Spieletest: Infamous - Lehrgang für Superhelden
Natürlich kann Cole in Empire City nicht ungehindert schalten und walten. So hat die Polizei Barrieren rund um die von der Explosion heimgesuchte Region errichtet, um zu verhindern, dass die Bevölkerung ausbricht. Hinzu kommt, dass marodierende Banden durch die Straßenschluchten ziehen. Die sogenannten Reaper sind die anfangs mächtigsten und aggressivsten Widersacher, die sich Cole immer wieder in den Weg stellen und ihn zum Einsatz seiner elektrischen Fähigkeiten zwingen. Allerdings muss auch Cole selbst kein Kind von Traurigkeit sein; in bester Fable-Manier überlassen die Entwickler es dem Spieler, ob er sich zu einem strahlend guten Helden oder einem menschenverachtenden Monstrum entwickelt.
Infamous weist durch ein Fragezeichen immer wieder darauf hin, wenn Cole seinen Ruf aufpolieren oder schädigen kann. So bleibt es ihm überlassen, ob er sich Lebensmittel selbst unter den Nagel reißt oder mit Mitmenschen teilt. Ob er sich alleine auf Polizisten stürzt oder einen Krawall anzettelt und so unschuldige Menschenleben riskiert. Ob er lieber die Person rettet, die ihm nahesteht, oder die, die für das Allgemeinwohl wichtiger ist. Und ob er sich selbst in Lebensgefahr bringt oder lieber einen Mitmenschen mit giftigen Stoffen hantieren lässt. Alle diese Entscheidungen wirken sich auf Coles Aufstieg, seine neuen Fähigkeiten und sein Karma aus; bei einem positiven Karma begegnen ihm die Stadtbewohner mit Respekt und applaudieren auch mal. Bei negativer Reputation hagelt es Steine und Beleidigungen. Auch optisch hat das Auswirkungen: Ein guter Superheld verschießt hellblaue Blitze, ein böser tiefrote.
Hübsch anzusehen ist beides, wie überhaupt die optische Darstellung weitgehend gelungen ist. Einzig ein paar Pop-ups trüben zwar das Bild; dafür gibt es - Zwangsinstallation zu Beginn sei Dank - praktisch keine Ladezeiten im Spiel. Die Zwischensequenzen werden fast ausschließlich durch Comicsequenzen erzählt. Die deutsche Synchronisation hingegen ist über weite Strecken enttäuschend; vor allem Cole klingt übertrieben pathetisch, was wohl an Batman erinnern soll, sich aber eher lächerlich anhört.
Infamous ist exklusiv für Playstation 3 erhältlich, kostet etwa 60 Euro und hat von der USK keine Jugendfreigabe erhalten.
Fazit
Blitzfeuerwerke abschießen, über den Dächern der Stadt herumturnen, Gegnerhorden mit einem Handstreich ausschalten: Das Leben als Superheld macht in Infamous über weite Strecken großen Spaß, und trotz komplexer Bedienung geht die teils akrobatische Action einfach von der Hand. Zwar kann Infamous die Faszination der ersten Stunden nicht bis zum Ende durchhalten - was einerseits an kleineren technischen Mängeln, vor allem aber an den im Spielverlauf immer wieder ähnlichen Missisonsabläufen liegt. Ein äußerst unterhaltsamer Actiontitel, der dem Spieler viele Entscheidungsmöglichkeiten gibt, ist Sucker Punch dennoch gelungen.
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Und was ist mit Linux?
Überfahren! XD
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Ich kann nimmer warten bis Anfang Juni -.-