Flacher Eee PC 1008HA "Seashell" kostet 399 Euro (Update)
Das unter dem Codenamen "Seashell" (Muschel) entwickelte Gerät hatte Asus-Gründer Johnney Shih bereits auf der Cebit 2009 gezeigt, aber nichts über den Preis gesagt und auch den Starttermin nur vage auf das zweite Quartal 2009 gelegt. Warum das so ist, wurde nun auf einer Presseveranstaltung von Asus bei Hamburg deutlich: Der Eee PC 1008HA macht das Modell Eee PC S101 überflüssig, denn er ist genauso leicht und flach, aber ganze 100 Euro günstiger.
Asus' erstem Versuch mit Design-Netbooks war somit nach nur knapp sechs Monaten Marktpräsenz nur ein kurzes Leben vergönnt, was vor allem am Preis gelegen haben dürfte. Der sollte nach Asus' Vorstellungen 599 Euro betragen, fiel im Handel aber bald unter 500 Euro. Der 1008HA tritt gleich mit konkurrenzfähigen 399 Euro an, die der Handel ebenfalls bald unterbieten wird.
Die Gemeinsamkeiten mit dem S101 sind unverkennbar, unter anderem wiegen beide Geräte 1.100 Gramm. Bei diesem Gewicht bringt Asus im 1008HA aber noch eine Festplatte unter, im S101 steckt eine 16 GByte kleine, aber recht schnelle SSD. Die Unterschale des neuen Netbooks verschwindet in einer scharfen Kurve unter der Tastatur. Diese ist ebenfalls neu, die Tasten sind nun sehr flach gehalten und haben geringere seitliche Abschrägungen als bei früheren Eee PCs.
Ohne Kante in die Handballenauflage eingelassen ist das Touchpad, das wie schon beim S101 einfache Multitouch-Funktionen bietet. So lässt sich mit zwei parallel geführten Fingern scrollen oder durch eine Spreizbewegung die Zoomfunktion der jeweiligen Anwendung benutzen. Die Maustaste ist jedoch noch immer als einteilger Chrombalken ausgeführt, was manche Anwender zunächst verwirrt – welche Taste wo zu Ende ist, müssen sie ertasten.
Neben dem von Microsoft für die ULCPC-Lizenz vorgegebenen Netbook-Einerlei (160 GByte Festplatte, 1 GByte RAM, spiegelndes 10,2-Zoll-Display) hat Asus statt des sonst in den meisten Geräten zu findenden Atom N270 (1,6 GHz) den neuen N280 (1,66 GHz) verbaut. Zwar sind 4 Prozent mehr CPU-Takt nicht spürbar, aber für höhere Benchmarkwerte gegenüber den Netbooks der Saison 2008 reichen sie gerade noch.
Der Chipsatz ist nicht der ursprünglich angekündigte GN40 von Intel, der nach jüngsten Informationen wohl gar nicht mehr auf den Markt kommt, sondern der altehrwürdige 945GSE samt DirectX-9-Grafik. Da er HD-Videos nicht decodieren kann, gibt es auch bei diesem Netbook keinen HDMI-Ausgang, sondern nur VGA. Von den sonst in dieser Klasse üblichen drei USB-2.0-Ports fiel einer dem Design zum Opfer – zwei USB-Buchsen sind aber immer noch doppelt so viele wie beim Vorbild Macbook Air.
Die sonstige Schnittstellenausstattung mit WLAN nach 802.11 n-Draft, Bluetooth 2.0, Audio, 1,3-Megapixel-Webcam, Fast-Ethernet sowie einem Leseschlitz für SDHC-Karten entspricht gutem Standard. Für den Akku gilt das allerdings nicht: Er besteht aus drei Lithium-Polymer-Zellen, was die flache Form des Geräts erst ermöglicht. Seine Kapazität liegt laut Asus bei 36 Wattstunden, was laut Hersteller für vier Stunden Betrieb reichen dürfte. Andere Netbooks in dieser Preisklasse kommen hier aber inzwischen auf höhere Werte. Asus gibt eine Laufzeit von sechs Stunden an.
Doch anders war die angestrebte Schlankheit des neuen Eee PC offenbar nicht zu realisieren. Das in der weißen Version perlmuttartig schimmernde Gehäuse ist an der dicksten Stelle 25,7 Millimeter dick. Asus zufolge wird der 10008HA bereits ausgeliefert, in der ersten Juniwoche 2009 soll er flächendeckend verfügbar sein.
Nachtrag vom 26. Mai 2009 um 20:50 Uhr
Der Akku im Eee PC 1008HA ist von außen nicht wechselbar, aber nicht wirklich fest verbaut. Vielmehr soll sich der Stromspeicher durch Abnehmen der Unterschale austauschen lassen. Eine praktikable Lösung für unterwegs ist das aber nicht.
Pfiffiger ist da schon der VGA-Adapter, der auf der Unterseite des Geräts in einem eigenen Fach versteckt ist. Er wird in die Mini-VGA-Buchse an der linken hinteren Seite des Netbooks gesteckt, das Fach unten dient nur zur Aufbewahrung. Ob der Adapter allerdings der Signalqualität nicht zu sehr schadet, muss sich erst noch zeigen. Beide Lösungen, der interne Akku und Mini-VGA, werden durch das Design im Schlankheitswahn erzwungen.
Der neue Eee-PC der Oberklasse bekommt mit dem Modell 1005HA auch noch einen kleinen Bruder, ebenfalls mit 10-Zoll-Display. An der Gehäusestärke gemessen ist es aber eher ein recht großes Geschwister. Die Form der Unterschale folgt zwar noch dem Seashell-Design, das gesamte Netbook ist hinten aber deutlich über 3 cm dick. Genaue Zahlen nannte Asus noch nicht.
Obwohl der 1005HA billiger als der 1008HA werden soll, ist er mit einem angesteckten Akku aus 6 Zellen ausgestattet. Dieser soll für 8,5 bis 10 Stunden Betrieb gut sein. Statt zwei gibt es drei USB-2.0-Ports, ebenso wie Standard-VGA, Fast-Ethernet und Audio sind diese offen, und nicht wie beim 1008HA durch Klappen abgedeckt. Das Display mit LED-Beleuchtung und auch die gute Tastatur entsprechen dem größeren Modell, ebenso wie die 160-GByte-Festplatte und 1 GByte Arbeitsspeicher.
Beim Rest der Ausstattung wollte sich Asus noch nicht festlegen – vermutlich gibt es wie so oft einen Atom N270 mit 945GSE-Chipsatz, einzig die Art der Funknetzwerke, in denen sich der 1005HA bewegen kann, bleibt noch spannend. Ende Juni 2009 soll der Eee PC 1005HA auf den Markt kommen, Golem.de geht von einer Preisempfehlung von 299 Euro aus. Unbestätigten Angaben zufolge soll es auch ein Modell mit Atom N280 für 349 Euro geben.
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