US-Elektrizitätswirtschaft sagt Cyberspionen den Kampf an
Aufgeschreckt durch die Funde von Spionagesoftware wollen die US-Energieversorger ihre Systeme, die das Stromnetz steuern, systematisch untersuchen. Ziel sei, herauszufinden, ob und wie weit Cyberspione die Netze bereits infiltriert haben, berichtet das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf eingeweihte Quellen.
Die North American Electric Reliability Corporation (NERC) verhandele bereits mit einem Dienstleister, der in den Systemen nach Lücken und Malware suchen soll, so die Zeitung. Die NERC ist ein Non-Profit-Unternehmen, dessen Aufgabe darin besteht, die Funktionsfähigkeit des nordamerikanischen Stromnetzes sicherzustellen.
Geheimdienste entdeckten Lecks zuerst
Das Programm sei das erste auf Industrieebene, das sich der Cyberspionage widmet. Oft seien es die US-Geheimdienste, die Einbrüche in die Computernetze von Unternehmen entdecken, so die Zeitung. So waren es auch Computerforensiker des Secret Service, die Anfang des Jahres die Sicherheitslücke beim US-Zahlungsdienstleister Heartland Payment Systems aufdeckten. Die Spezialisten des Unternehmens hatten das Leck nicht aufspüren können.
Gleichzeitig hat die NERC eine Reihe von Initiativen zum Schutz vor Cyberangriffen ins Leben gerufen. Dazu gehört unter anderem ein Cyberwar-Planspiel, bei dem die Systeme einiger Energieunternehmen auf die "Fähigkeit, Cyberzwischenfälle zu erkennen, darauf zu reagieren und sie zu mildern" überprüft werden sollen, so die NERC. "Cybersicherheit und der Schutz der kritischen Infrastruktur genießen weiterhin höchste Priorität in unserer Organisation" , sagte NERC-Chef Rick Sergel.
Im April 2009 war bekannt geworden, dass Cyberspione in die Systeme der Elektrizitätsversorgung eingedrungen waren und dort Sabotagesoftware installiert haben, mit deren Hilfe die Systeme lahmgelegt werden können.
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