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AMD verbessert Videokonverter und kündigt neue Tools an

Kostenloses Tool schneller und Unterstützung für kommerzielle Anwendungen. AMDs bisher als Betaversion geführter "Avivo Video Converter", der Videos mithilfe der GPU umwandeln kann, wurde runderneuert. Das Programm nutzt nun mehr Teile des Grafikprozessors. Zusätzlich sollen die neuen Funktionen auch in künftigen Programmen von Cyberlink verwendet werden.
/ Nico Ernst
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Im Gegensatz zum kommerziellen Programm Badaboom(öffnet im neuen Fenster) , das auf Nvidias CUDA setzt, war der kostenlose Avivo-Konverter von AMD bisher recht umstritten. Weder die unterstützten Formate noch die Geschwindigkeit oder die Bildqualität konnten wirklich überzeugen.

AMD hat das Programm daher runderneuert, und zwar noch weiter, als es mit dem letzten Catalyst-Treiber der Fall war. Als wichtigste Änderung wird der in allen GPUs der Radeon-4000-Serie enthaltene UVD 2 nun genutzt. Dieser "Universal Video Decoder" kann ohnehin schon die gebräuchlichsten Formate bis H.264 vollständig selbst decodieren und auch die Auflösung skalieren, was beispielsweise bei Wiedergabe auf kleineren Displays nützlich ist.

Der Konverter, der in den Catalyst-Treibern enthalten ist, nutzte den UVD aus unverständlichen Gründen bisher aber nicht. Die neue Version verwendet ihn nun sowohl zum Decodieren des Ausgangsformats. Wenn bei der Umwandlung auch die Auflösung geändert wird, erledigt er das ebenfalls. Erst danach kommen Teile der GPU zum Einsatz, um das neue Format zu erstellen. Wie bisher werden dabei MPEG-1, MPEG-2 und MPEG-4 (bis H.264) angeboten. Für die vielen Unterformate dieser Standards gibt es voreingestellte Profile, etwa für iPod und die PSP.

AMD deutete bei der Vorstellung des neuen Tools im Rahmen einer Telefonkonferenz an, man habe auch bei der Codierung "die Parallelität in der GPU erhöht" . Wie viele der bis zu 800 Stream-Prozessoren auf den aktuellen GPUs genutzt werden, konnte AMD aber auch auf Nachfragen nicht erklären. Videocodierung lässt sich zwar weitgehend parallelisieren, aber nicht unbegrenzt weit aufteilen. Zum Vergleich: Von den bis zu 240 Stream-Einheiten – die durch eine andere Architektur eine geringere Anzahl aufweisen – von aktuellen Nvidia-GPUs nutzt das Programm Badaboom nur 64.

Den direkten Vergleich mit Badaboom scheut AMD jedoch und gibt nur Benchmarks für das im Juni 2009 erwartete Programm "MediaShow Espresso" von Cyberlink an. Diese Anwendung unterstützt sowohl Nvidias CUDA als auch ATIs Stream. Schon mit Grafikkarten der 60-Euro-Klasse wie Geforce 9500 GT oder Radeon HD 4670 sind die GPUs damit mehr als doppelt so schnell wie ein Dual-Core-Prozessor.

AMD verwendete allerdings nur den recht gemächlichen Athlon 7750 X2 mit 2,7 GHz. Schnelle Quad-Cores sind jedoch deutlich teurer als die Kombination von kleinen Dual-Cores mit einer einfachen Grafikkarte, wenn es nur um die Videokonvertierung geht. Die GPU-Beschleunigung für die Codierung funktioniert allerdings nur ab der Serie Radeon HD 4600, Karten der Serien 4500 und 4300 nutzen nur die UVD-Funktionen.

Neben Espresso unterstützt auch das bereits erhältliche Schnitt- und Effektprogramm PowerDirector 7, ebenfalls von Cyberlink, die Berechnung von Videos auf der Grafikkarte. Cyberlink hat die Optimierungen für AMD und für Nvidia(öffnet im neuen Fenster) auf seiner Webseite bereits kurz zusammengefasst. Das Programm soll damit eine Konkurrenz für Badaboom werden. Beide Tools unterstützen mehr Profile als der Avivo-Konverter und sind einfacher zu bedienen.

Der neue Avivo Video Konverter soll als Hotfix-Paket erscheinen, das eine neue Version des Catalyst 9.5 darstellt. AMD wollte es bis zum Fall der Sperrfrist zum Download bereitstellen, was aber bisher nicht geschehen ist.


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