Streik legt Joint Venture von Infineon und IBM lahm

Fabrik in Corbeil-Essonnes mit Autos und Lieferwagen blockiert

Seit 15. Juni 2009 sind die Beschäftigten bei Altis Semiconductor, einem Joint Venture von Infineon und IBM, im unbefristeten Streik. Bei dem Verkauf des Werkes im französischen Corbeil-Essonnes drohen 400 Arbeitsplätze verloren zu gehen.

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Bei Altis Semiconductor in Corbeil-Essonnes haben die Gewerkschaften seit 15. Juni 2009 zu einem unbefristeten Streik aufgerufen. Dem seien 700 in der Produktion Beschäftigte gefolgt. "Nur 14 Mitarbeiter haben heute die Arbeit aufgenommen", teilte Emmanuel Lhuillier von der Gewerkschaft CFTC (Confédération Française des Travailleurs Chrétiens) dem Onlinemagazin Silicon.fr mit. "Es ist eine große Aktion. Die Fabrik ist mit Autos und Lieferwagen blockiert. Aber wir hindern die Leute, die arbeiten wollen, nicht daran, an ihre Arbeitsplätze zu gelangen."

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Altis, seit 1999 ein 50:50-Joint-Venture von Infineon und IBM, fertigt in erster Linie Halbleiterkomponenten für Kommunikations-, Automobil- und Sicherheitsapplikationen und ist im Bereich MRAM aktiv.

Grund für den Streik ist der wahrscheinlich bevorstehende Verkauf der Produktionsstätte und der damit verbundene Restrukturierungsplan. Bislang hüllten sich die Hauptaktionäre von Altis, IBM und die deutsche Infineon, über Details in Stillschweigen. Noch ist nach Gewerkschaftsangaben unklar, an wen das Werk verkauft werden soll und zu welchen Bedingungen. "Die Unternehmensführung will vor dem 30. Juni an die Investoren verkaufen, die 60 Millionen Euro zuschießen sollen. Aber zwei Wochen vor dem Termin wissen wir immer noch nicht an wen", beklagt Lhuillier.

Wie viele Arbeitsplätze verloren gehen können, sei noch unklar. Es ist von 400 die Rede, 1.415 würden erhalten bleiben. Aber mit den fünf in dem Werk vertretenen Gewerkschaften sei darüber noch nicht verhandelt worden. Die Arbeitnehmervertretungen wollen Vorruhestandsregelungen und freiwillige Vertragsaufhebung gegen Abfindung statt Kündigungen. Der bisherige Sozialplan beziehe auch nicht alle Angestellten von Altis mit ein, so die CFTC. Seit der Gründung im Jahr 1999 seien bei Altis bereits 2.000 Arbeitsplätze weggefallen.

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Im August 2007 hatten Infineon und IBM einen Grundsatzvertrag unterzeichnet, wonach die Anteile an Altis, an Advanced Electronic Systems AG (AES) verkauft werden sollten. AES ist eine Tochtergesellschaft der russischen Holding Global Information Services (GIS). Im Dezember 2008 waren die Verhandlungen mit AES nicht wie vorgesehen fortgeschritten und konnten nicht abgeschlossen werden, gab Infineon bekannt. Die Gespräche würden mit einem zusätzlichen Interessenten fortgesetzt, hieß es weiter. Der Ausgang der Verhandlungen sei aber offen. [von Meike Dülffer und Achim Sawall]

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