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Scribd eröffnet Onlinebuchhandel für elektronische Bücher

Scribd will Amazon mit flexibleren Bedingungen für Anbieter Konkurrenz machen. Die Onlineplattform Scribd eröffnet einen Onlineshop und gibt Autoren und Verlagen so die Möglichkeit, über das Portal Geld mit ihren Texten zu verdienen. Der Scribd Store soll heute eröffnet werden, berichten mehrere US-Medien.
/ Werner Pluta
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Die Anfang 2008 gestartete Plattform Scribd bietet mit der Software iPaper einen Flash-basierten Reader, der unterschiedlichste Dateien im Browser anzeigt . Auf der Plattform können Autoren beliebige Dateien hochladen und Nutzern zur Verfügung stellen. Wie etwa bei Youtube haben diese die Möglichkeit, die Texte zu kommentieren und sie in ihre eigenen Seiten einzubinden.

Bislang konnten Autoren und Verlage Werke allerdings nur kostenlos bereitstellen. Das ändert sich mit dem Scribd Store, über den künftig Texte auch verkauft werden können. Scribd räumt den Anbietern dabei einige Freiheiten ein. So bestimmt Verlag oder Autor darüber, wie hoch der Preis für ein Kapitel oder ein ganzes Buch ist, berichtet die Tageszeitung New York Times(öffnet im neuen Fenster) . 80 Prozent des Erlöses gehen an den Anbieter.

Der kann darüber entscheiden, was die Käufer mit den Texten machen dürfen. So können sie Texte als ungeschützte PDF-Dateien anbieten, die die Nutzer kopieren oder auf einem E-Book-Reader lesen können. Sie können die Texte aber auch mit einem Kopierschutz versehen oder festlegen, dass die Nutzer sie nur online lesen können.

Mit seinem digitalen Buchladen will Scribd gegen Amazon antreten, das diesen Markt in den USA derzeit beherrscht. Der Anbieter hofft, dass ihm die Flexibilität, die er Autoren und Verlagen einräumt, einen Vorteil gegenüber dem mächtigen Marktführer verschafft, der Anbietern zum Teil rigide Vorgaben macht, etwa was Dateiformate angeht.

Bisher konnte Scribd unter anderem den Reisebuchverlag Lonely Planet und den Computerbuchverlag O’Reilly Media als Kunden gewinnen. Autoren können ihre Bücher auch selbst über den Onlinebuchladen verkaufen. Der Schriftsteller Kemble Scott aus San Francisco etwa will seine neue Erzählung "The Sower" (Der Sämann) digital über den Scribd Store anbieten, weil ihm der Druck zu lange dauert. The Sower steckt voller aktueller Anspielungen etwa auf die Schweinegrippe oder Susan Boyle, den neuen Star der britischen Casting Show Britain's Got Talent. Ein gedrucktes Buch auf den Markt zu bringen dauere jedoch ein bis anderthalb Jahre, sagte Scott der Tageszeitung Los Angeles Times(öffnet im neuen Fenster) . Digital könne er jedoch einen Text sofort veröffentlichen und so "das Meiste aus den Referenzen an die tagesaktuelle Popkultur" herausholen.

Scott wird The Sower für 2 US-Dollar anbieten. Das ist deutlich weniger als ein Taschenbuch kostet – und damit ein Anreiz für die Käufer. Scott sagt, die 1,60 US-Dollar, die er von Scribd bekomme, seien immer noch mehr als der Anteil, den sein Verlag ihm an einem verkauften Exemplar seines gedruckten Werkes SoMa zahle. Von dem Buch, das im Handel 15 US-Dollar koste, bekomme er 1,12 US-Dollar.

Kürzlich hat Scribd eine Kooperation mit mehreren großen US-Verlagen , darunter Random House und Simon & Schuster, abgeschlossen. Die Verlage stellen Scribd Texte wie etwa Probekapitel aus neuen Büchern zur Verfügung. Wie bei anderen Portalen, auf die Nutzer Inhalte hochladen können, gibt es jedoch auch bei Scribd Beschwerden über Urheberrechtsverletzungen. Die Betreiber wollen dagegen vorgehen, indem sie eine Datenbank aufbauen, in der geschützte Werke erfasst sind und diese ausfiltern.


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