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Telekom spionierte auch Bankdaten aus

Konzern untergrub offenbar jahrelang den Datenschutz

Die Spitzelaffäre der Deutschen Telekom erreicht eine neue Dimension. Nach Informationen des Handelsblatts spähte der Staatskonzern nicht nur die Telefondaten von Aufsichtsräten und Journalisten aus. Die Konzernsicherheit der Telekom vergab außerdem über Jahre hinweg Aufträge, um Konten von Mitarbeitern, deren Angehörigen und Dritten durchleuchten zu lassen.

Artikel veröffentlicht am ,

Dies geht aus internen Telekom-Unterlagen und Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft hervor, die dem Handelsblatt vorliegen. Betroffen sind unter anderem Konten der Deutschen Bank, der Postbank und der Hypo-Vereinsbank. Auch ausländische Institute wurden angezapft.

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Die Ermittlungsakten werfen ein neues Schlaglicht auf die Amtszeit des früheren Telekom-Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke und dessen Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel. Beide sollen gewusst haben, dass bei der Suche nach Informationslecks im Aufsichtsrat Telefonverbindungen ausgewertet wurden. Dies würde einen Verstoß gegen das Fernmeldegeheimnis bedeuten.

Rechtsanwalt Michael Hoffmann-Becking, der die Telekom 2005 beriet, sagte im Rahmen der Ermittlungen aus, er habe mit Ricke und Zumwinkel über den Sachverhalt gesprochen. Rickes Anwalt sagte dem Handelsblatt, sein Mandant könne sich an dieses Detail aus dem Anwaltsgespräch nicht erinnern. Zumwinkel äußerte sich nicht.

Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt gegen Ricke und Zumwinkel wegen des Verdachts, gegen das Fernmeldegeheimnis und den Datenschutz verstoßen zu haben. Beide Manager haben eigenes Fehlverhalten abgestritten. Die Telekom selbst jedoch fordert von beiden jeweils knapp eine Million Euro Schadensersatz. Die Spitzelaffäre lähmt den Konzern seit Monaten und hat den führenden deutschen Telekommunikationsanbieter in eine Vertrauenskrise gestürzt.

Die Akten der Staatsanwaltschaft legen nun nahe, dass die Telekom seit 2001 über mehrere Jahre auch Kontobewegungen ausspionieren ließ. Wie sorglos die Telekom mit der Vergabe von Spitzelaufträgen vorging, zeigt der interne Schriftverkehr: "Hallo Rolf, bezugnehmend auf unser Gespräch, geht es um folgende Leute", heißt es beispielhaft in einer E-Mail eines Telekom-Angestellten vom 2. Juni 2005 an die Konzernsicherheit. Dann listet der Mitarbeiter drei Namen und Kontoverbindungen auf und fährt fort: "Bitte Kontobewegungen prüfen." Die Betreffzeile der E-Mail legt nahe, dass es sich um den 67. Fall von Kontenüberprüfungen im Jahr 2005 handelte.

Ausgeführt wurden die Spitzeldienste von derselben Detektei, die auch für die Deutsche Bahn Konten ausforschte, der Argen GmbH in Köln. Sie wurde 1977 von John Fairer-Smith gegründet, einem ehemaligen britischen Geheimdienstagenten. Seit 1978 führt David Cowling die Geschäfte, dem die Firma heute gemeinsam mit seiner Frau zu 100 Prozent gehört.

Die Telekom teilte gestern mit, sie habe bei internen Recherchen bislang keine Hinweise auf einen solchen Vorgang gefunden, könne aber auch nicht ausschließen, dass es ihn gegeben hat.

In Unternehmenskreisen heißt es, die Konzernsicherheit habe sich verselbstständigt und ihre Arbeit womöglich vertuscht. Tatsächlich fand die Staatsanwaltschaft bei Durchsuchungen in der Telekom-Zentrale zu Aufträgen an Argen kaum Material, obwohl Konzern und Argen nachweislich seit 2001 in ständigem Geschäftskontakt miteinander standen. Wie es in den Ermittlungsakten heißt, sei unbekannt, ob die Unterlagen gar nicht erst archiviert wurden oder jemand sie entfernt habe. Die erst in einer Razzia bei Argen sichergestellten Unterlagen zeigen nun, dass die Detektei in großem Umfang vertrauliche Kundendaten an die Telekom lieferte.

An solche Daten kann kein privates Unternehmen auf legalem Weg gelangen. So schickte die Detektei an die Konzernsicherheit eine E-Mail mit Aufstellung der Ein- und Ausgänge auf dem Postbank-Konto eines Managers der Sparte T-Systems. Zusätzlich wird der Name seines Steuerberaters aufgeführt, umfangreiche Informationen aus seiner Steuerakte und sogar der Zinssatz, zu dem sein Sparbuch verzinst ist. Obendrein mailte Argen Informationen zum Kaufpreis der Eigentumswohnung der Lebensgefährtin des T-Systems-Managers.

Nach Informationen des Handelsblatts hat Argen zwischen 2000 und 2008 insgesamt 1,2 Millionen Euro von der Telekom erhalten. Nach Erledigung der Aufträge sollen die Unterlagen in Absprache mit dem Auftraggeber vernichtet worden sein. Warum die Staatsanwaltschaft dennoch die vorliegenden Beweise fand, ist unklar.
[Quelle: Handelsblatt]



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Ave Caesar 19. Mai 2009

Und kurze Zeit später hat sich das Volk dann noch schlimmer verhalten als die vorherigen...

quatscher 18. Mai 2009

"Auch der Bankangestellte kann in jedes Konto schauen" Was für ein Scheiss so gelabert...

:-) 18. Mai 2009

Offenbar fühlten sie sich auf der sicheren Seite, immerhin hatten sie einen Auftrag von...


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