Pixel Qi: Bei hellem Sonnenschein lesbares Notebook-Display
Das neue Display von Pixel Qi vereint die Vorteile von E-Ink-Displays mit denen von herkömmlichen Displays mit Hintergrundbeleuchtung. Sie sind sowohl unter starkem Sonnenschein gut lesbar als auch in dunklen Umgebungen. Die Hintergrundbeleuchtung kann hinzugeschaltet werden. Unter anderem hatte JKK Mobile(öffnet im neuen Fenster) Gelegenheit, sich das Display genauer anzusehen:
Video: JKK Mobile mit einem Pixel-Qi-Prototyp im Vergleich mit einem normalen Display |
Pixel Qi hat das Display in ein Acer Netbook eingebaut und dem Notebook einen An- und Ausschalter für die Hintergrundbeleuchtung hinzugefügt. Befindet sich der Anwender in greller Sonne auf einer Wiese, schaltet er das Hintergrundlicht aus. Bei herkömmlichen Notebookdisplays sieht der Anwender in dieser Lage meist nicht viel. Die Farben sind verwaschen und nur mit wenigen, meist sehr speziellen Notebooks für den Außeneinsatz lässt sich noch angenehm arbeiten.
Das Pixel-Qi-Display ist dem Video nach zu urteilen nahezu perfekt lesbar – vergleichbar mit einem E-Book-Reader. Allerdings nimmt das Pixel-Qi-Display weiterhin Leistung auf. Laut JKK Mobile sind es bei abgeschaltetem Display noch 0,8 Watt, statt der sonst üblichen 2,5 Watt. In den kommenden sechs Monaten will Pixel Qi diesen Energiebedarf auf 0,2 Watt drücken.
Zum Vergleich: Ein E-Ink-Display kommt komplett ohne Energiezufuhr aus, solange sich der Bildschirminhalt nicht ändert. Allerdings ist die Displaytechnik derzeit so langsam, dass der Einsatz in einem Notebook nicht in Frage kommt. Pixel Qis Display hingegen ist schnell genug, um Videos anzuzeigen. Nur auf Farbe muss der Anwender verzichten, wenn die Hintergrundbeleuchtung ausgeschaltet ist und das reflektierende Sonnenlicht für die Darstellung verwendet wird. Bei eingeschalteter Hintergrundbeleuchtung soll die Farbwiedergabe mit guten Notebookdisplays vergleichbar sein.
Sollte sich die 3qi genannte Displaytechnik durchsetzen, dürfte sie auch die sogenannten Glossy-Displays verdrängen. Diese Hochglanzdisplays sind für den Außeneinsatz unbrauchbar, verbreiten sich aber trotz dieses Nachteils weiter.
Die neuen Displays sind noch in einem Prototypstadium. Pixel Qi konzentriert sich derzeit auf Displays für Netbooks. Ab dem Jahr 2010 soll die Displaytechnik auch für andere Geräteklassen zur Verfügung stehen. Momentan ist die Ausbeute auch noch nicht überragend, wie Engadget von John Ryan von Pixel Qi erfahren hat(öffnet im neuen Fenster). Um ein einziges Display zu bekommen, müssen derzeit 60 hergestellt werden. Die Display-Fabrik könnte allerdings bereits im dritten oder vierten Quartal mehrere zehntausend Displays in einer Woche herstellen.
Video: Engadget mit dem Pixel-Qi-Prototyp unter der Sonne von Taiwan (ab der sechsten Minute) |
Bei den derzeit zu Demonstrationszwecken genutzten Netbooks handelt es sich um normal im Handel erhältliche Netbooks, die Pixel Qi modifiziert hat.
Pixel Qi wurde von der ehemaligen Technikchefin Mary Lou Jepsen des Projekts One Laptop Per Child (OLPC) 2008 gegründet, die seither die bei OLPC begonnenen Entwicklungen in der Displaytechnik fortgeführt hat und weiterhin mit dem Projekt kooperiert. Die ersten Displays könnten also auch in den künftigen XO-Computern eingesetzt werden, sofern sie sich günstig genug herstellen lassen. Die Notebooks für Schüler in Entwicklungsländern könnten dann auch unter freiem Himmel gut genutzt werden.
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