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Spieletest: Demigod - temporeicher Multiplayer-Genremix

Mehrspielerschlachten für Action-, Rollenspiel- und Strategiespielfans. Halbgöttlich oder halbgar? Mit Demigod bietet Entwickler Gas Powered Games eine Mischung aus Echtzeitstrategie und Rollenspiel mit viel Action, die sich speziell an Onlinespieler richtet. Dieser Mix hat ein paar Stärken – insbesondere die interessanten Halbgötter sorgen für Spaß.
/ Peter Steinlechner
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"Halbgott" sein ist kein einfacher Job – irgendwie sitzt man immer zwischen den Stühlen. Auch in Demigod haben die Halbgötter zwar übernatürliche Fähigkeiten, aber sie sind trotzdem angreifbar und halten nur bedingt Schaden aus. Demigod stammt vom Entwicklerstudio Gas Powered Games und ist eine Mischung aus Echtzeitstrategie, Action- und Rollenspiel. Die Demigods – also Halbgötter – stehen im Mittelpunkt der Multiplayerschlachten. Das Programm verfügt auch über einen Solomodus, in dem treten Spieler allerdings wie im Mehrspielergefecht gegen KI-Gegner an. Eine echte Kampagne mit Handlung oder gar Zwischensequenzen gibt es nicht.

Die Matches finden auf einer von acht Karten statt, auf denen es mehrere Basen gibt. Der Spieler steuert seinen Demigod und versucht, sich bis zur Zentrale des Gegners vorzukämpfen und sie zu zerstören. Es tummeln sich zwar jede Menge Einheiten auf dem Spielfeld, aber Spieler steuern in erster Linie ihren jeweiligen Demigod – die mit großem Abstand stärksten und mächtigsten Figuren. Die gewinnen durch erfolgreiche Aktionen Erfahrungspunkte, werden sehr schnell immer stärker und lassen sich mit allerlei Extras ausrüsten. Sie können aber auch sterben – dann dauert es 20 Sekunden, bis der Spieler-Halbgott in seiner Basis aus dem Koma erwacht.

In Demigod gibt es acht unterschiedliche Halbgötter. Mit den vier des Typs "Assassine" tritt der Spieler fast wie in einem Actionspiel an – er kontrolliert dann wirklich nur eine einzige, aber dafür besonders mächtige Figur. Zu den Assassinen gehört der auf vielen Artworks sichtbare "Turm" – langsam und besonders stabil – sowie beispielsweise ein Herr namens "Fackelträger", der Feuer- und Frostmagie einsetzen kann.

Die vier anderen Halbgötter gehören zur Gruppe der "Generäle". Mit ihnen kontrolliert der Spieler gleichzeitig andere, schwächere Einheiten. Der Demigod namens Eichbaum ist besonders gut darin, seine Verbündeten zu stärken, während die auf einer Fantasy-Katze reitende Sedna über besonders mächtige Heilzauber verfügt.

Das Tempo in Demigod ist hoch. Denn es kann spielentscheidend sein, möglichst schnell die Fähigkeiten seines Halbgotts durch erfolgreiches Agieren zu verbessern und die Skills im Fertigkeitenbaum an seine Spielweise anzupassen. Und der Spieler wird dafür belohnt, Terrain zu erobern. Wer auf der Karte verteilte Flaggen einnimmt, bekommt mehr und bessere computergesteuerte Unterstützungstruppen. Außerdem kann er sein verdientes Gold in kleinen Läden ausgeben, um Ausrüstung für seinen Halbgott zu kaufen – etwa für bessere Panzerung, magische Ringe oder Heiltränke.

Demigod ist exklusiv für Windows-PCs erschienen und kostet rund 45 Euro. Das Programm benötigt unter XP oder Vista 1 GByte RAM, einen Prozessor mit 2,4 GHz und belegt auf der Festplatte rund 8 GByte an Platz. Die Grafikkarte muss über 128 MByte verfügen; der Hersteller empfiehlt Karten ab einer Geforce 6800 oder Radeon X1600 und weist darauf hin, dass er integrierte Grafikchipsätze von Intel – etwa auf Notebooks – nicht unterstützt. Die USK hat das Programm ab zwölf Jahren freigegeben.

Um auf die Update- und Mehrspielerfunktionen von Demigod zugreifen zu können, muss der Spieler die mitgelieferte Portalsoftware des "Impulse"-Netzwerks installieren. Das erinnert stark an Steam von Valve, stammt aber von einem Unternehmen namens Stardock – und hat ebenfalls die unschöne Eigenschaft, dass es mehr oder weniger unbemerkt im Hintergrund laufen möchte.

Fazit

Für die Fans von Einzelspielerkampagnen gleich der Hinweis: nicht kaufen! Demigod wirbt zwar auf der Packung damit, dass es auch Schlachten für Solisten bietet – die sind aber nur verkappte Mehrspielergefechte. Seine Stärken spielt das Programm im Netz aus: Insbesondere die Halbgötter mit ihren ungeheuer vielfältigen Möglichkeiten erlauben viel taktische Tiefe. Die wiederum passt gut zum hohen Spieltempo – so kommt es fast zwangsläufig zu schnellen, anspruchsvollen und sehr spannenden Onlinegefechten. Ein weiteres Highlight sind die schön gemachten, vor allem spielerisch sinnvoll konstruierten Karten.

Im Test kam es kaum noch zu Verbindungsproblemen, nachdem der Entwickler anfangs selbst Schwierigkeiten mit den Servern eingeräumt hatte. Auch die Unterstützung in Form von Updates und den Communityfunktionen ist, soweit sich das so kurz nach Veröffentlichung sagen lässt, bislang gut.


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