzial
  1. Radeon RX Vega Mining-Treiber steigert MH/s deutlich
  2. Radeon RX Vega 56 im Test AMD positioniert sich in der Mitte
  3. Workstation AMD bringt Radeon Pro WX 9100

Threadripper 1950X und 1920X im Test: AMD hat die schnellste Desktop-CPU
Threadripper 1950X und 1920X im Test
AMD hat die schnellste Desktop-CPU
  1. Ryzen AMD bestätigt Compiler-Fehler unter Linux
  2. CPU Achtkerniger Threadripper erscheint Ende August
  3. Ryzen 3 1300X und 1200 im Test Harte Gegner für Intels Core i3

  1. Re: Schade, dass Vega nicht nochmal so ein Sprung...

    jose.ramirez | 22:46

  2. Re: Resignation der Nutzer

    Apfelbrot | 22:44

  3. Re: warum denke ich bei solchen Meldungen immer...

    Azzuro | 22:43

  4. Re: Fuer mich als Linux-Gelegenheitsgamer...

    jose.ramirez | 22:42

  5. Re: Passwortsystem

    Apfelbrot | 22:41


  1. 18:04

  2. 17:49

  3. 16:30

  4. 16:01

  5. 15:54

  6. 14:54

  7. 14:42

  8. 14:32


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel