Neuer H.264-Algorithmus komprimiert effizienter
"Die meisten H.264-Encoder verwenden zur Modulation des Quantisierers varianzbasierte Algorithmen" , so Klaas Schüür, technischer Direktor von Dicas(öffnet im neuen Fenster) . "Diese liefern zwar, ebenso wie komplexe, auf rate distortion basierende Verfahren, sehr gute messtechnische Ergebnisse, vernachlässigen aber die jüngsten Erkenntnisse über visuelle Wahrnehmung."
DicasVico hingegen macht sich bei der Kompression zu Nutze, dass das menschliche Gehirn beispielsweise Fehler in hochfrequenten Bildbereichen, also mit starken Bewegungen oder bei feinen Strukturen, nicht so stark wahrnimmt wie etwa in regelmäßigen Mustern oder bei langsamen Bewegungen. Entsprechend steuert DicasVico die Verteilung der Datenmenge gemäß der jeweiligen visuellen Komplexität des Bildausschnitts.
Das menschliche Sehsystem und seine Schwächen nutzen
Bei rein statistischen Messverfahren kann diese selektive Quantisierung zwar zu niedrigen Werten führen, in Wahrnehmungstests zeigt sich jedoch laut Dicas, "dass das Visual-Complexity-Verfahren bei gleicher Datenrate zu einer wesentlich besseren subjektiven Bildqualität führt." Das wirke sich insbesondere bei niedrigen Datenraten aus, da die mit DicasVico komprimierten Bilder wesentlich weniger Codierartefakte aufwiesen.
Der DicasVico-Algorithmus ist ab sofort in allen Dicas-Encoder-Geräten(öffnet im neuen Fenster) und in mpegable-Softwareprodukten(öffnet im neuen Fenster) enthalten. Fernsehsender WebTV-, MobileTV- und IPTV-Dienste sowie Satelliten-Netzbetreiber sollen damit die Bildqualität ihrer Programme deutlich verbessern können, ohne dass hierfür weitere Investitionen in die Übertragungsinfrastruktur notwendig würden.