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Spieletest: Fuel - Vollgas trotz Klimakatastrophe

Rennspiel in riesiger, offener Welt. Die Erde ist dank globaler Erwärmung fast vollständig unbewohnbar geworden, die Öl-Vorräte sind erschöpft. Ein paar Unverbesserliche geben weiterhin Vollgas, um sich die verbliebenen Benzinreserven unter den Nagel zu reißen. In Fuel ist der Spieler einer dieser Raser, die für einen Kanister mit fossilen Brennstoffen von Checkpoint zu Checkpoint hetzen.
/ Thorsten Wiesner
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Fuel zeigt beispielhaft, warum die meisten Rennspiele ohne Hintergrundgeschichte auskommen. Der Mix aus Endzeitatmosphäre und Kampf um den letzten Tropfen Öl wirkt aufgesetzt und undurchdacht. Glücklicherweise dauert es nicht lang, bis das erste Mal hinterm Lenkrad Platz genommen werden darf. Die Story lässt sich also ignorieren.

Fuel versucht sich von anderen Rennspielen vor allem durch die riesige, frei befahrbare Welt abzuheben. Laut den Entwicklern ist hier eine Fläche von 14.000 Quadratkilometern erkundbar; angesichts der oft nicht enden wollenden Asphaltstraßen keine unglaubwürdige Zahl. Zudem wurde Wert auf wechselnde Szenerien gelegt: Wüsten, Dschungel, Stadtkurse – unterwegs gibt es einiges zu sehen, Detailgrad und Geschwindigkeitsgefühl überzeugen meist. Jederzeit darf der Asphalt verlassen werden, wer glaubt, eine Abkürzung zu kennen, biegt von der Straße ab und versucht sein Glück offroad.

Leider haben die Entwickler versäumt, die Kurse lebendig zu gestalten. Passend zum Endzeitszenario, aber unpassend für den Spielspaß wird oft längere Zeit durch sterile, eintönige Gegenden gerast. Da sorgt das dynamische Wettermodell inklusive Regen und Wind nur begrenzt für Abhilfe. Manche Aufgaben sind so eintönig wie eben eine regnerische Fahrt über eine verlassene Landstraße.

Nichts zu bemängeln gibt es dafür an den zahlreichen, einfallsreich gestalteten Fahrzeugen wie Trucks und Buggys sowie den unterschiedlichen Renntypen: Als erster von A nach B kommen ist genauso gefragt wie Checkpointrasereien oder ungewöhnlichere Aufgaben, wie etwa ein Fahrduell gegen einen Hubschrauber. Erfolge bringen Punkte ein, die wiederum Zugang zu weiteren Vehikeln und zusätzlichen Bereichen auf der Karte ermöglichen.

Wer keine Lust mehr auf die Einzelspieler-Herausforderungen hat, kann zudem im Onlinemodus antreten. Der hat den Vorteil, dass andere Spieler ebenfalls auf der Suche nach neuen Rennevents sind und die Welt somit lebendiger wirkt.

Fuel ist für Playstation 3 (hier getestet) und Xbox 360 im Handel erhältlich und kostet etwa 60 Euro. Eine PC-Umsetzung soll am 25. Juni erscheinen und etwa 50 Euro kosten. Das Spiel hat eine USK-Einstufung ab 6 Jahren erhalten.

Fazit

Eine beeindruckend große Spielwelt, schön anzusehende Fahrzeuge, aber auch viel Langeweile. Die Entwickler von Fuel haben sich zu sehr auf die frei befahrbare Szenerie verlassen und die Atmosphäre dabei vernachlässigt. Trotz guter Steuerung und gelungener Optik will sich nur begrenzt Spannung und Spielspaß einstellen. Fuel wirkt oft zu unbelebt und monoton, um zu begeistern.


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