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Schwarzeneggers Regierung kämpft gegen "Killerspiele"

Kalifornien will mit Jugendschutzgesetz vor Obersten Gerichtshof ziehen. Die von Arnold Schwarzenegger geführte Regierung von Kalifornien – der Staat ist Heimat vieler Entwicklerstudios und Ort der Branchenmesse E3 – will vor dem höchsten US-Gericht für eine Verschärfung des Jugendschutzes kämpfen. Auch in der Schweiz gibt es eine Initiative für mehr Jugendschutz.
/ Peter Steinlechner
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"Die Macher von Videospielen nutzen schamlos die Verletzlichkeit von Kindern für ihre Profite." Diese Worte klingen wie Aussagen von deutschen Politikern, stammen aber von Jerry Brown. Er ist ehemaliger Gouverneur von Kalifornien, Mitglied der demokratischen Partei und jetzt Justizminister im Kabinett von Arnold Schwarzenegger. Im Gespräch mit der LA Times(öffnet im neuen Fenster) legte er noch nach: "So wie Pornografie verboten werden kann, lässt sich auch unanständige Gewalt verbieten."

Brown kämpft für ein Gesetz, das dafür sorgen würde, dass auf Computerspielen mit gewalthaltigem Inhalt ein Sticker mit einer gut sichtbaren "18" klebt. Und dass Händler diese Spiele nur noch an Erwachsene verkaufen dürfen – andernfalls droht eine Strafe von bis zu 1.000 US-Dollar. Schwarzenegger hat das Gesetz bereits 2004 unterzeichnet , aber bislang ist es nicht in Kraft getreten, weil es auf Initiative von Computerspieleverbänden durch Gerichte gestoppt wurde. Die sahen darin einen Verstoß gegen die Meinungs- und Redefreiheit.

Brown will den Fall nun vor den Supreme Court bringen, den Obersten Gerichtshof der USA. Wenn die Klage zugelassen wird, wäre es das erste Mal, dass sich der US-Supreme Court mit dem Themenkomplex Computerspiele und Jugendschutz befasst.

Auch in der Schweiz wollen Politiker eine Verschärfung des Jugendschutzes bei Spielen. Die Kantone St. Gallen und Bern fordern von der Schweizer Bundesversammlung ein Gesetz, das sich in weiten Teilen an den Regelungen in Deutschland orientiert und eine mit der USK vergleichbare Prüfstelle vorsieht. Anlass sei ein "zunehmender Zusammenhang zwischen gewalttätigem Verhalten und dem Konsum von 'Killerspielen'" , so die Initiative von St. Gallen(öffnet im neuen Fenster) . Für den Fall, dass die Vorlage scheitert, fordern einige Politiker eine Volksinitiative.


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