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Spieletest: Damnation - Schießen und Hüpfen im Wilden Westen

Mix aus Kampf und Klettern für Konsole und Windows-PC. Ein Wildwest-Szenario in einem alternativen Amerika, angereichert mit Science-fiction-Elementen: Mit diesem ungewöhnlichen Grundgerüst will sich Damnation von anderen Shootern abheben. Inhaltlich gelingt das. Spielerisch hat Rebell Rourke allerdings mit mehreren Problemen zu kämpfen.
/ Thorsten Wiesner
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Seit 40 Jahren tobt ein Krieg in Nordamerika – jedenfalls im Actionspiel Damnation. Wurzel allen Übels ist der Industriemagnat W.D. Prescott, Anführer der Firma Prescott Standard. Er unterjocht Land und Menschen mit brutalen Methoden und verleibt sich immer größere Teile des amerikanischen Reichtums ein. Nur ein paar wackere Rebellen stellen sich ihm in den Weg, allen voran der junge, besonders mutige Rourke. Dabei treibt ihn nicht nur das Streben nach Gerechtigkeit, seine verschwundene Verlobte würde er nebenbei auch ganz gern wieder finden.

Damnation setzt von Beginn an auf einen Mix aus Action und Geschicklichkeit. Die zunächst groß und offen wirkenden Level bestehen dabei zum großen Teil aus inselartigen Felsen, so dass Rourke sich an Seilen über Abgründe hangeln, an Wänden kraxeln und an Vorsprüngen hochziehen muss. Die Bedienung dieser Kletterpassagen ist allerdings nicht so geschmeidig, wie es die Entwickler wohl geplant hatten – die Kamera steht oft ungünstig, die Steuerung ist hakelig.

Zwischendurch gilt es – oft an der Seite von wenig hilfreichen KI-Kollegen oder auch mal auf einem Fahrzeug – mit unterschiedlichen Schusswaffen Prescotts willenlose Handlanger auszuschalten. Diese Shooter-Passagen leiden allerdings unter ähnlichen Problemen wie die Geschicklichkeitseinlagen: Auswählen und Zielen kostet Zeit und Nerven. Zudem lässt die Intelligenz der Gegner zu wünschen übrig, Möglichkeiten für taktisches Vorgehen gibt es wegen mangelnder Deckungsoptionen kaum.

Als Pluspunkte könnte Damnation das ungewöhnliche Szenario samt interessanter Story verbuchen, sofern die Präsentation nicht ähnlich misslungen wäre wie die Bedienung. Die Sprachausgabe wirkt unfreiwillig komisch, die Soundeffekte sind kaum der Rede wert und die Optik nutzt nicht ansatzweise die Möglichkeiten moderner Hardware. Wenige Details, matschige Texturen und Kantenflimmern sind die Regel, nicht die Ausnahme. Immerhin haben die Entwickler dem Spiel einen Online-Multiplayer-Modus sowie die Möglichkeit zum Koop-Spiel verpasst. Wirklich besser wird Damnation aber auch nicht, wenn der Wilde Westen zusammen mit einem Freund bereist wird.

Damnation ist für Playstation3, Xbox 360 und Windows-PC erhältlich und kostet 60 Euro (Konsolen) beziehungsweise 40 Euro (PC). Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 16 Jahren.

Fazit

Gute Ansätze sind in Damnation zahlreich enthalten – schade, dass die Entwickler keinen davon zu nutzen wussten. Trotz des ungewöhnlichen Szenarios, des interessanten Helden und des auf den ersten Blick spannend wirkenden Mix' aus Action und Geschicklichkeit ist das Programm ein technisch antiquiertes, ungenau zu bedienendes Actionspiel. Weder allein noch im Koop-Modus macht es längere Zeit Spaß.


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