VG Wort will mit Google ins Geschäft kommen

Änderung des Wahrnehmungsvertrages beschlossen

Auf ihrer Mitgliederversammlung hat die Verwertungsgesellschaft Wort am Samstag eine Änderung ihres Wahrnehmungsvertrages beschlossen. Hintergrund für die Änderung ist die Auseinandersetzung um Googles Buch-Suche.

Artikel veröffentlicht am ,

Die VG Wort will das "Urheberrecht vom Kopf auf die Füße stellen". So verkündet die Verwertungsgesellschaft die am 23. Mai 2009 in München von der Mitgliederversammlung beschlossene Änderung ihres Wahrnehmungsvertrages mit Rechteinhabern. Es geht nicht etwa um die nächste Urheberrechtsnovelle, sondern um das Google Book Settlement in den USA. Dabei handelt es sich um eine Vereinbarung zwischen dem US-Autorenverband Authors Guild und dem Suchmaschinengiganten über die Digitalisierung und Onlinevermarktung von Büchern.

Stellenmarkt
  1. Senior Developer Cloud Integration (w/m/d)
    All for One Group SE, verschiedene Standorte
  2. Digital Operation Specialist (m/w/d)
    Bundeskriminalamt, Wiesbaden, Berlin, Meckenheim
Detailsuche

Im Gegenzug für die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken im Rahmen seiner Buchsuche wird Google den Rechteinhabern - in vielen Fällen sind das die Autoren - eine Vergütung zahlen. Über die Zulässigkeit der zwischen dem Autorenverband und Google getroffenen Vereinbarung wird im Herbst ein US-Gericht entscheiden. Rechteinhaber, die nicht an die Vereinbarung gebunden sein wollen, müssen aktiv werden und widersprechen.

Der Spagat der VG Wort

Die VG Wort versucht sich nun an einem Spagat: "Der Beschluss der Mitgliederversammlung sieht vor, dass die VG Wort die Vergütungsansprüche für die bis zum 5. Mai 2009 von Google digitalisierten Werke einzieht, gleichzeitig aber die in Deutschland erschienenen Werke aus dem Digitalisierungsprogramm von Google zurückzieht. Dies wiederum wurde mit der Möglichkeit verbunden, dass die VG Wort in Zukunft digitale Nutzungen von vergriffenen Werken - im Unterschied zu lieferbaren Werken - lizenzieren kann, wenn die Rechteinhaber damit einverstanden sind."

Die jetzt vorgenommene Änderung des Wahrnehmungsvertrages gestattet der VG Wort, fristgerecht bis zum 4. September 2009 gegen die Einbeziehung von in Deutschland erschienenen Werken in den Geltungsbereich des Settlements Einspruch zu erheben. Die VG Wort erhofft sich davon eine starke Verhandlungsposition gegenüber Google, sollte das Settlement vom zuständigen Gericht in den USA abgesegnet werden. Dazu sagte der geschäftsführende Vorstand der VG Wort, Robert Staats: "Bei aller berechtigten Kritik an dem Google-Vergleich ist es erforderlich, eine sinnvolle Lösung für den Fall parat zu haben, dass das Settlement in den USA endgültig bestätigt wird. Der heutige Beschluss der Mitgliederversammlung der VG Wort führt dazu, dass der im Vergleich vorgesehene 'Schadensersatz' für die vorgenommenen Digitalisierungen flächendeckend eingezogen werden kann. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass Autoren und Verlage in Zukunft über die digitale Nutzung der urheberrechtlich geschützten Werke selbst entscheiden."

Wie kann der Wahrnehmungsvertrag geändert werden?

Golem Karrierewelt
  1. Adobe Premiere Pro Grundkurs: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    26./27.09.2022, Virtuell
  2. Green IT: Praxisratgeber zur nachhaltigen IT-Nutzung (virtueller Ein-Tages-Workshop)
    19.10.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Wenn ein VG-Wort-Mitglied der Änderung des Wahrnehmungsvertrages nicht binnen sechs Wochen widerspricht, soll das als Zustimmung gelten. Unter Fachleuten ist umstritten, ob die VG Wort ihren Wahrnehmungsvertrag auf dem gewählten Weg ändern kann. Möglicherweise wäre dafür eine individuelle, schriftliche Vertragsänderung zwischen der Verwertungsgesellschaft und jedem ihrer Mitglieder notwendig. Für Autoren, die VG-Wort-Mitglieder sind und die der Änderung des Wahrnehmungsvertrages nicht widersprechen, entfällt dadurch die Möglichkeit, individuell über die Nutzung ihrer Werke durch Google zu entscheiden.

Die VG Wort will ihre Mitglieder - mehr als 360.000 Autoren und über 8.000 Verlage - in nächster Zeit über die beschlossene Änderung und das weitere Vorgehen informieren. Für den Fall, dass das Google Book Settlement in den USA vom Gericht abgelehnt wird oder die VG Wort sich nicht mit Google einig wird, hat sie sich mit der Änderung ihres Wahrnehmungsvertrages auf jeden Fall weiteren Handlungsspielraum verschafft: "Vereinbarungen sind mit Google möglich, aber insbesondere auch mit Trägern von deutschen und europäischen Digitalisierungsprojekten." [von Robert A. Gehring]

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Autonomes Schiff
Yara muss noch viel lernen

Eigentlich sollte die Yara Birkeland schon allein fahren. Da alles aber komplexer ist als gedacht, fährt das Frachtschiff noch mit Crew, sammelt Daten und lernt.
Ein Bericht von Werner Pluta

Autonomes Schiff: Yara muss noch viel lernen
Artikel
  1. Blenderbot 3: Metas Chatbot äußert antisemitische Verschwörungen
    Blenderbot 3
    Metas Chatbot äußert antisemitische Verschwörungen

    Eigentlich wollte Meta verhindern, dass sein Chatbot endet wie Microsofts Tay - nach wenigen Tagen aber macht Blenderbot 3 antisemitische Bemerkungen.

  2. Google Fonts: Abmahnungen an Webseitenbetreiber mit Google-Schriftarten
    Google Fonts
    Abmahnungen an Webseitenbetreiber mit Google-Schriftarten

    Nach einer Entscheidung des Landgerichts München erhalten Webseitenbetreiber mit eingebundenen Google Fonts vermehrt Abmahnungen.

  3. Gehalt in der IT-Branche: Verdienen treue Angestellte weniger als Wechsler?
    Gehalt in der IT-Branche
    Verdienen treue Angestellte weniger als Wechsler?

    Es gibt gute Gründe, lang bei einer Firma zu bleiben. Finanziell wird diese Treue aber eher nicht belohnt, sagt ein IT-Personalberater.
    Ein Interview von Peter Ilg

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Günstig wie nie: MSI 29,5" 200 Hz 259€, LG QNED 75" 120 Hz 1.455,89€ • MindStar (XFX RX 6950 XT 999€, Gainward RTX 3070 559€) • WD Black 2TB m. Kühlkörper (PS5) 219,90€ • Gigabyte Deals • Der beste Gaming-PC für 2.000€ • Apple Week bei Media Markt • be quiet! Deals [Werbung]
    •  /