Wie teuer ist Atomstrom?

Dazu kommt, dass die Betreiber ihre Kraftwerke nicht ausreichend versichern. Im Falle eines Unfalls haftet der Betreiber in unbegrenzter Höhe. Experten schätzen die Schäden eines sogenannten größten anzunehmenden Unfalls (GAU) auf bis zu 5 Billionen Euro. Der tatsächlich versicherte Wert liegt jedoch meist darunter. In Deutschland etwa brauchen die Kraftwerkbetreiber nur einen Schaden bis zu einer Höhe von 2,5 Milliarden Euro zu versichern. Auch das ist eine Subvention: Müssten die Betreiber den geschätzten Schaden eines Unfalls in voller Höhe versichern und würden diese Kosten auf den Strompreis umlegen, stiege der nach den Berechnungen von Zeit Wissen um 5,5 Cent pro Kilowattstunde.

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Um einen weiteren halben Cent schließlich steigt der Preis, wenn die Bedingungen der Stromerzeugung berücksichtigt werden: Die Betreiber rechneten damit, dass ihre Kraftwerke 60 Jahre mit einer jährlichen Auslastung von 87 Prozent liefen. Realistisch seien jedoch Laufzeiten von 40 Jahren mit einer Auslastung von 80 Prozent. Bezieht man alle diese Faktoren mit ein, so Zeit Wissen, koste die Kilowattstunde Atomstrom zwischen 8,7 und 10,3 Cent.

Die Baukosten eines EPR liegen bei etwa 4,7 Milliarden Euro. Über seinen gesamten auf 60 Jahren ausgelegten Lebenszyklus kostet ein Reaktor jedoch mehr als das 15fache: Die Kosten für Instandhaltung, die Wartung und das Personal beziffert die Zeit mit etwa 6 Milliarden Euro über die gesamte Laufzeit. Um die Technik des Kraftwerks und der Sicherungssysteme auf dem aktuellen Stand zu halten, werden gut 800 Millionen Euro fällig. Für den Brennstoff, das spaltbare Uran 235, müssen die Betreiber etwa 2,6 Milliarden Euro zahlen, für die Zwischen- sowie die spätere Endlagerung der ausgebrannten Brennstäbe weitere 3,9 Milliarden Euro.

Ist das Kraftwerk am Ende seiner Laufzeit angekommen, muss es aufwendig abgebaut werden - das kostet etwa 600 Millionen Euro. Rechnet man schließlich die Finanzierungskosten von 13 Milliarden Euro sowie eine nichtsubventionierte Versicherung, die 40,2 Milliarden Euro betragen würde, ein, zahlt der Betreiber für sein Atomkraftwerk knapp 72 Milliarden Euro.

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GodsBoss 09. Mai 2009

„Fossil" ist hier das falsch, „nicht erneuerbar" wäre passend.

C. Cretemaster 08. Mai 2009

Was heisst hier wieder? Bisher ist exakt ein Kernkraftwerk kaputt gegangen (ohne eine...

PG 08. Mai 2009

"Zehn Prozent der Sahara reichen aus, um mit momentan verfügbarer Solartechnologie den...

|| 08. Mai 2009

Stimmt. Das haben nur so Leute wie Du kapiert, die nicht von 12 bis Mittag denken können.

sl0w 07. Mai 2009

Von daher ist auch ein Fusionsreaktor nicht die Lösung unserer Energieprobleme. In...



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