Plastic Logics E-Book-Reader kommt doch mit WLAN und UMTS

Das US-Unternehmen Plastic Logic hat weitere Details zu seinem E-Book-Reader, der 2010 auf den Markt kommt, bekanntgegeben. Entgegen bisherigen Ankündigungen bekommt das Gerät mit E-Ink-Display nun doch WLAN und UMTS, so Firmenchef Richard Archuleta, der den Reader auf der Konferenz D: All Things Digital der US-Wirtschaftszeitung Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) im kalifornischen Carlsbad zeigte.
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| Video: D7 Video Plastic Logic E-Reader |
Für jeden Teilnehmer der Konferenz ist ein Plastic Logic Reader im Eintrittspreis von 4.495 US-Dollar inbegriffen. Die Konferenz ist nach Angabe des Veranstalters seit Januar 2009 ausverkauft.
Der Plastic Logic Reader soll sich hauptsächlich an Geschäftskunden richten, so Archuleta, der das Gerät zusammen mit der Produktmanagerin Anusha Nirmalananthan zeigte. "Alles richtet sich an Businessanwender, die eine Vielzahl unterschiedlicher Inhalte und ein spezielles Nutzerinterface wünschen. Es geht wirklich nicht nur um Bücher." Damit will sich der Hersteller auch von Amazon abgrenzen, das mit seinen Kindle-Readern bereits gut etabliert ist.
Marktstart soll Anfang 2010 sein. Ursprünglich wurde vom ersten Halbjahr 2009 gesprochen, die für den Januar 2009 geplante Ankündigung von Preis und Verfügbarkeit blieb jedoch aus. Zum Preis des Geräts wollte sich Archuleta aktuell noch nicht äußern. "Der Markt macht den Preis, nicht wir" , sagte er.
Der Reader wird keine Tastatur besitzen und ist über einen Touchscreen zu bedienen. Farben kann das Display nicht darstellen. Seiten lassen sich durch zweimaliges Antippen umblättern, auch Lesezeichen lassen sich so setzen. Für den Verkauf von digitalen Büchern, Magazinen und Zeitungen soll es einen eigenen Onlineshop des Herstellers geben, hieß es weiter.
Das gesamte Gerät sollte wie E-Inks Display nach früherer Planung leicht biegsam sein. Weil das den Testnutzer aber eher beunruhigte, ist der Reader nun stabil gebaut, sagte Nirmalananthan. Die Betriebsdauer gab Plastic Logic bislang mit "mehreren Tagen" an. Ob das mit WLAN und UMTS noch einzuhalten ist, bleibt fraglich.
Bislang war bekannt , dass der Plastic Logic Reader die Abmessungen 21,58 x 27,94 cm habe, nicht dicker als 7 mm sein soll und rund 170 Gramm wiegt. Als Betriebssystem kommt Windows CE zum Einsatz. Der Plastic Logic Reader beherrscht Dateiformate wie PDF, ePUB, eReader, ASCII-Textdateien, RTF- und HTML-Daten. Mit Microsoft Office erstellte Word-, Excel- und Powerpoint-Dateien lassen sich ebenfalls wiedergeben. Außerdem können JPEG-, PNG- und BMP-Bilder dargestellt werden. DRM-Systeme, darunter das von Adobe, werden ebenfalls unterstützt. Das Open Document Format (ODF) fand sich bisher nicht in der Liste, obwohl Plastic Logic auf seiner Website damit wirbt, mehrere offene Dokumentenformate zu berücksichtigen. Erste Partner, die Inhalte für das Gerät liefern, sind Zeitungen wie die Financial Times und USA Today, der E-Book-Händler Fictionwise und Vertriebspartner wie Ingram Digital, LibreDigital und Zinio.
Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 von Forschern des Cambridge University Cavendish Laboratory gegründet und hat bisher circa 200 Millionen US-Dollar von Technologieunternehmen und Anlegern erhalten. Damit wird derzeit die Produktentwicklung in England und den USA abgeschlossen, die Produktionsstätte in Deutschland aufgebaut und eine Markteintrittsstrategie entwickelt. Derzeit wird daran gearbeitet, eine Technologie zu entwickeln, mit der ein neuartiger Polymerhalbleiter in einer Serienproduktion kristallin abgeschieden werden kann.



