China: Einsatz von Filtersoftware "nicht verpflichtend"

Hersteller müssen Software dem Computer nur beilegen

Die chinesische Regierung hat sich Protesten gegen die Filtersoftware Green Dam offensichtlich gebeugt. Die Software müsse Computern lediglich beigelegt werden, der Nutzer entscheide selbst, ob sie installiert werde. Der Pflichteinsatz sei ein Missverständnis gewesen, sagte ein Sprecher des zuständigen Ministeriums.

Artikel veröffentlicht am ,

Nach massiven Nutzerprotesten hat die chinesische Regierung offensichtlich einen Rückzieher gemacht: Der Einsatz der Filtersoftware 'Green Dam - Youth Escort' sei "nicht verpflichtend", ließ das Ministerium für Industrie und Informationstechnik (MIIT) verlauten, wie die in Shanghai erscheinende englischsprachige Tageszeitung China Daily berichtet.

Stellenmarkt
  1. SAP HCM / Fiori / ABAP Entwickler (m/w/x)
    über duerenhoff GmbH, Raum Karlsruhe, deutschlandweit (Home-Office)
  2. SAP Analytics Cloud Berater (m/w/x)
    über duerenhoff GmbH, Mannheim
Detailsuche

Die Darstellungen der Regierung, die Nutzer müssten das Programm auf ihrem Rechner zwingend einsetzen, beruhten auf einem Missverständnis, sagte ein Mitarbeiter der für Software zuständigen Abteilung des Ministeriums, der namentlich nicht genannt werden wollte. "Die Hersteller müssen lediglich die Installationsdatei auf der Festplatte des Computers speichern oder eine CD-ROM mit dem Programm beilegen."

Entscheidung über Einsatz liegt beim Nutzer

In der vergangenen Woche hatte Rebecca MacKinnon, früher CNN-Asien-Korrespondentin und heute Journalismusprofessorin an der Universität in Hongkong, in ihrem Blog RConversation einen Erlass der Regierung veröffentlicht. Darin heißt es, ab 1. Juli 2009 müsse Green Dam auf allen Computern, die in China verkauft werden, installiert sein. Zusätzlich müsse das Programm als CD beigelegt werden, damit es nach einem Datenverlust wieder aufgespielt werden könne. Das ist offensichtlich überholt: Die "endgültige Entscheidung", ob das Programm installiert werde, liege beim Computerbesitzer, stellte der MIIT-Mitarbeiter klar. "Die Rolle der Regierung beschränkt sich darauf, dafür zu sorgen, dass die Software entwickelt wird, und sie kostenlos zur Verfügung zu stellen."

Der Erlass hatte den Unmut zahlreicher Nutzer hervorgerufen, den sie lautstark im Internet äußerten. Unter anderem kursierten massenhaft Karikaturen, die sich über das Programm und den Einsatz lustig machten.

Sperrlisten sollen nicht von der Regierung stammen

Golem Karrierewelt
  1. Angular für Einsteiger: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    19./20.12.2022, Virtuell
  2. Adobe Premiere Pro Grundkurs: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    27./28.10.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Gedacht ist Green Dam als Filtersoftware, die Jugendlichen den Zugang zu gewaltverherrlichenden und pornografischen Inhalten verwehren soll. Kritiker befürchten jedoch, dass es sich auch um einen Zensurfilter handelt, der den Zugang zu missliebigen Websites sperrt, was die Regierung in Peking jedoch zurückgewiesen hat. Der MIIT-Mitarbeiter bekräftigte noch einmal, dass die Liste der geblockten Websites und Begriffe nicht von der Regierung stamme.

Informatiker aus den USA raten indes aus einem anderem Grund vom Einsatz des Green Dam ab: Sie haben das Programm getestet und massive Sicherheitslücken entdeckt. Es sei Angreifern möglich, Malware auf den Rechner zu schmuggeln und die Kontrolle darüber zu übernehmen. Dem MIIT seien die Sicherheitslücken bekannt, gab der Mitarbeiter zu. "Der Softwarehersteller wurde angewiesen, schnell Patches bereitzustellen, um die Probleme zu lösen."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Taifun 17. Jun 2009

Natürlich nicht. Ein Filter auf dem PC ist trivial zu umgehen und natürlich ist das auch...

DoppelA 17. Jun 2009

Soso, Tippfehler mit Intelligenz gleichsetzen.. Na dann bist du auch ein gaaaaanz...

WLAN surfer 17. Jun 2009

Und was macht die Ursula? Warum haben wir keine so Software? Kann doch nicht angehen das...

gschmitt 17. Jun 2009

Bei Dr. Schäuble sind es i.d.R. auch immer Mißverständnisse. SCNR



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Next Generation wird 35
Der Goldstandard für Star Trek

Mit Next Generation wollte Paramount den Erfolg der ursprünglichen Star-Trek-Serie nutzen - und schuf dabei eine, die das Original am Ende überstrahlte.
Von Tobias Költzsch

Next Generation wird 35: Der Goldstandard für Star Trek
Artikel
  1. Berufsschule für die IT-Branche: Leider nicht mal ausreichend
    Berufsschule für die IT-Branche
    Leider nicht mal "ausreichend"

    Lehrmaterial wie aus einem Schüleralbtraum, ein veralteter Rahmenlehrplan und nette Lehrer, denen aber die Praxis fehlt - mein Fazit aus drei Jahren als Berufsschullehrer.
    Ein Erfahrungsbericht von Rene Koch

  2. Video-Codecs: Fedora deaktiviert Hardware-Beschleunigung wegen Patenten
    Video-Codecs
    Fedora deaktiviert Hardware-Beschleunigung wegen Patenten

    Das für seinen strikten Umgang in Bezug auf Patente bekannte Fedora-Projekt geht damit wohl einen ähnlichen Weg wie seit Jahren schon Microsoft.

  3. Markus Haas: Telefónica verspricht 500 MBit/s mit DVB-T2-Frequenzen
    Markus Haas
    Telefónica verspricht 500 MBit/s mit DVB-T2-Frequenzen

    Mit mehr Frequenzen wären 500 MBit/s im Mobilfunk erreichbar, begründet Telefónica-Chef Markus Haas den neuen Vorstoß. DVB-T2 und Veranstaltungstechnik sollen weg.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Saturn Technik-Booster • Viewsonic Curved 27" FHD 240 Hz günstig wie nie: 179,90€ • MindStar (Gigabyte RTX 3060 Ti 499€, ASRock RX 6800 579€) • AMD Ryzen 7000 jetzt bestellbar • Alternate (Kingston Fury DDR5-5600 16GB 96,90€) [Werbung]
    •  /