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Warum Computer gefährlich sind

Wissenschaftler untersuchen Unfälle mit Computern. Computer sind gefährlich: Menschen überheben sich an ihnen, stoßen dagegen, fallen über sie oder liegen sogar darunter – und landen anschließend im Krankenhaus. Doch es gibt Hoffnung: Moderne Technik ist etwas weniger gefährlich.
/ Werner Pluta
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Der Umgang mit Computern ist gefährlich. Manche Regierungen fürchten, dass sich die durch die Kästen auf dem Schoß oder unter dem Schreibtisch Umsturzideen verbreiten. Einige Psychologen glauben, dass sie Jugendliche verderben, die tageweise davor hängen und sich von einem Level zum nächsten durch die Egoshooter hangeln. Beweise für ihre Hypothesen sind sie indes schuldig geblieben. Jetzt haben Wissenschaftler in den USA gezeigt, welche Gefahren von Computern tatsächlich ausgehen: In einer Studie beschreiben sie, wie sich die Zahl der Unfälle mit Computern von Mitte des letzten bis Mitte des aktuellen Jahrzehnts entwickelt hat.

Zwischen 1994 und 2006 mussten in Krankenhäusern in den USA über 78.000 Unfälle mit Computern behandelt werden. Das geht aus den National Electronic Injury Surveillance System (NEISS) hervor, ein Verletzungsregister, das die US-Verbraucherschutzbehörde US Consumer Product Safety Commission (CPSC) führt.

Fallen, stoßen, überheben

Menschen überanstrengen Muskeln und Gelenke beim Tragen der Computer, sie stoßen dagegen, fallen darüber, oder die Computerausrüstung fällt auf sie drauf. Der Anstieg der Verletzungen durch die Rechenmaschinen ist immens, aber durch deren stetig wachsende Verbreitung nicht zu erklären. Denn während des betrachteten Studienzeitraums stieg die Zahl der Unfälle um 732 Prozent, während sich die Zahl Computer in Privathaushalten in dieser Zeit verdreifachte (309 Prozent).

Praktisch alle Unfälle (93 Prozent) passierten im häuslichen Umfeld. Besonders die Jüngsten und die Ältesten sind gefährdet: Fast die Hälfte aller Unfälle passierten Kinder unter 5 Jahren, die über Computerausrüstung stolperten oder fielen. Senioren über 60 Jahren und alle anderen Altersgruppen teilten sich die restlichen Unfälle etwa zu gleichen Teilen. Während die Erwachsenen in der Mehrzahl Schäden an Armen oder Beinen davontrugen, traf es die Kinder unter 10 Jahren überwiegend weiter oben: Drei Viertel der Unter-5-Jährigen und zwei Drittel der 6- bis 9-Jährigen mussten am Kopf behandelt werden.

Gefahrenherd Bildschirm

Der Monitor war Verursacher der meisten Unfälle. Doch hier gibt es gute Nachrichten: Der technische Fortschritt macht sich positiv bemerkbar. Zwischen 1994 und 2003 – eine Zeit, in der größere Bildschirme auch für Privatkunden erschwinglich wurden – stiegen die Verletzungen durch die Monitore stark an: 1994 waren sie an 11,3 Prozent der Unfälle beteiligt, 2003 lag Anteil um mehr als das Dreifache (37,1 Prozent) höher. Doch seit 2003 sind Verletzungen durch Monitore rückläufig: 2006 machten sie nur noch 25,1 Prozent aus. Die leichteren Flachbildschirme sind weniger unfallträchtig als die schweren und unhandlichen Röhrenmonitore.

Es sei wichtig, Unfällen mit Computern nachzugehen, weil diese Geräte einen immer größeren Stellenwert in unserem täglichen Leben einnehmen, sagt Lara McKenzie vom Center for Injury Research and Policy in Columbus im US-Bundesstaat Ohio. "Wir brauchen mehr Informationen über Art der benutzten Computer und des Zubehörs, über ihre Anordnung und über die Möbel, in denen sie untergebracht sind, um für mehr Sicherheit in den Haushalten zu sorgen. In Anbetracht der immensen Zunahme von akuten Verletzungen in Zusammenhang mit Computern im Studienzeitraum müssen wir mehr Anstrengungen unternehmen, um solche Verletzungen zu vermeiden, vor allem bei Kindern."

Die Studie wurde von Wissenschaftlern des Center for Injury Research and Policy, des Nationwide Children's Hospital und der medizinischen Fakultät der Universität des US-Bundesstaates Ohio in Columbus durchgeführt. Sie wird in der Juli-Ausgabe des Fachmagazins American Journal of Preventive Medicine veröffentlicht.


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