Epcos hat 6.100 Stellen gestrichen
Übernahme durch TDK schreitet voran
Der Hersteller elektronischer Bauelemente, Epcos, hat in den letzten Monaten 6.100 Stellen gestrichen. Wann sich die Nachfrage wieder normalisieren wird, lasse sich nicht abschätzen, so das Unternehmen, das von der japanischen TDK übernommen wurde.
Die weltweite Wirtschaftskrise hat Epcos in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2008/2009, das am 31. März 2009 endete, "voll erfasst und tiefe Spuren" hinterlassen. Das gab der Vorstandsvorsitzende Gerhard Pegam auf der Hauptversammlung in München bekannt. In der Zeit wurde die Belegschaft weltweit um rund 6.100 auf 22.200 Mitarbeiter verringert. Von dem Stellenabbau entfielen etwa 60 Prozent auf Leiharbeiter und Beschäftigte bei Subauftragsnehmern sowie rund 40 Prozent auf eigene Mitarbeiter, sagte Pegam.
Epcos erhielt im Juli 2008 ein Übernahmeangebot des japanischen Elektronikkonzerns TDK im Gesamtwert von 1,4 Milliarden Euro. Zuvor wurden feindliche Übernahmen abgewehrt. Zu der Zeit hatte der Hersteller in Deutschland rund 1.800 Beschäftigte, davon 1.350 in München und 450 im baden-württembergischen Heidenheim. Der Konzern, der als Joint Venture von Siemens und dem japanischen Matsushita-Konzern entstand, betreibt schon seit längerem die Verlagerung von Kapazitäten nach Asien.
Alle großen Epcos-Abnehmer litten unter schwacher Nachfrage und drosselten die Produktion deutlich; besonders die Automobilelektronik, mit der Epcos rund 27 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Dies habe zu einem massiven Nachfragerückgang bei elektronischen Bauelementen geführt.
In der Folge ging im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres der Umsatz von Epcos um 25 Prozent auf 546 Millionen Euro zurück. Der Verlust betrug 81 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres wurden 36 Millionen Euro Gewinn erarbeitet. Im gesamten Geschäftsjahr stieg der Umsatz um 3 Prozent auf rund 1,48 Milliarden Euro. Das Ergebnis stieg um 25 Prozent auf 64 Millionen Euro.
Nach wie vor seien für Epcos keine Anzeichen für ein Ende der Rezession erkennbar, die sich für Epcos vor allem in Deutschland zeigt. Es sei nicht abzuschätzen, wann sich die Nachfrage wieder normalisieren werde, sagte Pegam.
Epcos und TDK gehen trotz Krise davon aus, dass die TDK-Hauptversammlung im Juni 2009 die Ausgründung des Bauelementegeschäfts aus dem TDK-Konzern genehmigen wird. Die Gründung der neuen Gesellschaft, die dann auch die Beteiligung an Epcos halten wird, soll am 1. Oktober 2009 erfolgen.
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