Icinga: Nagios-Fork angekündigt

Serverüberwachung soll kompatibel mit früheren Nagios-Versionen sein

Einige Entwickler der freien Serverüberwachung Nagios haben einen Fork des Projektes gestartet. Das neue Projekt unter dem Namen Icinga hat sich zum Ziel gesetzt, besser auf die Wünsche der Anwender einzugehen und soll schneller weiterentwickelt werden.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

Die GPL-Software Nagios habe sich in den letzten Jahren zu einem Standard für die Serverüberwachung entwickelt. Große Unternehmen wie Amazon, BMW und Google setzten Nagios ein und weltweit verteilte Entwickler arbeiteten an dem System, schreibt das Icinga-Team. Den Nagios-Kern aber entwickle ein einziger Programmierer - und diese Tatsache habe sich als Flaschenhals erwiesen. Versuche, die Situation zu ändern, seien gescheitert. Patches seien nicht integriert worden, woraufhin die Communitybeteiligung abgenommen habe.

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Im vergangenen halben Jahr sei die Situation eskaliert, als Nagios Enterprises - das Unternehmen hinter der Software - verschiedene lang existierende Communityprojekte aufgefordert habe zu erklären, offiziell nichts mit Nagios zu tun zu haben. Dabei seien auch Namensänderungen erzwungen worden und Domains hätten abgetreten werden müssen. Weniger wahrnehmbare Softwareentwicklung und ein aggressives Auftreten gegenüber diesen Projekten hätten für weitere Unzufriedenheit in der Community gesorgt.

Daher haben sich Entwickler zu einem Fork unter dem Namen Icinga entschieden. Das neue Team setzt sich aus Mitgliedern des Nagios Community Advisory Boards und verschiedenen Programmierern von Nagios-Erweiterungen zusammen. Getragen wird es von dem Unternehmen Netways, das beispielsweise die Nagios-Konferenz organisiert hat. Das neue Projekt soll mehr auf die Wünsche der Anwender eingehen und sich schneller weiterentwickeln, als es zum Schluss bei Nagios der Fall gewesen ist. Die erste Version soll Fehler bereinigen und die Datenbankverbindungen sollen verbessert werden. Für Erweiterungen soll es künftig eine standardisierte Schnittstelle geben.

Die erste Version soll noch Ende Mai 2009 erscheinen, die erste stabile Fassung ist für den 28. Oktober 2009 geplant. Icinga soll kompatibel zu seinem Vorgänger bleiben.

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