Amazon-Chef kritisiert Googles Bücherprogramm

Keine Belohnung für massenhafte Urheberrechtsverletzungen

Jeff Bezos, Chef des Onlinehändlers Amazon.com, hat sich zum Gegner von Googles Abkommen mit Verlagen und Autoren erklärt. Er kritisiert, Google werde für seine Urheberrechtsverletzungen belohnt und begrüßt daher, dass das US-Justizministerium Googles Abkommen mit Verlagen und Autoren prüft.

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Googles Abkommen mit US-Verlagen und Autoren über die Nutzung digitalisierter Bücher hat einen weiteren prominenten Gegner: Nach deutschen Politikern, die den den Dienst Google Books stoppen wollen, und dem US-Justizministerium, das kartellrechtliche Bedenken hat, hat sich jetzt Amazon-Chef Jeff Bezos als Gegner von Googles Bücherangebot bekannt, berichtet der US-Branchendienst CNet.

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Bezos äußerte sich zu dem Google-Angebot auf einer Podiumsdiskussion auf der Wired Business Conference in New York. Er kritisierte, dass es das Abkommen Google ermögliche, Bücher zu vermarkten, die das Unternehmen zuvor, ohne die Erlaubnis der Rechteinhaber eingeholt zu haben, digitalisiert hatte. Dafür war Google von Autoren und Verlagen verklagt worden. Im Oktober 2008 hatte sich Google jedoch außergerichtlich mit Verlagen und dem Schriftstellerverband über die Nutzung der gescannten Büchern geeinigt.

Klare Meinung - nur: Welche?

Viele kritisierten, so Bezos, dass Google auch noch "einen Preis dafür bekommt, in großem Maße Urheberrechte verletzt zu haben." So könne es nicht gehen. "Wir haben eine dezidierte Meinung zu dieser Frage", sagte Bezos, lehnte es aber ab, diese öffentlich darzulegen. Er begrüßte es aber, dass das Justizministerium die Einigung unter die Lupe nehmen will. "Unserer Auffassung nach muss dieses Abkommen ganz klar geprüft werden, und es wird geprüft."

Tatsächlich kollidiert Googles Einigung mit den Rechteinhabern mit Amazons Plänen: Google hat sich die exklusive digitale Vermarktung diverser vergriffener Bücher gesichert. Amazon hingegen möchte gern alle je erschienen Bücher für seine E-Book-Reader zugänglich machen.

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An diesem Ziel ist Amazon jedoch noch nicht angelangt: Derzeit umfasst das digitale Angebot nach den Worten Bezos' 300.000 Titel. Die verkauften sich aber erstaunlich gut, sagte Bezos. Vergleiche man die Verkaufszahlen der Titel, die digital und gedruckt vorlägen, machten die digitalen Ausgaben 35 Prozent der Verkäufe aus. Das habe ihn sehr erstaunt.

Tatsächlich hält es Bezos für an der Zeit, dass das gedruckte Buch nach 500 Jahren abgelöst wird. Ihm seien die Mängel eines Buches nicht aufgefallen, einfach weil er daran gewöhnt sei. "Aber man kann die Seiten nicht mit einer Hand umblättern. Ein Buch fällt immer im falschen Moment zu. Sie sind schwer", zählte er auf und resümierte: "Es hat 500 Jahre sehr gute Dienste geleistet. Es war eine unglaubliche erfolgreiche Technik. Aber jetzt ist es Zeit für einen Wandel."

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