Grafikmarkt: Intel und Nvidia stärker in schwachem Umfeld
Im vierten Quartal 2008 hatte JPR erstmals seit dem Jahr 2000 einen Rückgang der Stückzahlen bei Grafikhardware für PCs gegenüber einem dritten Quartal verzeichnen müssen, der Markt schrumpfte damals um ein Drittel. Bisher wurden durch das Weihnachtsgeschäft im vierten Quartal stets deutlich mehr Grafikchips abgesetzt als in den drei Monaten davor.
Der durch die Wirtschaftskrise bedingte Einbruch des Grafikmarkts setzte sich im ersten Quartal des Jahres 2009 nicht fort. Das Marktvolumen legte um 3,3 Prozent auf 74,87 Millionen Einheiten zu. Dabei unterscheidet JPR im öffentlichen Teil seiner sonst kostenpflichtigen Studie nicht zwischen gesteckten Grafikkarten und Grafiklogik, die in Mainboard-Chipsätze integriert ist. Auch mobile und stationäre Lösungen sind bei diesen Zahlen zusammengefasst.
Dennoch hat sich der Grafikmarkt damit noch lange nicht vom vorherigen Einbruch erholt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal wurden zu Beginn des Jahres 2009 21,1 Prozent weniger Grafikchips ausgeliefert. Durch den harten Wettbewerb bei ständig fallenden Preisen profitierten in der Krise vor allem die ganz Großen. Intel legte im Vergleich vom vierten zum ersten Quartal um 7,5 Prozent auf 37,2 Millionen Einheiten zu, Nvidia um 4,8 Prozent auf 23,26 Millionen Chips.
Geholt haben sich Intel und Nvidia diese Marktanteile vor allem bei AMD, die mit 12,81 Millionen Stück ganze 8,5 Prozent Marktanteil einbüßten. Die besonders günstigen Angebote von SiS und VIA konnten von den kurzfristigen Reaktionen nicht profitieren, beide Unternehmen hatten schon Ende 2009 einen Anteil von rund einem Prozent am weltweiten Grafikmarkt.
Im Ausblick auf den Rest des Jahres 2009 erwarten die Marktforscher eine weitere Erholung des Grafikmarktes, insbesondere durch das Geschäft zum US-amerikanischen Schulbeginn, wenn traditionell neue PCs für Schüler und Studenten angeschafft werden, und durch das Weihnachtsgeschäft. Aber erst im Jahr 2010 rechnet JPR wieder mit den traditionellen Verteilungen der Verkäufe über das Jahr, wo das vierte Quartal für Grafikchips bisher stets das stärkste war.