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60 Minuten: Free Realms - Kinder-MMOG oder WoW-Konkurrent?

Kostenloses Fantasy-Onlinerollenspiel von Sony eröffnet Server. Sony Online Entertainment wagt sich als erster großer Publisher von Onlinerollenspielen aus der Deckung: Free Realms richtet sich zum Teil an neue MMORPG-Zielgruppen und ist in der Basisversion kostenlos. Ab sofort ist das Programm weltweit verfügbar. Golem.de hat die PC-Version ausprobiert.
/ Peter Steinlechner
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Eigentlich sollte Free Realms bereits am 28. April 2009 online gehen, dann hat es doch einen Tag länger gedauert. Jetzt ist das in der Basisversion kostenlose Onlinerollenspiel tatsächlich eröffnet, zwei amerikanische Server laden zum Questen und Leveln ein. Aber macht das auch Spaß? Free Realms richtet sich vorrangig an jüngere Zielgruppen. Eine offizielle Altersempfehlung gibt es nicht, aber nach dem Eindruck von Golem.de sollten Spieler ab zwölf Jahren mit dem Programm klarkommen. Für amerikanische Verhältnisse hält sich der Knuddel- und Kunterbuntfaktor allerdings in Grenzen, so dass auch erwachsene Spieler eine Partie wagen können. Golem.de hat sich direkt nach dem Start des Spiels rund eine Stunde lang in die virtuelle Welt von Sony Online Entertainment gewagt.

Der Einstieg ist extrem einfach: Auf die offizielle Webseite(öffnet im neuen Fenster) surfen, dann muss der Spieler im Grunde immer dem dicken grünen "Play Now"-Knopf folgen. Rund 60 MByte lädt das Programm bei der weitgehend automatisch ablaufenden Installation des Clients auf den Rechner; die restlichen Daten lädt das Spiel bei Bedarf - was zumindest in den ersten 60 Minuten ohne spürbare Ruckler im Hintergrund geschah.

Während der Einrichtung des Clients können wir schon mal unseren Charakter generieren. Wir haben die Wahl zwischen je einem weiblichen und männlichen Menschen und fliegenden Elfen. Im nächsten Bildschirm lässt sich die Figur mit individuellen Gesichtszügen, der gewünschten Frisur, einer Grundausstattung an Kleidung sowie einer Gesichtsbemalung versehen. Dann verpassen wir unserem Charakter einen Namen und anschließend - bis "Golem" von Sony geprüft und freigegeben ist - einen temporären Namen mit einem clever ausgedachten Generator: Orlando Radiantcaster heißen wir vorerst. Erst anschließend müssen wir unsere E-Mail-Adresse sowie ein Passwort angeben - und können dann in den Clientmodus wechseln.

Dort erwartet uns bereits ein Tutorial-Charakter namens Michael Tallstrider, der die grundsätzliche Steuerung erklärt und dann die erste Quest hat: Wir müssen das Schwein Wilbur retten, das gerade von Goblins angegriffen wird. Ein Kampf findet noch nicht statt, die - eher süßen - Ungeheuer ergreifen bei unserem Eintreffen schreiend die Flucht. Gleich danach bekommen wir eine weitere Erschreck-die-Monster-Mission, für die uns der freundliche Ork-Bauer Chug allerdings kurzfristig in ein fies aussehendes Riesenbiest verwandelt.

Dann treffen wir Ashley, eine fliegende Elfin. Die hat ein Problem: Goblins haben ihre Geburtstagsparty überfallen, wir sollen helfen. Hier haben wir zum ersten Mal eine Wahl. Entweder wir entscheiden uns dafür, vorerst eine Karriere als Koch anzutreten, oder als Kämpfer. Diese Entscheidung ist in Free Realms allerdings temporär, Spieler können jederzeit wechseln.

Wir entscheiden uns für Kämpfer und bekommen gleich das Kampfsystem erklärt: Mit der linken Maustaste oder der Taste "1" führen wir einen Standardangriff aus, mit der "2" können wir den Gegner umstoßen. Für die eigentliche Auseinandersetzung lädt das Programm uns in einen Extralevel. In Free Realms gehören Kämpfe zu den Minispielen, und die laufen grundsätzlich getrennt von der Restwelt in eigenen Instanzen ab. Die Partygoblins sind dann schnell verhauen, dann befördert uns ein Klick auf eine eingeblendete 3D-Tür zurück in die eigentliche Spielumgebung. Zum Dank bekommen wir Erfahrungspunkte. Anschließend dürfen wir freundlicherweise auch die Koch-Karriereleiter hochklettern, indem wir in einem extrem simplen Minispiel Gemüsesymbole miteinander verbinden. Im späteren Spielverlauf sollen solcherlei Aufgaben allerdings deutlich komplexer werden.

Wenig später stehen wir in der ersten Stadt. Um uns befinden sich nun andere Spieler, mit denen wir uns auch unterhalten könnten. Am linken Bildschirmrand gibt es ein Chatfenster, am unteren eine Symbolleiste und rechts oben eine Übersichtskarte, die wir mit Druck auf "M" vergrößern können. Außerdem teilt uns Sony per Mail mit, dass unser Name freigegeben ist, und zeigt ihn auch umgehend im Spiel korrekt an.

Wir bekommen sofort die ersten Aufgaben - Questgeber markiert ein Ausrufezeichen. Die Missionen bauen unsere Kampffähigkeiten aus: Erst erledigen wir Hewey den Bären in seiner Höhle, dann ein Rudel Wölfe; alternativ könnten wir auch Quests absolvieren, die uns ein Haustier verschaffen oder andere Skills verbessern. Dann führt uns eine Mission in die Siedlung Snowhill; in Free Realms ist die Suche nach dem nächsten Einsatzort übrigens sehr komfortabel, weil grüne Punkte auf dem Boden den Weg zur gerade ausgewählten Mission anzeigen.

In Snowhill können wir beim Waffenhändler neue Ausrüstung kaufen, aber auch Missionen warten auf uns. Allmählich zieht deren Schwierigkeitsgrad an: In einer Yetihöhle greift der Oberboss Umari zu Eiszapfenangriffen, friert uns fest und hält einiges an Schlägen aus - ohne Heiltrank hätten wir keine Chance.

Dann sind die 60 Minuten um, und wir ziehen vorsichtig ein erstes Resümee: Auf technische oder sonstige Probleme sind wir nicht gestoßen, das Spiel lief sehr flüssig. Allerdings waren die Server ziemlich leer, weil in den USA tiefste Nacht war. Der Einstieg ist unterhaltsam, bietet so gut wie keine Frustmomente und macht - sofern man mit dem Szenario klarkommt - durchaus Spaß.

Free Realms ist derzeit für Windows-PCs verfügbar, eine Version für Playstation 3 soll Herbst 2009 folgen. In der Basisversion läuft das Spiel kostenlos. Wer Mitglied wird, zahlt dafür 4,99 US-Dollar pro Monat; die Euro-Preise stehen offiziell noch nicht fest. Zahlende Abonnenten können statt einem bis zu drei Charaktere anlegen, haben Zugriff auf fünf Berufe, auf rund 400 Gegenstände und auf besondere Quests.

In der Rubrik "60 Minuten" nehmen wir aktuelle Titel direkt nach der Veröffentlichung in der offiziellen Verkaufsversion für eine Stunde unter die Lupe - Auspacken und Installieren nicht eingerechnet. Einen Test kann dieser erste Eindruck nicht ersetzen, er gibt aber Aufschluss darüber, was die Spieler nach dem Start erwartet.


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