Eltern in IT-Berufen: Server abschalten statt Netzsperren
420 Eltern, die in IT-Berufen tätig sind, haben sich gegen die Internetsperren von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) gewandt. Statt nutzloser Symbolpolitik, die den Einstieg in eine staatliche Zensurinfrastruktur bedeute, seien wirksame Maßnahmen gegen Kinderpornografie im Internet gefragt.
"Illegale Internetinhalte werden auf Servern angeboten. Diese Server stehen in Ländern mit Gesetzen. Diese Server lassen sich abschalten, ihre Betreiber lassen sich ermitteln – wenn Justiz und Polizei das nötige Personal mit IT-Sachverstand haben und international kooperieren. Die angebliche Schwierigkeit, solche Straftaten international zu verfolgen, betrachten wir als ein haltloses Argument", heißt es in dem Aufruf des Initiators Hanno Zulla(öffnet im neuen Fenster) aus Hamburg. "Die vom Familien- und Wirtschaftsministerium wiederholt benutzten Argumente basieren auf einer fahrlässig verzerrten Darstellung und halten einer inhaltlichen Überprüfung nicht stand".
Die Mütter und Väter aus der IT-Branche sind Softwareentwickler, Systemadministratoren, promovierte Informatiker, Mathematiker und Physiker, Wissenschaftler, Professoren, selbstständige IT-Leute, Angestellte und Beamte. Sie unterstützen die Onlinepetition gegen Internetsperren(öffnet im neuen Fenster), die bislang 79.250 Menschen unterzeichnet haben.
"Wir fordern die Entfernung von Kinderpornografie, nicht nur ein notdürftig angebrachtes Stopp-Schild", erklärt Alvar Freude, ein Mitunterzeichner der Eltern-Erklärung. Die Eltern sind zudem für eine bessere Ausstattung der Präventions- und Sozialarbeit, um Verwahrlosung und Missbrauch in Familien entgegenzuwirken.
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