Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Drogenbericht: 3 bis 7 Prozent der Internetnutzer "süchtig"

Vor allem männliche Jugendliche und junge Erwachsene gefährdet. Im Drogenbericht der Bundesregierung ist dem Internet ebenso ein eigenes Kapitel gewidmet wie Alkohol, Cannabis und Heroin. Nach Angaben der Drogenbeauftragten Sabine Bätzing wird das Problem der Onlinesucht gravierender.
/ Peter Steinlechner
130 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

"Aus gesundheitspolitischer Sicht hat die suchtartige Nutzung des Internets an Gewicht gewonnen: Vor allem männliche Jugendliche und junge Erwachsene zeigen häufiger ein sich verlierendes, entgleitendes und in Extremfällen psychopathologisch auffälliges Onlinenutzungsverhalten insbesondere in Bezug auf Onlinespielwelten" , steht im Drogen- und Suchtbericht 2009, den Sabine Bätzing, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, am 4. Mai 2009 in Berlin vorgestellt hat. Die Betroffenen hätten Symptome mit nahezu vollständiger Übereinstimmung im Vergleich zu stoffgebundenen Abhängigkeitserkrankungen.

Nach verschiedenen Studien gälten derzeit 3 bis 7 Prozent der Internetnutzer als onlinesüchtig, ebenso viele seien stark suchtgefährdet. Im Mittelpunkt stehe die "ausufernde Teilnahme an Onlinespielen oder Chats ebenso wie der übermäßige Konsum sexueller Inhalte" . Onlinesüchtige verbrächten im Extremfall nahezu ihre gesamte Zeit – zehn bis 18 Stunden pro Tag – mit Computerspielen.

Der Drogenbericht weist darauf hin, dass Onlinesucht bisher noch nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht ist. Derzeit laufe im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit eine Studie mit dem Titel "Beratungs- und Behandlungsangebote zum pathologischen Internetgebrauch in Deutschland". Teilergebnisse sollen 2009, ein Abschlussbericht 2010 vorgelegt werden. Ein Modellprojekt, die Ambulanz für Spielsucht an der Gutenberg-Universität in Mainz mit einem Beratungs- und Therapieangebot, werde viel genutzt. Insgesamt hätten seit März 2008 rund 300 Menschen die Ambulanz mit einem Hilfegesuch kontaktiert, mehr als 50 Patienten konnten bisher im ambulanten Gruppen- und einzeltherapeutischen Setting versorgt werden.


Relevante Themen