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Musikindustrie will Internetsperren auch in Deutschland

Dieter Gorny: In Deutschland fehlt der politische Wille für eine Loi Hadopi. Dieter Gorny, der Vorsitzende des Bundesverbandes Musikindustrie, hält das französische Gesetz zu Internetsperren für eine effiziente Möglichkeit, Urheberrechtsverletzungen im Internet beizukommen. Er will auch hierzulande ein solches Gesetz.
/ Werner Pluta
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Der deutsche Bundesverband Musikindustrie hat die Einführung des Gesetzes zu Internetsperren in Frankreich begrüßt. Die dortige Regierung habe mit dem Gesetz gezeigt, wie man "mit dem Problem der massenhaften Urheberrechtsverletzung im Internet effizient umgehen" könne, sagte Verbandschef Dieter Gorny. "Wer das Problem des massenhaften Diebstahls von Musik, Filmen, Hörbüchern, Games und Software im Internet in den Griff bekommt, verschafft seiner Kreativwirtschaft im internationalen Vergleich einen echten Wettbewerbsvorteil."

Gorny forderte ein vergleichbares Gesetz auch in Deutschland. Die Musikindustrie würde auch "lieber warnen statt abmahnen" . Gorny warf der Bundesregierung in dieser Hinsicht Untätigkeit vor. Es fehle hierzulande der politische Wille, ein solches Gesetz einzuführen.

Das französische Parlament hatte gestern ein Gesetz, die sogenannte Loi Hadopi, verabschiedet, das es ermöglicht, Nutzern nach drei Verwarnungen wegen Urheberrechtsverletzungen den Internetzugang zu sperren. Der Entwurf war im ersten Anlauf gescheitert .

Gegner wie der Autor und Blogger Cory Doctorow kritisieren, dass mit einem solchen Gesetz unterstellt werde, "der Internetzugang sei unwichtig und es sei nicht wirklich schlimm, wenn er abgeschaltet wird." Der Internetzugang sei jedoch für Unternehmen ebenso wie für Privatleute viel zu wichtig, um ihn einfach zu sperren, sagte er kürzlich im Interview mit Golem.de . "Offline gesetzt zu werden ist eine furchtbare Strafe."


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