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Schaltkreise aus Plastik

Kohlenstoffnanoröhrchen machen Kunststoff zu elektrischem Leiter. Wissenschaftler in den USA haben eine Möglichkeit gefunden, aus Polykarbonat - dem Stoff, aus dem CDs sind - einen elektrischen Leiter zu machen. Das Geheimnis sind Nanoröhrchen aus Kohlenstoff, die dem Kunststoff beigemengt werden.
/ Werner Pluta
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Wenn es nach Seamus Curran und seinen Kollegen von der Universität in Houston geht, dann werden künftig CDs und DVDs ein zweites Leben als Teile von elektronischen Geräten führen. Die Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Polykarbonat - der nicht leitfähige Kunststoff, aus dem die Datenträger bestehen - durch Bearbeitung zu einem Leiter verändert werden kann.

Indem sie das Polykarbonat mit Kohlenstoffnanoröhrchen gemischt haben, hätten sie ein Nanocomposit geschaffen, das sehr gute elektrische Leitfähigkeit aufweist, schreiben die Wissenschaftler in ihrem Aufsatz " Electrical Transport Measurements of Highly Conductive Carbon Nanotube/Poly(bisphenol A carbonate) Composite(öffnet im neuen Fenster) " im Fachmagazin Journal of Applied Physics.

Polykarbonat habe sehr gute mechanische und optische Eigenschaften, nur sei es leider kein elektrischer Leiter, erklärte Curran. Das hätten die Wissenschaftler aus Texas geändert. Der Knackpunkt sei, das richtige Mischungsverhältnis der Komponenten zu finden, so Curran. Über die Menge der zugegebenen Nanoröhrchen lasse sich die Leitfähigkeit beeinflussen, so dass das Material wie bestimmte Metalle oder wie Silizium leite.

Die Entwicklung der Wissenschaftler aus Texas ermögliche es, günstige und stabile elektronische Bauteile für viele Anwendungen herzustellen - von Computern über mobile Geräte bis hin zu Kampfflugzeugen. Der nächste Schritt sei, eine Tinte zu entwickeln, um das Nanocomposit aufzutragen. Vor allem die US-Luftwaffe interessiert sich sehr für diese Arbeit, da sie hofft, durch den Einsatz des Kunststoffes das Gewicht der Flugzeuge verringern zu können, und finanziert deshalb die Arbeit des Teams um Curran.


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