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Hartplatzhelden gehen in die Verlängerung

Videoportalbetreiber kündigt Revision gegen Gerichtsurteil an. Die Betreiber des Videoportals Hartplatzhelden haben Revision gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart eingelegt. Nun muss der Bundesgerichtshof im Streit über die Verwertungsrechte von Fotos und Videos aus Amateurfußballspielen entscheiden.
/ Werner Pluta
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Die Betreiber des Videoportals Hartplatzhelden.de wollen sich mit dem Urteil des Stuttgarter Oberlandesgerichts (OLG) nicht abfinden und haben Revision eingelegt. Das OLG hatte das Urteil des Landgerichts aus dem Jahr 2008 bestätigt, nach dem sämtliche Rechte an bewegten Bildern und die Vermarktung der Spiele beim Württembergischen Fußballverband liegen. Nach dem Widerspruch wird sich der Bundesgerichtshof mit dem Fall beschäftigen.

"Es steht 0:2" , schreibt(öffnet im neuen Fenster) Oliver Fritsch, einer der Betreiber. Trotzdem sehen sich die Hartplatzhelden im Recht. Fritschs Überzeugung nach übernimmt das Webangebot keine Leistungen der Vereine. "Der Fußball gehört nicht den Verbänden, sondern denjenigen, die ihn spielen. Fußballspiele werden nicht von Verbänden organisiert, sondern von Vereinen. Die Filme, die wir zeigen, gehören nicht den Verbänden, sondern Privatleuten."

Hartplatzhelden.de ist ein Portal, auf dem Fußballfans Fotos, Videos und Berichte von Spielen aus den Amateurligen veröffentlichen können. Amateurfußballer seien die größte Sportgemeinschaft, so die Gründer Fritsch, Thomas Ramge und Steffen Wenze. Die Medien würdigten den Amateurfußball jedoch kaum. Deshalb wolle das Angebot "dem Amateurfußball, also dem wahren, echten und guten Fußball, ein Zuhause im Internet geben" .

Der Württembergische Fußballverband, einer der 21 Landesverbände des DFB, besteht hingegen darauf, dass sämtliche Rechte an bewegten Bildern und die Vermarktung der Spiele bei ihm liegen und hat deshalb gegen die Hartplatzhelden geklagt.

Dem Vorwurf der Verbandes, Hartplatzhelden.de mache mit den Leistungen der Verbände Gewinn, wollen die Betreiber den Wind aus den Segeln nehmen: Sie haben angekündigt, "ab sofort mindestens 50 Prozent aller Gewinne an diejenigen Fußballvereine abzutreten, die bei uns mitmachen" .

Glaubt man Fritsch, teilt die Basis die Abneigung des Verbandes gegen das Portal nicht. Er habe mit vielen Vereinsvertretern gesprochen, so Fritsch. "Niemand aus den Vereinen hat an unserem Portal etwas auszusetzen. Niemand aus den Vereinen fühlt sich ausgebeutet. Niemand aus den Vereinen hat den Eindruck, dass wir Vereinen etwas wegnehmen. Niemand aus den Vereinen meint, dass man ihn vor uns schützen müsste."


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