Spieletest: Plants vs. Zombies - Zeitfresser-Alarm!
Es sind die großen Konflikte, die Computerspielgeschichte schreiben: die Fehde der Orks gegen die Menschen, die Schlacht zwischen Space Marine und Cyberdemon, oder die Sache mit Larry und den Frauen. Noch weitgehend unbekannt ist der heldenhafte Kampf zwischen Erbsengemüse und untotem Fleisch, der in Plants vs. Zombies tobt. Das dürfte sich bald ändern, denn das an Tower Defense erinnernde Programm von Popcap mutiert derzeit zum Spielesommerhit 2009. Klingt nach Hype? Stimmt, der Publisher aus Seattle betreibt auch hierzulande einiges an Marketing- und PR-Aufwand für sein Werk. Aber das wird durch dessen Qualität gerechtfertigt: Vergnüglicher als mit Plants vs. Zombies dürfte es derzeit kaum möglich sein, ganze Abende in "nur mal fünf Minuten" zu verdaddeln.
Der Hauptmodus namens "Abenteuer" spielt auf einer simpel gezeichneten Übersichtskarte. Links befindet sich beispielsweise ein Haus, von rechts wanken Zombies auf mehreren Bahnen über den Vorgarten Richtung Eingang. Den dürfen die Monster nicht erreichen, und dazu positioniert der Spieler Erbsengemüsekanonen, Maulwurfsfallensprengsätze oder untotenfleischfressende Pflanzen auf dem Grün. Die bekommt er nur, wenn er für ausreichend "Sonne" sorgt – Sonne ist so etwas wie die Währung im Spiel und wird einerseits produziert von Sonnenblumen, sie fällt andererseits in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen aufs Spielfeld.
Die Herausforderung für den Spieler liegt darin, planvoll vorzugehen: Er muss per Maus möglichst früh effektive Verteidigungsanlagen errichten – braucht dazu aber vor allem die Sonnenblumen. Wenn er von denen allerdings zu viele zu früh pflanzt, überrennen womöglich die Zombies alle Hindernisse. Spätere Levels modifizieren dieses Grundprinzip, etwa durch den Verzicht auf vom Spiel generierte Sonne.
Von den Monstern gibt es 26 Typen, die alle leicht unterschiedliches Vorgehen erfordern: Untote mit Eimer auf dem Kopf halten besonders viel Beschuss aus, Stabhochspringer hüpfen über Hindernisse und Tänzer im Michael-Jackson-Look rufen Verbündete herbei. Welche Feindtypen Richtung Haus stolpern, sieht der Spieler vor jeder Runde.
Seine Verteidigungsanlagen errichtet der Spieler aus einem Set unterschiedlicher Pflanzen. Anfangs verfügt er nur über eine einfache Erbsengemüsekanone, dann kommen immer mehr Spezialkräuter hinzu – die umso mehr Sonne kosten, je effektiver sie sind. Einige verfügen über Spezialfähigkeiten, etwa die Kirschbomben, die alle Untoten im nahen Umkreis endgültig ins Jenseits schicken. Nach den ersten paar Levels muss der Spieler vor den meisten Einsätzen auswählen, welche Pflanzen er im Angebot haben möchte.
Neben dem Hauptmodus mit 50 Levels gibt es noch eine Reihe von Minispielen und etwas anderen Modi. Mitten in der Kampagne darf sich der Spieler beispielsweise in einer Art Zombiekegeln versuchen, Geld für einen Zen-Garten sammeln oder Ähnliches. Zwar zieht der Schwierigkeitsgrad in allen Modi spürbar an, bleibt aber immer fair und nahezu frustfrei – eine der großen Stärken des Spiels.
Plants vs. Zombies ist nicht im Handel, sondern nur per Internet erhältlich. Das vollständig lokalisierte Spiel kostet rund 20 Euro; eine Demoversion läuft ohne Einschränkungen, aber nur eine Stunde lang. Das Programm ist für Windows und MacOS erhältlich. Unter Windows benötigt die Simple-Grafik entweder XP oder Vista, 512 MByte RAM an Speicher und einen Hauptprozessor mit 1,2 GHz. Für Spieler mit Apple-Plantage: MacOS X 10.4.11 ist die älteste unterstützte Betriebssystemversion, außerdem müssen 512 MByte RAM und eine Intel-Core-Duo-CPU mit mindestens 1,66 GHz vorhanden sein.
Plants vs. Zombies unterliegt als nur im Internet erhältliches Spiel keiner Freigabepflicht durch die USK und hat keine Alterskennzeichnung. Vor allem wegen der Comicgrafik wirkt das Spiel harmlos und dürfte an Junggemüse ab zwölf Jahren keine bleibenden Schäden hinterlassen.
Fazit:
Plants vs. Zombies dürfte in seinem Spieleleben so einiges an Arbeits- und Freizeit in Nichts auflösen. Das Programm bietet einen supereinfachen Einstieg und zeigt dann vielen anderen Titeln, wie langfristiger Spielspaß entsteht durch perfekt abgestimmte Designelemente und einen gar nicht mal so niedrigen, aber verblüffend frustfreien Schwierigkeitsgrad. Grafik- und Soundfetischisten machen einen großen Bogen um dieses technisch anspruchslose Werk – aber wer einfach mal wieder Lust auf ein spannendes Spiel hat, probiert die Demo aus. Und sagt alle Termine in nächster Zeit ab.