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Red Dead Redemption: Auge in Auge mit dem Pferde-GTA

Der Wilde Westen lädt als offene Spielewelt zum ganz großen Abenteuer ein. Pferd statt PKW, Sheriff statt Schutzmann, Lonesome Cowboy statt Liberty City: Mit Red Dead Redemption arbeitet Rockstar Games an einem Sandbox-Spiel mit vielen Ähnlichkeiten zu GTA – das aber im Wilden Westen spielt. Golem.de konnte sich eine sehr frühe Version live anschauen.
/ Peter Steinlechner
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John Marston hat ein Problem. Und dabei hat er sich, Jahre nach seiner Banditenkarriere in einer besonders brutalen Gang, für ein friedliches Leben mit seiner Familie entschieden. Aber in Red Dead Redemption kommt es anders, und das Familienidyll liegt in Trümmern, als ihm drei Agenten des "Bureau" – aus dem später das FBI wird – ein entsetzliches Ultimatum stellen.

Um was es dabei geht, wollte Rockstar Games bei einer Präsentation des Action-Adventures in Berlin nicht verraten. Allerdings steht das Wort "Redemption" für Rückkauf oder Rücknahme und weist darauf hin, dass Marston etwas erledigen muss, um etwas anderes – mutmaßlich seine Familie – zurück zu bekommen.

Das Programm setzt ähnlich wie GTA 4 auf eine dramatische und düstere Handlung, aber auch auf viel Freiheit. Als Marston hat der Spieler auch die Möglichkeit, sich nicht um die Handlung zu kümmern und eine riesige Wildwest-Welt auf eigene Faust zu erkunden, Geld zu verdienen und kleinere Aufgaben zu absolvieren. Dabei ist er entweder auf dem Rücken eines Pferdes unterwegs – es gibt mehrere Arten von Kleppern mit unterschiedlichen Vorteilen -, oder er reist schneller mit einer Kutsche oder der Eisenbahn.

Die Teile der Welt, die bislang zu sehen sind, wirken glaubwürdig: Es gibt kleine, dreckige Siedlungen und größere Städte mit Saloons, Geschäften, dem Büro des Sheriffs und einem Bestatter. In der offenen Prairie wechselt sich flaches Land mit Hügeln ab, immer wieder stehen Scheuen, alte Kirchen, Windräder oder andere Bauten im Gelände. Und es gibt überall Tiere – Geier kreisen am Himmel, Klapperschlangen kriechen über den Boden. Die Tiere machen sogar Jagd aufeinander, und größere Tiere wie Wölfe oder Bären legen sich auch mit Menschen an.

Die Welt besteht aus drei großen Gebieten: Dem als "Frontier" bekannten Grenzland, dem Grasland des Nordens und Mexiko. Alle drei zeigen unterschiedliche Landschaften und die verschiedenen Grade an Zivilisation dieser Gegenden zu der Zeit, also dem Wechsel vom 19. Zum 20. Jahrhundert.

Der Ritt über Stock, Stein und Sandwüste läuft wahlweise im Schritttempo, im Trab oder im Galopp ab. Damit es damit nicht langweilig wird, soll rund um den Spieler viel los sein – und das war auch in der präsentierten Version schon der Fall: Da kreuzen Banditen den Weg und liefern sich eine Schießerei mit einem Sheriff, andere Ganoven legen einen Hinterhalt. Links bittet ein überfallener Cowboy um Hilfe, rechts lockt ein freizügig bekleidetes Weibsbild vor ihrem Wohnwagen – und ein paar Straßenräuber stehen dahinter mit dem Gewehr im Anschlag. Wer mag, kann sich auf dies alles einlassen, oder stur in Richtung Ziel reiten, das ähnlich wie in GTA eine runde Übersichtskarte am linken unteren Bildschirmrand markiert. Die Haupthandlung besteht wie im Liberty-City-Gegenstück aus einer Vielzahl an Missionen, in denen es Schießereien, Geiselbefreiungen, Eisenbahnüberfälle und andere Abenteuer gibt.

Das Kampfsystem verfügt über ein paar Unterschiede zu GTA: Es gibt ein System namens "Dead Eye", das ähnlich im – sonst völlig anders gestricken – Vorgänger Red Dead Revolver vorkam. Im einfachen Modus lässt sich damit die Zeit verlangsamen, um mehrere Angreifer in der Umgebung anzuvisieren oder einen einzelnen ganz genau zu treffen. Die andere Variante ist den Pistolen vorbehalten und verlangsamt die Zeit, um mehrere Ziele präzise zu markieren – so viele, wie Marston Kugeln in seinem Magazin hat. Beispielsweise legt er damit drei rote Zielkreuze an Körperteile von einem und drei weitere an den Körper eines zweiten Gegners. Wenn Marston dann den Abzug zieht, springt das Spiel in die Echtzeit zurück und jagt die Kugeln in die Ziele.

Die Waffen in Red Dead Redemption basieren auf realen Waffen dieser Zeit – einer Zeit, in der das Schießen noch viel Geschick erforderte. Es gibt Unmengen an Kampfgeräten in der Welt von Red Dead Redemption: Gewehre, Schrotflinten, abgesägte Waffen, Präzisionsgewehre, Pistolen und unterschiedliche Nahkampfwaffen wie Äxte, Messer und Lassos.

Technisch basiert Red Dead Redemption auf einer Mischung aus der Euphoria Physics Technologie und der Rockstar Advanced Game Engine (RAGE). Die fand auch schon in GTA 4 Verwendung, wird vom Entwicklerteam Rockstar San Diego aber stark modifiziert – schließlich besteht der Wilde Westen nicht aus engen Straßenschluchten, sondern vor allem aus offener Fläche, Bergen und Tälern. Das Programm entsteht nach aktuellem Stand für Xbox 360 und Playstation 3 und erscheint irgendwann ab November 2009. Es ist nicht ganz unwahrscheinlich, dass nach den Konsolenversionen eine PC-Fassung folgt.


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