Iran hebt Sperrung von Facebook auf
Die iranischen Behörden haben die Sperrung des sozialen Netzes Facebook wieder aufgehoben. Der Zugang zu dem Internetangebot war am Wochenende blockiert worden. Die Maßnahme soll im Zusammenhang mit dem gegenwärtigen Präsidentschaftswahlkampf im Iran gestanden haben.
Die Sperrung erfolgte nach einer Wahlveranstaltung des Kandidaten Mir Hussein Mussawi in einem Teheraner Stadion, zu der 20.000 Anhänger gekommen waren. Mussawis Wahlkampfteam nutzt Facebook intensiv, um vor allem junge Wähler zu mobilisieren. Mussawi gilt als der aussichtsreichste Gegner von Präsident Mahmud Ahmadinedschad.
Sperrungen von Internetseiten werden im Iran von einem Ausschuss aus Vertretern des Justiz- und Innenministeriums, des Parlamentes und des Geheimdienstes verhängt, berichtet die Tageszeitung Los Angeles Times(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf die iranische Nachrichtenangentur Ilna. Der Ausschuss weist die Provider des Landes dann an, den Zugang zu einem Angebot zu blockieren.
Am Montag war Präsident Ahmadinedschad in einer Pressekonferenz Fragen zu der Maßnahme ausgewichen, so der US-Fernsehsender ABC(öffnet im neuen Fenster) . Er habe von der Sperrung nichts gewusst, beteuerte er und sagte, die Behörden müssten keine Internetseiten blockieren.
Ein anderer Kandidat, der gemäßigte Geistliche Mehdi Karroubi, bezweifelte, dass die Maßnahme politisch motiviert war. Seiner Ansicht nach hätten die Behörden Facebook aus moralischen Gründen blockiert. Dennoch halte er die Sperrung des Angebotes kurz vor der Wahl für falsch, sagte Karroubi.



