Eine Roboterschlange fürs Militär
Das israelische Militär entwickelt einen Roboter, der einer Schlange nachempfunden ist. Die Roboterschlange soll sich unbemerkt gegnerischen Stellungen nähern und diese auskundschaften, berichtet die Jerusalem Post(öffnet im neuen Fenster) .
Der Körper des Roboters besteht aus Elementen, die durch Gelenke verbunden sind. So kann er sich wie sein natürliches Vorbild schlängelnd fortbewegen und kommt auch in engen Räumen wie eingestürzten Häusern und Höhlen voran, wo ein Mensch nicht hinkommt. Zur Tarnung steckt der rund zwei Meter lange Roboter in einer Textilhülle.
Am Kopf der Roboterschlange sitzen eine Kamera und ein Mikrofon, mit denen sie Gegner belauern und belauschen kann. Infrarot-LEDs sorgen dafür, dass sie auch nachts etwas sieht. Gesteuert wird der Aufklärungsroboter von einem Soldaten per Funk vom Notebook aus. Darauf kommen auch die Daten an, die der Roboter sammelt.
Wehrhafte Roboterschlange
Allerdings soll die Schlange nach den Vorstellungen der Entwickler nicht nur zur Aufklärung dienen: Sie könne auch mit Sprengstoff beladen und ferngezündet zur Explosion gebracht werden.
Forscher der israelischen Ben-Gurion Universität, auf deren Arbeit die Roboterschlange beruht, entwickeln Roboter auch nach anderen tierischen Vorbildern, etwa eine Katze, die sich an Wände krallen kann, und einen Roboterhund, der auf die Bewegungen seines Herrchens reagiert.
Schlangenförmige Roboter sind in der Industrie beliebt: Sie werden beispielsweise dazu eingesetzt, um Rohrleitungen auf Schäden zu kontrollieren. Das norwegische Unternehmen Sintef entwickelt eine Roboterschlange , die sich nicht nur durch waagerechte, sondern auch durch senkrechte Rohre bewegen kann.
Roboter machen das Töten einfach
Israels Militär ist nicht das einzige, das Roboter für Aufklärung und Kampfeinsätze entwickelt und einsetzt. 40 Länder sowie diverse nicht-staatliche Organisationen verfügen derzeit über militärische Roboter, erklärte Peter Singer kürzlich im Interview mit Golem.de . Der US-Politologe ist überzeugt, dass das Schlachtfeld der Zukunft von Robotern beherrscht wird.
Einige Wissenschaftler sehen diese Entwicklung kritisch. Zu den prominenten Gegnern von Kriegsrobotern gehört Noel Sharkey, ein Robotiker an der Universität von Sheffield. Er hat durch seine Kritik im vergangenen Jahr in Großbritannien eine öffentliche Diskussion über dieses Thema angeregt. Die britische Friedensgruppe Landmine Action forderte daraufhin ein Verbot von autonomen Kampfrobotern .
Auf dem von der Deutschen Welle veranstalteten Global Media Forum wiederholte er kürzlich seine Kritik . "Noch nie war Töten so einfach wie heute" , sagte Sharkey. Es bedürfe strenger Regeln für Kampfroboter, "sonst entscheiden eines Tages Roboter darüber, wer, wann und wo getötet wird."
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