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Mark Zuckerberg: "Mein Laptop ist nie ausgeschaltet"

Aber genau das macht Mark Zuckerberg eben auch Probleme: Wachstum kostet Geld, die ungeheuren Datenmengen wollen verarbeitet sein, und wehe, es geht den Mitgliedern zu langsam. Auf die entscheidende Frage gibt es bis heute keine definitive Antwort: Wie kann man mit der genialen Kommunikationsidee so viel Gewinn machen, dass es sich lohnen würde, Facebook an die Börse zu bringen? Oder lässt sich mit Freundschaft am Ende doch nicht genug Geld verdienen?

Mehr als 850 Mitarbeiter hat Facebook heute. In den ersten Jahren arbeitete Zuckerberg vor allem mit Freunden und Bekannten zusammen, das ging lange gut. Auch seine Schwester arbeitet bei ihm. Aus dem Sommer 2004, dem Gründungsjahr von Facebook, gibt es ein Foto, das zeigt, wie familiär es dort anfangs zuging. Zuckerberg war mit seinen Vertrauten nach Palo Alto in Kalifornien gezogen, um auszuprobieren, ob Facebook mehr sein könnte als ein nettes, kleines Programm. Da sitzt er also, an irgendeinem Tag in diesem Sommer, in einem gemieteten Apartment. Man sieht nicht genau, ob er auf den Fingernägeln kaut oder nur die Hand aufgestützt hat. Unter dem Tisch lugt ein Pizzakarton hervor. Auf der Tischplatte stehen vier aufgeklappte Laptops, daneben Coladosen, ein McDonald's-Pappbecher. Das war vor vier Jahren seine Welt.

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Drei Jahre später wurde der Wert von Facebook auf 15 Milliarden Dollar geschätzt, Microsoft kaufte Anteile im Wert von 240 Millionen US-Dollar. Im vergangenen Jahr zählte das Magazin Forbes Zuckerberg zu den 400 reichsten Amerikanern. Er war der Jüngste. Inzwischen hat Forbes ihn von der Liste der Milliardäre wieder gestrichen. Die Experten schätzen den tatsächlichen Wert von Facebook mittlerweile erheblich niedriger ein. Die bisherigen Werbeeinnahmen bringen nicht genug. Deshalb hat Facebook immer wieder versucht, die Nutzerbedingungen zu ändern. Man wollte persönlicher werden, den Werbern mehr Nähe liefern, das Verhalten der Mitglieder verwerten, doch immer wieder waren die Proteste so heftig, dass die Änderungen zurückgenommen wurden. Vergangene Woche wurde bekannt, dass Facebook gerade versucht, frisches Geld bei Investoren einzusammeln, keine große Summe eigentlich, aber offenbar mehr, als das Unternehmen mal so eben ausgeben kann.

Mark Zuckerberg gibt nicht auf. Er hat sich von einigen Vertrauten getrennt, umgibt sich jetzt mit erfahrenen Managern. Er hat Sheryl Sandberg geholt, die das Werbegeschäft für die Internetsuchmaschine Google aufgebaut hat. Seit gut einem Jahr arbeitet sie für Facebook. Sie soll endlich eine Antwort auf die große Frage finden. Auch ein Finanzchef wird gesucht. "Wissen Sie, niemand kennt den aktuellen Wert von Facebook", sagt Zuckerberg. "Aber selbst wenn ich wüsste, wie viel Geld ich besitze, würde es für mich keine Rolle spielen." Er hält heute 30 Prozent der Anteile. Er will allen beweisen, dass er mehr ist als ein Wunderkind. "Meine Vorbilder", sagt er, "sind Manager, die es über die lange Distanz geschafft haben. Ich möchte auch ein Langstreckenläufer werden. Ich bin nicht der übliche 'Ich ziehe im Silicon Valley eine Bude hoch und verkaufe sie schnell wieder'-Typ."

Aufgewachsen ist Mark Zuckerberg im Bundesstaat New York, der Vater Zahnarzt, die Mutter Ärztin. Sind seine Eltern stolz auf ihn? "Ja, obwohl sie es wahrscheinlich noch lieber gesehen hätten, wenn ich in Harvard meinen Abschluss gemacht hätte." Als Facebook immer größer wurde, wollte er das Studium zunächst nur unterbrechen, um nach Kalifornien zu ziehen. "Meine Mutter hat mir später einmal gesagt, sie habe schon bei meinem Umzug gewusst: Das war's mit der Uni-Karriere."

Wird aus Mark Zuckerberg der Bill Gates seiner Generation? Die beiden sind sich längst begegnet. "Er ist cool", sagt Zuckerberg, der sein Sohn sein könnte. "Es interessiert mich, was er denkt, aber ich habe bei Microsoft mehr mit den Leuten zu tun, die noch im Geschäft sind. Und ich bin nicht Bill, ich bin Mark."

Bill Gates ist für ihn ein Mann von gestern. Das soll ihm selbst so schnell nicht passieren. Das nächste große Ding im Internet, er will es auf keinen Fall verpassen. "Mein Laptop ist nie ausgeschaltet", sagt er, "auch nicht nachts, wenn ich schlafe."

Mark Zuckerberg wurde am 14. Mai 1984 im US-Bundesstaat New York geboren und studierte in Harvard. 2004 gründete Zuckerberg das Internetnetzwerk Facebook, das heute weltweit mehr als 200 Millionen Mitglieder hat.

[von Christoph Amend und Götz Hamann / Copyright Die Zeit, 28. Mai 2009 Nr. 23]

 Mark Zuckerberg: "Mein Laptop ist nie ausgeschaltet"

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Digital Native 22. Sep 2009

OH mein Gott! Was labert Ihr hier alle (bis auf wenige Ausnahmen!) für einen Müll? Hallo...

ThadMiller 02. Jun 2009

Da werden andere Länder bald nachgezogen haben. Dann wird diese Methode zu unsicher...

Der Kaiser! 29. Mai 2009

Hahahaha! Genau! xD

Der Kaiser! 29. Mai 2009

Es scheint wohl Android* drauf zu laufen.. *http://www.qualcomm.com/news/releases/2009...



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